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Im Film des Zugers Erwin Bosch ist ein Element in der Hauptrolle

Für «Wässerwasser» wurde Erwin Bosch (67) von der Jury des Euro-Filmfestivals mit Gold ausgezeichnet. Er hat nicht damit gerechnet, dass sein Film so gut ankäme.
Vanessa Varisco
Erwin Bosch aus Zug hat mit seinem Film "Wässerwasser" einen Preis gewonnen.(Bild: Stefan Kaiser (Zug, 23. Oktober 2018))

Erwin Bosch aus Zug hat mit seinem Film "Wässerwasser" einen Preis gewonnen.




(Bild: Stefan Kaiser (Zug, 23. Oktober 2018))

Ein rauschender Fluss, der über schroffe Felshänge stürzt, türkisblaue Gletscherseen und schneebedeckte Gipfel, über denen langsam kleine Wolken ziehen. Kurz darauf ein Schnitt und ein Mann stapft über saftig grüne Wiesen. Die Bilder aus dem Wallis in «Wässerwasser» von Erwin Bosch sind imposant und stehen ganz im Zeichen des Wassers. Mit seinem neusten Werk hat der Amateurfilmer sich auf neues Terrain gewagt. Denn während er sich in der Vergangenheit an bereits bestehenden literarischen Werken, wie beispielsweise Thomas Hürlimanns «Applaus für ein Pferd», orientierte, übernahm er dieses Mal selbst die Federführung.

«Wässerwasser» ist Dokumentation und Spielfilm zugleich und rückt die historischen Bewässerungskanäle im Kanton Wallis ins Zentrum. «Heute kann man den Hahn aufdrehen und das Wasser läuft. Doch früher war die Bewässerung der Äcker kein Zuckerschlecken», berichtet der Filmemacher. Diese Thematik habe er sodann in seinem Werk aufgreifen wollen.

Dreharbeiten an steilen Hängen

Fasziniert vom Filmen ist der Zuger schon lange: Seit den 1970er-Jahren steht Erwin Bosch als Amateurfilmer hinter der Kamera und hält seine Umgebung fest. «Und je mehr ich mich damit auseinandergesetzt habe, desto interessierter war ich am Filmen», erinnert sich der 67-Jährige. Drei Jahre hat es gedauert, bis der neuste Film in seiner heutigen Form geschaffen war. Zuerst sei es lediglich ein Dokumentarfilm gewesen. «Doch das hat nicht gereicht. Der Film hat mehr Handlung gebraucht», führt Bosch aus.

Deshalb hat er eine Geschichte entwickelt und ein Drehbuch geschrieben. «Das war eine neue Herausforderung, der ich mich gerne gestellt habe», so Bosch. Die Inspiration dazu habe er sich aus verschiedenen Quellen geholt. Einerseits habe er sich durchaus an historischen Begebenheiten orientiert, andererseits habe er auch Szenen eingebaut, die aus seiner Erinnerung stammten und tatsächlich so geschehen seien. Er erinnert sich beispielsweise an einen Mann, der ihm auf einer Wanderung eine Sage erzählt habe. «Damit die Geschichte dann nicht zu männerlastig wurde, habe ich im Film eine Frau eingebaut», verrät der Zuger.

Nachdem das theoretische Grundgerüst fertiggestellt war, ist er drei Tage mit den Schauspielern ins Wallis gereist und hat gedreht. Als Protagonist konnte er den Schweizer Schauspieler Walter Sigi Arnold gewinnen. «Er war der ideale Mann für die Rolle», erklärt Bosch. Kennen gelernt habe er den Schauspieler, als er im Burgbachkeller einige Zeit lang für die Technik zuständig gewesen sei. Die Frau, welcher der Protagonist auf seiner Reise entlang der Bewässerungskanäle begegnet, habe spontan zugesagt und sei eine Amateurschauspielerin; aus dem Wallis, wurde ich im Internet aufmerksam. Sie hat für das TV Oberwallis eine Serie mit Sagen präsentiert.

«Die Zusammenarbeit mit dem Team hat unglaubliche Freude gemacht, da wir uns alle freundschaftlich gut verstanden haben», erinnert sich Bosch, der am gesamten Prozess des Filmemachens mit Spass und Leidenschaft arbeitet. Auch hätten die Schauspieler aufeinander aufgepasst, denn die Dreharbeiten hätten teilweise an steilen Abhängen stattgefunden. «Wir mussten darauf achten, dass niemand abrutscht in den Hängen und Böschungen», sagt Bosch.

Ausgezeichnet für «aussergewöhnlichen Film»

Anschliessend folgte die Nachbearbeitung. Ein aufwendiger Prozess, wie Bosch schildert. Neben Effekten galt es auch Musik einzufügen, die vom Klangkünstler Beat Föllmi für diesen Film komponiert wurde. «Einfach wunderbar, wie am Ende alles zusammengepasst hat», freut sich der Filmemacher und lobt die Arbeit des Hünenberger Musikers.

Für seine Arbeit wurde Erwin Bosch am Euro-Filmfestival 2018 für Amateurfilme mit Gold ausgezeichnet. Sieben Juroren haben an diesem Festival unter anderem Ideenumsetzung, Bildgestaltung, Recherche und Dramaturgie bewertet. Laut der Jury hat Bosch einen «aussergewöhnlichen Film geschaffen, der von der Ruhe langer Einstellungen, die Erwartungen aufbauen, und dem kraftvollen Spiel seines Protagonisten getragen wird».

Weiter sei die gute Sprachpräsentation bedeutend für die Wirkung des Films. «Dass ‹Wässerwasser› so gut bewertet wird, hätte ich nicht erwartet», berichtet Bosch und ergänzt, «aber natürlich ist die Freude über das gute Ergebnis umso grösser. Und ausserdem motiviert es, weitere Projekte in Angriff zu nehmen.» Konkrete Pläne habe er noch nicht. Zurzeit eruiere er, welche Projekte realisierbar seien.

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