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Ihr Star der Schweizer Nati heisst Rodriguez

Katharina Wolfisberg aus Sins drückte der Schweizer Nati beherzt die Daumen und verpasste keine einzige Spielminute. Beim Zocken mit Sammelbildern unter Freunden ist sie sehr erfolgreich.
Cornelia Bisch
Am Faneinsatz von Katharina Wolfisberg aus Sins liegt es garantiert nicht, dass die Schweizer Nati ausgeschieden ist. (Bild: Cornelia Bisch (Sins, 25. Juni 2018))

Am Faneinsatz von Katharina Wolfisberg aus Sins liegt es garantiert nicht, dass die Schweizer Nati ausgeschieden ist. (Bild: Cornelia Bisch (Sins, 25. Juni 2018))

Ganz in Rot-Weiss gekleidet, mit Fanmütze, -shirt und -schal sowie Schweizer Fahnen und Wimpeln ausgestattet, outet sich die zwölfjährige Katharina Wolfisberg sofort als leidenschaftlicher Fan der Schweizer Nationalmannschaft. Ihr Lieblingsspieler ist Rodriguez. Warum genau, kann sie nicht sagen: «Ich finde ihn einfach gut», sagt sie schlicht. Bisher hat sie alle Spiele der Schweizer und einige weitere im Fernsehen mitverfolgt.

Dies im Beisein von Nachbarn und Freunden der Familie. «Wir müssen sie gar nicht einladen. Sie kommen einfach von selbst», erzählt Kathi, wie sie von Freunden genannt wird, freimütig. Für sie und ihre Schwester gibts Süssgetränke und Knabbereien. Die Erwachsenen trinken das obligate Bier dazu. «Mein Vater schreit am lautesten, wenn es ein Goal gibt», plaudert Kathi aus dem Nähkästchen. «Auch meine Mutter schaut zu, aber sie hat keine Ahnung von Fussball.» Ganz im Gegensatz zu ihrer Tochter, die sich auf dem grünen Rechteck sehr gut auskennt und manchmal anderer Meinung ist als der Schiedsrichter. «Im Spiel gegen Costa Rica war das ganz bestimmt kein Penalty», empört sie sich. Kathi ist zwar sehr enttäuscht darüber, dass die Schweizer ausgeschieden sind, wird aber den Rest der WM trotzdem mit Interesse verfolgen.

«Ich hatte zuvor Angst, dass Shaqiri und Xhaka wegen des Adlerzeichens gesperrt werden würden.» Dann wäre die Mannschaft nicht so weit gekommen, glaubt sie. Selbst würde Kathi für solches Verhalten einfach eine Gelbe Karte verteilen. Die Roten Karten für Lichtsteiner und Schär beunruhigten die clevere Schülerin weniger: «Lichtsteiner finde ich nicht so gut und für Schär gibts gute Ersatzspieler.» Nun hat es trotz ihres Vertrauens in die Mannschaft leider nicht geklappt.

Schoggi für den Spielsieger

In der Schule werden die Spiele jeweils eingehend diskutiert. Lehrer Raphael Lohri hat für seine fünfte Klasse ausserdem ein Tipp-Spiel mit dem Einsatz je einer Schoggitafel ausgetüftelt. Der Sieger erhält am Ende einen Jahresvorrat an Tafeln, für den Zweit- und Drittplatzierten fällt ebenfalls etwas ab. Bisher hatte Kathi dabei allerdings wenig Glück: «Ich bin gerade Zweitletzte», sagt sie schmunzelnd. Anders siehts beim Zocken mit Fussballbildern aus, das die Schüler während der Pausen eifrig betreiben. Auf diese Weise hat das junge Mädchen bereits einen ansehnlichen Stapel an Bildchen gewonnen. «Auch vier Schweizer sind dabei», sagt sie stolz. Ein Buch damit füllen will sie jedoch nicht. Selbst spielt Katharina nur am alljährlichen Grümpelturnier im Heimatdorf Sins Fussball, das eben erst stattfand. «Wir wurden Vierte», sagt sie zufrieden und schiebt schalkhaft nach: «... von vier Mannschaften.»

Die sportlich künstlerische Leidenschaft der zierlichen Schülerin gilt jedoch ganz dem Zirkus. «Ich gehe einmal wöchentlich zum Zirkustraining nach Zug», erzählt sie. Dabei werden die Teilnehmer in zahlreichen akrobatischen Disziplinen ausgebildet. Katharina beherrscht bereits Kunststücke am Ring- und Kreistrapez, am Vertikaltuch, auf dem Ein- und dem Kunstrad, der Kugel und dem Fass. Auch in Bodenakrobatik wird sie ausgebildet und immer wieder finden Aufführungen statt. «Ich habe dann schon etwas Lampenfieber, aber sobald es losgeht, verschwindet das», verrät Kathi, klemmt sich ihre Fussbälle unter die Arme und geht zurück zum Unterricht.


In unserer Serie «Meine WM» porträtieren wir Kinder verschiedener Nationalitäten, die im Kanton Zug oder Freiamt leben und mit der Mannschaft ihres Heimatlandes mitfiebern.

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