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Leserbrief

Im Amazonas brennt der Urwald und die ganze Welt ist besorgt

Zum geplanten Kiesabbau in Cham Hatwil/Hubletzen

Zwar haben wir im Kanton Zug keinen gefährdeten Amazonas, setzt man aber die schützenswerten Grünflächen für einen geplanten Kiesabbau aufs Spiel und setzt dies in unsere regionalen Verhältnisse, dann rechtfertigt sich auch hierzulande eine ernstzunehmende Besorgnis. Dem kantonalen richtplanerischen Bericht der Baudirektion zufolge wird nochmals ein viel grösseres Gebiet zum Abbau in Cham Hatwil/Hubletzen vorgeschlagen als bisher vorgesehen. Nämlich zirka 55 Hektaren, was etwa 78 Fussballfeldern entspricht.

Natürlich wollen wir im Kanton weiterhin mit Kies bauen, und die Überlegungen zum wirtschaftlichen und ökologischen Transport über die Kantonsgrenze hinaus sind nachvollziehbar. Aber es ist irreführend und falsch, zu behaupten, dass die heutige Landschaft nach der Rekultivierung problemlos wiederhergestellt werden könne. Es schürt falsche Hoffnungen auch bei all denen, die eine jahrzehntelange Verschandelung der Landschaft in Kauf nehmen würden, um die Nachfrage nach kantonalem Kies zu befriedigen. Notabene für gerade mal weitere knappe 15 Jahre.

Aktuelle Forschungsergebnisse zur Klimaveränderung und CO2-Emissionen zeigen, dass der Humusboden der wichtigste CO2-Speicher überhaupt ist. Zudem ist er Lebensraum von unzähligen Mikroorganismen, die einen Boden erst fruchtbar machen. Der Neuaufbau von fruchtbarem Boden verläuft äusserst langsam, und dauert definitiv viel länger als ein paar Jahrzehnte. Weder diese wichtigen ökologischen Zusammenhänge sind im Bericht berücksichtigt noch die aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht problematischen Hin- und Rücktransporte des Humus.

Erwähnung finden nur die Transporte von Kies aus den umliegenden Kantonen, falls dann in 10 Jahren die bisherigen kantonalen Kiesgruben zuneige gehen. Import von Kies verteuert natürlich den Preis von Kies und Beton im Kanton Zug. Im Verhältnis zu den Gesamtbaukosten wirkt sich diese Preissteigerung jedoch – insbesondere im Hochbau – eher gering aus.

Das Abschürfen der Humusschicht und die Kiesförderung würden zwischen Niederwil und Frauental jedoch eine grossräumige Zerstörung der Natur bewirken und eine riesige Narbe hinterlassen. Dabei hat der Kanton doch sowieso nicht viele Gebiete, wo Aug und Ohr nicht alle paar Schritte wieder Autobahn-Immissionen, industriellen Bauten und Siedlungen ausgesetzt sind.

Diese wertvolle Gegend zu schützen, sollte nicht nur der Chamer Bevölkerung, sondern allen Zugern am Herz liegen. Sie ist Teil unserer gemeinsamen natürlichen Lebensgrundlage. Die Zuger Bevölkerung sollte zeigen, dass sie nicht nur ins ferne Amazonien predigt, sondern auch vor der eigenen Haustüre kehrt. Die Richtplananpassungen sind bis zum 8. Oktober beim Amt für Raum und Verkehr in Zug und bei den Gemeinden öffentlich aufgelegt oder auf www.zg.ch/richtplan einsehbar, und die Bevölkerung ist eingeladen, mittels Formular Vorschläge einzubringen. Der neue Richtplan kommt in der angehenden Kantonsratssession zur Abstimmung. Die FDP Cham ist gegen die Aufnahme der geplanten Kiesgrube in den kantonalen Richtplan.

Tao Gutekunst, Präsident FDP Cham, Cham

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