Im Kanton Zug gibt es nur wenige Wohnungen, die leer stehen

Die Nachfrage nach Wohnraum bleibt im Kanton Zug anhaltend hoch. Trotzdem steigt der Leerwohnungsbestand im Kanton Zug minim an. Geschuldet ist dies aber vor allem einer Harmonisierung bei der Erhebungsmethodik.

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(haz) In der Schweiz ist in den letzten Jahren ein Trend zu mehr leerstehenden Wohnungen festzustellen. So liegt die Leerwohnungsziffer im Durchschnitt aller Kantone per 1. Juni 2020 neu bei 1,72 Prozent, was laut Medienmitteilung der Zuger Baudirektion einem Anstieg der Leerwohnungen um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Kanton Zug weist nach dem Kanton Genf am zweitwenigsten Leerwohnungen auf. Am 1. Juni 2020 wurden im ganzen Kanton gemäss einer Zählung des Kantons und der Gemeinden 416 Wohnungen zur Miete oder zum Kauf angeboten; 172 mehr als vor einem Jahr. Die Leerwohnungsziffer liegt somit bei 0,7 Prozent.

Geringe Zunahme

Im Vergleich zu den Erhebungen der letzten Jahre nahm der Leerwohnungsbestand im Kanton Zug 2020 von rund 0,4 Prozent auf 0,7 Prozent zu. Dieser Effekt beruht – zumindest teilweise – auf einer leicht angepassten Erhebungsmethodik. Bei der letzten Leerwohnungszählung vom 1. Juni 2019 zeigten sich laut Medienmitteilung einige wenig plausible Auffälligkeiten: Mehrere Gemeinden wiesen keine einzige leerstehende Wohnung aus, in einer anderen Zuger Gemeinde betrug der Leerwohnungsanteil jedoch über 5 Prozent – bei einem kantonalen Mittel von 0,4 Prozent.

Zählmethodik angepasst

Hinweise zu den Daten

(haz) In der Leerwohnungszählung gelten (anders als bei der Gebäude- und Wohnungszählung) nur diejenigen Wohnungen als Leerwohnungen, die auf dem Markt zur Dauermiete beziehungsweise zum Kauf angeboten werden. Es werden alle bewohnbaren Wohnungen berücksichtigt, unabhängig davon, ob sie möbliert oder nicht möbliert sind; mitgerechnet werden auch leer stehende Ferien- oder Zweitwohnungen, sofern sie das ganze Jahr bewohnbar sind.

Unter der Leerwohnungsziffer versteht man den prozentualen Anteil der leer stehenden Wohnungen (Stichtag: 1. Juni) am Gesamtwohnungsbestand der registerbasierten Gebäude- und Wohnungsstatistik (GWS) des Vorjahres.

Dies veranlasste die Baudirektion, gemeinsam mit den Gemeinden die Erhebungsmethodik im Kanton genauer zu analysieren und zu harmonisieren. Neu werden die am Stichtag zur Miete oder zum Kauf angebotenen Wohnungen gezählt. Als Grundlage dazu dient eine Auswertung der 17 grössten Online-Immobilien-Plattformen der Schweiz, die anschliessend von den Gemeinden auf ihre Plausibilität überprüft wird. Die neue Methodik – die mit dem Bundesamt für Statistik koordiniert ist – hat im Kanton Zug einen leichten Bruch in den Erhebungsreihen zur Folge. Gemeinden und Kanton sind jedoch überzeugt, nun über eine zuverlässigere und einheitlichere Datenbasis zu verfügen. Die Baudirektion geht aufgrund eigener Berechnungen davon aus, dass der Leerwohnungsbestand ohne diese Methoden-Harmonisierung leicht von 0,41 Prozent auf zirka 0,5 Prozent angestiegen wäre.

Hinweis: Weitere Informationen zum Wohnungswesen gibt es hier und hier.

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