Leserbrief
Ideologie muss hinten anstehen

Zu den Problemen der Parteipolitik

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Viele Ideologien unserer alten, etablierten Parteien sind aus dem letzten Jahrhundert und sind für viele unserer Parlamentarier und Parlamentarierinnen das höchste der Gefühle, vor allem, wenn es darum geht, sich gegen den Gegner, die anderen Parteien, zu profilieren. Heute scheint es wichtig, dass man dem politischen Gegner eins auswischen kann und diesem nichts zugesteht. Dass sich die sozialen Verhältnisse, die natürliche Umwelt und die Abhängigkeit mit den Jahren verändert haben, ist bei vielen Parteien und deren Mitgliedern nicht zur Kenntnis genommen worden.

Macht und Durchsetzungsvermögen hat parteipolitisch Priorität, doch unsere Gesellschaft braucht Verständnis, Rücksichtnahme und machbare Lösungen. Wenn in der Politik Kompromisse überhaupt gefunden werden, sind diese für den Normalbürger nicht nachvollziehbar und unverständlich, denn sie haben mit der Sache wenig zu tun und kommen nur wegen des Konsenszwangs zu Stande. Ich wünsche mir für das kommende Jahr von unseren Politikern und Politikerinnen, dass sie sich für eine lebenswerte Zukunft unserer Gesellschaft und Umwelt einsetzen und die parteipolitischen Ideologien in den Hintergrund stellen.

Je mehr Menschen wir in diesem Land und auf dieser Welt sind, je mehr müssen wir miteinander machbare Lösungen finden, die die ganze Gesellschaft und Umwelt berücksichtigen. Für die Sache müssen Lösungen gefunden werden und die Ideologie muss hinten anstehen, denn nur so werden wir die heutigen Probleme für die Zukunft anpacken können.

Peter Silberschmidt, Zug