Im Hünenberger Dorfzentrum werden bald die Bagger auffahren

Die Arbeiten für die Überbauung Maihölzli in Hünenberg beginnen in diesen Tagen. Für die Belebung des Dorfs soll dereinst nicht nur die Migros sorgen.

Raphael Biermayr
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Diese Häuser werden der Überbauung Maihölzli weichen.

Diese Häuser werden der Überbauung Maihölzli weichen.

Bild: Stefan Kaiser
(Hünenberg, 3. März 2020)

Nach der Baustelle ist vor der Baustelle. Im Hünenberger Dorfzentrum hat der Kanton kürzlich die Arbeiten entlang der Chamerstrasse beendet. In diesen Tag werden auf dem Grundstück zwischen Maihölzliweg und Kirche respektive Dorfplatz die Vorbereitungen für den Abriss von drei Häusern beginnen.

In zweieinhalb Jahren sollen hier drei moderne Bauten stehen. Zwei gehören dem ortsansässigen Totalunternehmer Jego AG (mit Eigentumswohnungen), eines der katholischen Kirchgemeinde Cham-Hünenberg (mit Mietwohnungen). Wie im Kanton Zug üblich, waren die meisten der 28 Eigentumswohnungen schnell verkauft. Gegenwärtig sind gemäss der Info-Website noch sieben Wohnungen erhältlich, darunter die beiden teuersten, die 5,5-Zimmer-Wohnungen für rund 2,9 respektive 2,7 Millionen Franken.

Hoher Anteil an preisgünstigen Wohnungen

Die Kirchgemeinde hat ihre 2,5- und 3,5-Zimmer-Wohnungen noch nicht ausgeschrieben. Es sei auch noch nicht entschieden, ob es im viergeschossigen Haus sieben oder acht Wohnungen geben werde, sagt Kirchenratspräsident Alfons Heggli. «Im obersten Stock ist eine grössere Familienwohnung denkbar.» Überhaupt ist derzeit vieles unklar. Etwa die Höhe der Mieten und die Vergabekriterien für die Wohnungen, die gemäss Heggli «zu mindestens 50 Prozent» preisgünstig sein würden. Offen ist noch, wie genau das Erdgeschoss genutzt werden wird. Geplant ist jedenfalls ein Raum mit 40 Plätzen, der «zur Belebung des Dorfes» beitragen soll. «Unser Wunsch ist es, dass es dort ein Begegnungscafé gibt. Neben gutem Kaffee können hier auch verschiedene kulturelle Angebote einen Platz haben. Und wenn möglich, sollten die Räume auch für private Anlässe zur Verfügung stehen», sagt Heggli. Über die konkrete Nutzung wird die Kirchgemeindeversammlung voraussichtlich kommenden Herbst befinden.

Gemeinde plant Bauten

Die Eigentümerin des Grundstücks auf der Nordseite des Maihölzliwegs – die Wiese hinter der Bushaltestelle Dorf – ist die Gemeinde Hünenberg. Der im September 2017 verabschiedete Bebauungsplan schliesst dieses ein und sieht darauf zwei Gebäude vor. Eines könnte als neues Gemeindehaus dienen, im anderen sind grösstenteils Wohnungen vorgesehen. Die Planungen dafür sind mittlerweile angelaufen, sagt der Bauchef Thomas Anderegg. Voraussichtlich im Rahmen des Budgets für das Jahr 2021 wird der Gemeinderat den Kredit für die Vorarbeiten hinsichtlich des Wettbewerbsverfahrens beantragen.

Bei der Jego AG zeigt man sich zufrieden mit dem bisherigen Absatz. Das gilt ebenfalls für die Vermietungen im Gewerbebereich, wo die Migros als Ankermieterin gewonnen werden konnte, wie schon länger bekannt ist. Die restlichen Dienstleistungsflächen seien zu einem Grossteil verkauft, sagt Mauro Bonani, unter anderen an die seit 1985 in Hünenberg niedergelassene Drogerie Dorfgässli. Aus der Sicht der Firma sei diese Überbauung etwas Besonderes. Einerseits, weil das Unternehmen selbst in Hünenberg ansässig sei und Bonani selbst dort lebe. Andererseits, weil sie im Ortszentrum entstehen wird, was dem Geschäftsleiter zufolge immer mit grossen Herausforderungen verbunden ist. Diese Bezeichnung beinhaltet auch die Zahl an Einsprachen. Auch beim Projekt Maihölzli gab es mehrere Einsprecher. Diese hatten unter anderem den Abstand zum Friedhof und den Erhalt von Bäumen zum Thema, führt Bonani aus. Schliesslich habe man mit den Einsprechern «einen sinnvollen Kompromiss» erzielt. Die Bevölkerung war stark in die Planung eingebunden. So wurde etwa ein Bebauungsplan erstellt und über eine Umzonung befunden. Zum Projekt zählt zudem das Nachbargrundstück auf der anderen Seite des Maihölzliwegs, das der Gemeinde gehört (siehe Box).

Die Verkehrsteilnehmer sind nicht betroffen

Sieben Jahre nach den ersten Diskussionen lag vergangenen Herbst die Baubewilligung für die drei Häuser vor. Gemäss Mauro Bonani von der Jego AG soll Anfang April der Abbruch der gegenwärtigen Gebäude beginnen. Bis dahin werden Massnahmen zum Schutz der umliegenden Areale getroffen, unter anderen wird eine Schutzwand ringsum errichtet, also auch zur Chamerstrasse hin. Apropos: Im Gegensatz zu den erwähnten Arbeiten des Kantons sollten die Abbruch- und Bauarbeiten für das «Maihölzli» auf der Hauptstrasse im Dorf zu keinen Einschränkungen führen.