Ich mag die Zambo-Charts

Redaktor Andreas Faessler über den Musikgeschmack der Jüngsten.

Andreas Faessler
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Es trägt sich gelegentlich zu, dass ich freitagabends zwischen 19 und 20 Uhr Radio DRS 1 einschalte. Da gibt es die so genannten «Zambo-Charts». Dieser Sendung, welche sich hauptsächlich an Kinder und Jugendliche von 7 bis 14 Jahren richtet, höre ich ganz gerne zu. Das junge Radiopublikum darf Songs vorschlagen, die dann in eben diese «Zambo-Charts» gewählt werden können. Und ich stelle überrascht und mit Freuden fest, dass diese Kinder einen meines Erachtens recht feinen Geschmack an den Tag legen. Häufig nämlich wählen sie Musik, welche diese Bezeichnung auch verdient. Neben schönen Hitparadenklassikern aus der Zeit, lange bevor sie überhaupt geboren waren, entdecken die Sprosse selbst Volksmusik für sich und hieven sie in ihre Charts.

Redaktor Andreas Faessler

Redaktor Andreas Faessler

Ich habe fast den Eindruck, dass diese Generation wieder weniger mit dem Zeug anfangen kann, welches die Schweizer Hitparade seit einiger Zeit kontaminiert. Denn, ohne konkrete Beispiele nennen zu wollen – nota bene ist nicht alles schlecht (!) –, bin ich zuweilen schon erstaunt, was für «Hirnfürze» sich in den vergangenen Jahren in den offiziellen Charts manchmal über Wochen halten. Was hat die Gesellschaft nur für einen Musikgeschmack entwickelt? Dies frage ich mich von Zeit zu Zeit in allem Ernst.

Darum freue ich mich weiterhin darüber, wenn die Jüngsten wieder vermehrt auf «gute Musik», wie ich sie wohlbemerkt für mich persönlich definiere, abfahren.