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Der grosse Traum der Trachsel-Schwestern aus Zug lebt weiter

Tainara (11) und Amanara (14) Trachsel sind Fans der brasilianischen Fussball-Nationalmannschaft. Eine der Schwestern teilt ihr Herz mit einem anderen Land. Dem Turnierverlauf zufolge sind beide enttäuscht.
Marco Morosoli
Tainara (links) und Amanara Trachsel aus Zug. (Bild: Werner Schelbrett (Zug, 4. Juli 2018))

Tainara (links) und Amanara Trachsel aus Zug. (Bild: Werner Schelbrett (Zug, 4. Juli 2018))

In einem Zuger Wohnquartier nahe einer grossen Fabrik steht ein helles Mehrfamilienhaus. Für Farbtupfer sorgen die Mieter einer Wohnung im obersten Stockwerk. Es dominiert die gelbe Farbe, aber auch rot ist auszumachen. Bei näherem Hinsehen wird sichtbar, dass lauter kleine Flaggen Brasiliens an der Balkonumrandung und den Fenstersimsen aufgehängt sind. Die Girlande mit den Schweizer Kreuzen wird von solchen mit dem brasilianischen Hoheitszeichen richtiggehend umrahmt.

Das kommt nicht von ungefähr. In der betreffenden Wohnung leben die Trachsels. Er ist Schweizer, seine Frau stammt aus Brasilien. Deren Töchter Amanara (14) und Tainara (11) haben der brasilianischen Mannschaft die Daumen gedrückt. Wobei die Jüngere sagt, «dass sie auch den Schweizern helfen würde». Bekanntlich hat alles Daumendrücken der Trachsel-Töchter nichts genutzt. Die Schweiz ist in den Achtelfinals gegen Schweden ausgeschieden. Für die Brasilianer sind starke Belgier zum Verhängnis geworden.

Damit ist für Amanara ein Traum geplatzt. Es wäre doch schön, wenn hier noch ein sechster Stern hinzukommen würde. Die aktuell fünf Sterne oberhalb des Logos des brasilianischen Fussballverbandes symbolisieren die fünf Weltmeistertitel, welche die Südamerikaner bis jetzt geholt haben. So viele wie noch keine andere Nationalmannschaft.

Einmal im Jahr nach Brasilien

Das ändert aber nichts daran, dass Tainara auf die Frage, welchem Land sie sich näher fühle, die Schweiz nennt. Ihre ältere Schwester hingegen sagt ohne Wenn und Aber Brasilien. Beide Mädchen wissen auch, was die Farben auf der brasilianischen Nationalflagge alles darstellen. Grün bedeutet Natur. Gelb stellt Gold oder die Bodenschätze dar. «Ordem e Progresso» bedeutet Ordnung und Fortschritt, und die Sterne sind über dem Himmel von Brasilien zu sehen. Die beiden Teenager wissen nicht nur sehr viel über das Land, in dem ihre Mutter einmal gelebt hat. Wie Amanara erzählt, würden sie jedes Jahr einmal nach Brasilien fliegen.

In ihrer Freizeit spielen die beiden Teenager aber nicht Fuss-ball, sondern Handball. Eine der Triebfedern, sich dieser Sportart zu widmen, ist ihr Vater gewesen. «Er hat einmal Handball gespielt», sagt Tainara. Interessant ist, dass die Trachsel-Geschwister beide im Handball beim LK Zug auf der gleichen Position spielen, und zwar auf dem linken Flügel. Da sie drei Jahrgänge auseinanderliegen, besteht die Gefahr derzeit nicht, dass es zu einem innerfamiliären Gerangel bezüglich der Spielposition kommt. Tainara Trachsel spielt beim LK Zug im U14-Team. Amanara bei der U16-Elite. Es könnte der Tag kommen, an dem sie sich um die linke Flügelposition duellieren werden. Der Grund: Beide wollen in die Nationalmannschaft kommen.

Ins Training statt vor dem TV

Mit vollem Einsatz sind die beiden Trachsels jedenfalls dabei. Tainara Trachsel trainiert drei Mal pro Woche, ihre Schwester Amanara praktisch jeden Tag. Das sei nicht immer einfach das Handball und die Schule unter einen Hut zu bringen, aber «derzeit geht es», sagt Amanara. Doch welchen Stellenwert der Handballsport bei den Trachsels hat, zeigt dies: Beide Töchter haben wegen der Spiele der Brasilianer kein Training gestrichen.

Übrigens können die Brasilianer nicht nur gut Fussball spie-len. Das brasilianische Frauen-Handball-Nationalteam hat 2013 den Weltmeister-Titel geholt. Der letzte WM-Titel der Fussballer datiert aus dem Jahr 2002. Die Trachsel-Schwestern waren damals noch nicht geboren.

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