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Im Innovationspark in Rotkreuz soll das Wissen fliessen

60 Mitglieder hat der Innovationspark Zentralschweiz bereits. Nun wurden die neuen Räumlichkeiten in Rotkreuz bezogen.
Christopher Gilb
Eindrücke aus dem Innovationspark: das Team der WWZ arbeitet an neuen Ideen. (Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 30. September 2019)Eindrücke aus dem Innovationspark: das Team der WWZ arbeitet an neuen Ideen. (Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 30. September 2019)
Geschäftsführer Sem Mattli (links) im Gespräch mit Gianni Bomio im Lunchbereich. (Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 30. September 2019)Geschäftsführer Sem Mattli (links) im Gespräch mit Gianni Bomio im Lunchbereich. (Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 30. September 2019)
Mattlis Kolleginnen Melissa Kneubühler (links) und Aline Buschauer treffen Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier. (Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 30. September 2019)Mattlis Kolleginnen Melissa Kneubühler (links) und Aline Buschauer treffen Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier. (Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 30. September 2019)
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Hier soll das Wissen fliessen

Nun ist der Innovationspark Zentralschweiz im Haus Suurstoffi 18 in Rotkreuz eröffnet. Vor zwei Monaten ist er hier eingezogen. Insgesamt zwei Jahre lang hatte er sich zuvor in einem 400 Quadratmeter grossen Provisorium befunden. In den 1500 Quadratmeter grossen neuen Räumlichkeiten stünde nun endlich genug Platz zur Verfügung, freut sich Sem Mattli. Der 41-jährige ETH-Ingenieur ist seit 1. Februar Geschäftsführer des Parks, der auf eine gemeinsame Initiative von Wirtschaft, Wissenschaft und den Zentralschweizer Kantonen zurückgeht.

Ausbaukosten liegen bei 1,5 Millionen Franken

Die Kosten für den Ausbau des Innovationsparks beliefen sich gemäss Geschäftsführer Sem Mattli auf «etwas weniger als 1,5 Millionen Franken». Diese sind durch die Vermieterin, Zug Estates, vorfinanziert und werden in Raten zurückbezahlt. Zudem gewährt die Zug Estates eine stark reduzierte Miete in der Aufbauphase. Der operative Betrieb finanziert sich über die Beiträge der Mitglieder. Die Kantone sind über den Innovationstransfer Zentralschweiz (ITZ) beteiligt. Dieser ist mit einer 10-Jahr-Kernmitgliedschaft im Innovationspark engagiert und leistet darüber hinaus eine Anschubfinanzierung für den Ausbau. Weiter sind die sechs Zentralschweizer Kantone als Basic-Mitglieder engagiert. Der Kanton Zug und die Gemeinde Risch-Rotkreuz beteiligen sich zusätzlich an den Mietkosten. «Dadurch haben wir eine Anschubfinanzierung für die nächsten vier Jahre, danach muss der Innovationspark selbsttragend sein.» Ziel ist, dass der
Innovationspark vom nationalen Netzwerk Switzerland Innovation akkreditiert wird. Damit soll die gesamtschweizerische Wahrnehmung der wirtschaftlichen Stärken der Region verbessert werden. Das entsprechende Aufnahmeverfahren laufe. (cg)

Stolz zeigt Mattli das dreidimensional aus Holz gefertigte Logo – ein Haus, das nach oben geöffnet ist. Es soll den Innovationspark repräsentieren. Denn dieser bietet die Infrastruktur, die dann mit Innovationen gefüllt werden muss. «Wir sind hier ein Art Innovationslabor», formuliert es Mattli. Er gibt unserer Zeitung eine kleine Führung. «Der erste Flügel wird flexibel genutzt, hier finden beispielsweise Konferenzen, Workshops und auch Referate statt.» Der nächste Korridor besteht aus offenen Arbeitsbereichen und abtrennbaren Workshopräumen, die nach Bedarf gemietet werden können.

Angefangen mit 34 Mitgliedern

Im dritten Korridor des Parks haben unter anderen die Kernmitglieder ihre festen Räumlichkeiten – die V-ZUG, Zug Estates, Otto Fischer, die allthisfuture AG, das Innovationslabor der WWZ, die HHM Gruppe sowie ITZ InnovationsTransfer Zentralschweiz. 40000 Franken pro Jahr kostet eine Kernmitgliedschaft. Dafür haben die Kernmitglieder eine Repräsentanz im Innovationspark und können mit einem eigenen Team vor Ort sein. Mattli sagt:

«Es kann von Vorteil sein, gewisse Teams nicht am Hauptsitz des Unternehmens zu haben. Gerade Teams, die sich mit Innovationen und neuen Geschäftsmodellen beschäftigen, arbeiten längerfristig, das kann sich mit dem Tagesgeschäft, das sonst vorherrscht, beissen.»

Nebst der Kernmitgliedschaft gibt es noch zwei weitere Mitgliedschaftsmodelle.

Angefangen hat der Innovationspark mit 34 Mitgliedern, inzwischen sind es 66, wovon 53 aus der Industrie stammen. Bis auf Nidwalden sei aus jedem Zentralschweizer Kanton mindestens ein Unternehmen vertreten. Themenschwerpunkt ist «Building Excellence». Angesprochen werden also Unternehmen, die im Bereich Gebäudetechnik und Bau tätig sind. Eine gewichtige Branche in der Zentralschweiz. «Und diese Branche wird im Moment von der Digitalisierung, der Energiewende und der immer stärker werdenden Komplexität stark gefordert», führt Mattli aus. «Und daher merken viele Firmen, dass sie das gar nicht mehr alleine machen können und sich vernetzen müssen.»

Der Innovationspark soll dabei helfen. Bereits seien etliche Projekte aus dem Park heraus entstanden. Um solche Projekte anzustossen, hat der Innovationspark sogenannte Sprintgruppen ins Leben gerufen, bei denen verschiedene Themen mit Forschern und Entwicklern zusammengebracht werden, um einen Prototyp zu entwickeln. «So kann gezielt Wissen aus der Forschung zu Wirtschaftspartnern gebracht werden», so Mattli. Auch die Hochschule Luzern ist mit Teams und einem eigenen Projektraum im Innovationspark vertreten. Betreut wird der Park von Mattli und zwei Kolleginnen. Unterstützt werden sie von Gianni Bomio, dem langjährigen Generalsekretär der Zuger Volkswirtschaftsdirektion, der sich mit seinem damaligen Chef, Regierungsrat Matthias Michel, stark für die Gründung des Parks einsetzte. Er wird gelegentlich den Nutzern mit seiner Expertise zur Verfügung stehen. «Es ist wirklich eine ganz andere Art zu arbeiten», stellt Bomio fest.

Doch, was bedeutet es, wenn verschiedene Firmen und damit mitunter Konkurrenten plötzlich zu Partnern werden? Wer Mitglied im Innovationspark sei, müsse prinzipiell eine Grundvertraulichkeitsvereinbarung unterschreiben und sich zur Einhaltung der Werte verpflichten, sagt Mattli. «Was wir aber merken, ist, dass die Firmen bei generellen Projekten sehr schnell zur Kooperation bereit sind.» Wenn es dann jedoch mehr in den Kern und ins Konkrete hineingehe, nehme die Bereitschaft etwas ab. Daran müsse noch gearbeitet werden.

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