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Im Einsatz für Artisten und Schausteller in Not

Seit 20 Jahren kümmert sich die Philipp Neri Stiftung mit Sitz in Baar um Menschen aus der Zirkus-, Markthändler- und Schaustellerwelt. Sie finanziert zudem die Seelsorgetätigkeit von Zirkuspfarrer Adrian Bolzern. Auf seiner Jubiläums-Tournee macht dieser am Wochenende auch in der Pfarrei St. Martin Halt.
Rahel Hug
Zirkuspfarrer Adrian Bolzern. (Bild: PD/CH Media, Alex Spichale)

Zirkuspfarrer Adrian Bolzern. (Bild: PD/CH Media, Alex Spichale)

Sie strahlen gute Laune, Leidenschaft und Power aus: Artisten und Schausteller sorgen für Unterhaltung und zaubern oft ein Lächeln auf die Gesichter des Publikums. Hinter den Kulissen sieht es aber nicht immer so rosig aus, wie es in der Manege den Anschein macht: Einzelpersonen, Familien und ganze Unternehmen in dieser Branche kämpfen nicht selten mit finanziellen Problemen oder Schicksalsschlägen.

Hilfe leistet in solchen Fällen die Phillipp Neri Stiftung. Die Organisation, die ihren Sitz in Baar hat und vom Zuger Regierungsrat Beat Villiger präsidiert wird, unterstützt seit 20 Jahren in Not geratene Menschen aus der Zirkus-, Markthändler- und Schaustellerwelt. Zudem finanziert sie die Seelsorgetätigkeit von Zirkuspfarrer Adrian Bolzern. Im Jubiläumsjahr 2019 ist dieser mit einem Zirkuswagen «auf Tournee», um die Stiftung und ihre Aufgaben noch sichtbarer zu machen. Gestartet hat er seine Reise am Wochenende vom 25. und 26. Mai in Reussbühl (Luzern), am Wochenende vom 1. und 2. Juni macht er in Baar bei der Pfarrei St. Martin Halt.

Der Zirkuswagen, mit dem Adrian Bolzern im Jubiläumsjahr durch die Schweiz tourt. (Bild: PD/Philipp Neri Stiftung)

Der Zirkuswagen, mit dem Adrian Bolzern im Jubiläumsjahr durch die Schweiz tourt. (Bild: PD/Philipp Neri Stiftung)

Der «heitere Heilige»

Philipp Neri (1515 bis 1595) war ein italienischer Priester, der als Patron der Gaukler gilt und auch «heiterer Heiliger» genannt wird. Die nach ihm benannte Stiftung wurde 1999 gegründet. Laut einer Dokumentation zum Jubiläum hat alles angefangen mit den beliebten Gottesdiensten im Circus Knie von Pfarrer Heinzpeter Schönig. Mit seinem Nachfolger Ernst Heller wurden die Gottesdienste noch populärer. Durch dieses Engagement habe Pfarrer Heller Einblicke hinter die Kulissen der Zirkuswelt und damit Kenntnis von den Nöten und Sorgen erhalten, heisst es in der Dokumentation. Weil für einen Zirkuspfarrer keine finanziellen Mittel da waren, wurde die Philipp Neri Stiftung gegründet. Seit fünf Jahren ist Zircuspfarrer Adrian Bolzern als Nachfolger von Pfarrer Ernst Heller im Amt.

Bis heute erhält die Stiftung keine staatliche Unterstützung, sie ist vollumfänglich auf Spenden angewiesen. Laut Stiftungsrätin Heidy Erni versuche man auch, kirchliche Organisationen zu überzeugen, einen Beitrag an die Stiftung zu leisten. «Gefängnis-Seelsorger zum Beispiel sind eine Selbstverständlichkeit. Das sollte auch für die Zirkus- und Schaustellerwelt möglich sein.»

40 000 Kilometer pro Jahr

Denn laut der Stiftungsrätin aus Immensee sind die Dienste von Zirkuspfarrer Adrian Bolzern aus Aarau, der zu 50 Prozent für die Pfarrei Aarau und zu 50 Prozent für die Stiftung tätig ist, sehr gefragt. «Er legt etwa 40000 Kilometer pro Jahr zurück und nimmt seine Arbeit sehr ernst», so Heidy Erni. Die Hilfeleistungen durch die Stiftung seien sehr vielfältig. Artisten, Schausteller und Markthändler kämen oft kaum über die Runden und da helfe die Stiftung unbürokratisch mit kurzfristigen Darlehen, Engpässe zu überbrücken. Doch nicht nur finanziell kann die Stiftung den Betroffenen unter die Arme greifen. «Oft geht es auch darum, einfach ein Gespräch zu führen, wenn zum Beispiel die familiäre Situation nicht ganz einfach ist», erzählt Heidy Erni. Der Pfarrer Adrian Bolzern übernehme aber auch Trauungen oder Taufen und Beerdigungen.

Die Jubiläumstour sei sehr gut gestartet, sagt die Stiftungsrätin. «Gottesdienste, bei denen auch Artisten oder Musiker mitwirken, kommen bei der Bevölkerung sehr gut an.» Am Samstag wird der Wagen, der übrigens vom Zirkus Stey ausgeliehen wurde, in Baar ankommen. Der Zirkuswagen steht bei der Kirche St. Martin. Zirkuspfarrer Adrian Bolzern ist nach dem Abend-Gottesdienst, der um 18 Uhr stattfindet, im Zirkuswagen für Gespräche bereit. Der Gottesdienst am Samstag wird begleitet von einem Drehorgelpaar. Am Sonntag findet der Gottesdienst um 10.45 Uhr statt mit Artisten vom Kinderzirkus Piccolo. Nach dem Gottesdienst ist der Zirkuspfarrer wiederum im Zirkuswagen für die Besucher da.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.philipp-neri.ch. Wer einen Beitrag spenden möchte, kann dies auf folgendes Konto tun: Bankkonto UBS AG Nr. 248-465561.01N. IBAN: CH83 0024 8248 4655 6101 N.

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