Im Kinder- und Jugendtheater Zug werden Theaterpiraten zu Räuberbanden

Das Kinder- und Jugendtheater Zug startet mit «Ronja Räubertochter» frech und spritzig in die neue Saison.

Sina Engl
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Vollen Einsatz zeigen die Theaterpiraten für ihr aktuelles Stück.

Vollen Einsatz zeigen die Theaterpiraten für ihr aktuelles Stück.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 29. August)

In einer geheimnisvollen Nacht tanzt ein Räubervolk durch den Wald. Als ein heftiges Gewitter aufzieht, wird die mächtige Mattisburg der Räuber in zwei geteilt. Beide Gebäudeteile sind nun getrennt durch eine tiefe Schlucht: den Höllenschlund. Genau in diesem erschütternden Moment wird ein junges Mädchen geboren. Ronja Räubertochter. Ronja wächst als Tochter des Räuberhäuptlings Mattis auf der Mattisburg auf. Eines Nachts zieht ein verfeindetes Räubervolk, die Borkasippe, in den abgespalteten Nordteil der Burg ein. Ronja trifft auf Birk Borkasohn und bei ihren gemeinsamen Waldabenteuern werden sie zu besten Freunden. Doch steht diese Freundschaft auch über der Feindschaft der beiden Familien?

Mit der Premiere von «Ronja Räubertochter» sorgt das Kinder- und Jugendtheater unter der Regie von Mirjam Dettwiler und Mirjam Walker für einen fulminanten Saisonstart. Präsentiert wird das Stück von 18 jungen Schauspielern der 4. bis 6. Klasse. Die Gruppe «Theaterpiraten» zog sich während zehn Tagen ins westschweizerische Lajoux zurück, um das Stück einzustudieren. «Wir haben jeden Tag fast sechs Stunden geprobt, das war schon ziemlich streng», erzählt Juri Fürrer, der als Räuberhäuptling Mattis eine der wichtigsten Nebenrollen besetzt. Der junge Schauspieler ist seit sechs Jahren im Kinder- und Jugendtheater dabei und bringt so bereits viel Erfahrung mit.

Doch bei den Theaterpiraten ist stets auch Platz für Neulinge. «Es haben Kinder mitgespielt, die seit mehreren Jahren dabei sind, aber auch welche, die erst das erste oder zweite Mal mitspielen», meint Eva Dzengan, eine junge Schauspielerin aus Baar.

Einfaches Bühnenbild, wilde Kostüme

Der Kinderbuchklassiker «Ronja Räubertochter» von Astrid Lindgren wurde speziell für das Theater zeitgerecht adaptiert. Das Stück wird von den Theaterkindern auf Schweizerdeutsch aufgeführt. Das Bühnenbild der Theaterpiraten ist einfach gehalten. Gebildet durch zwei Palettentürme, sind nur die Umrisse der beiden Burgen zu sehen. Dafür stechen die Kostüme der Theatergruppe umso mehr heraus.

Weite, teilweise zerfetze Hosen und Tücher zeugen vom Leben im Wald. In roten und grünen Farben werden die beiden Räuberbanden unterschieden und zerzauste Haare sind die Folge von wilden Waldabenteuern. In der zweiten Hälfte des Stücks entführt Ronjas Vater Mattis den Borkasohn Birk und will der Borkasippe einen Tauschhandel vorschlagen. Doch Ronja stellt sich gegen ihren Vater. Sie springt über den Höllenschlund auf die Borkafestung und macht so den Tauschhandel auch für ihre Familie notwendig. Zurück auf ihren Teilen der Burg wollen Ronja und Birk die ständigen Streitereien der Banden aber keinen Tag länger aushalten.

Sie verschwinden in eine Berghöhle im Wald und verbringen dort gemeinsam den Sommer. Die Geschichte erzählt von einer wunderbaren Freundschaft, die schlussendlich sogar zwei verfeindete Familien wieder vereint. Am Ende des Stücks schliessen sich die beiden Banden zusammen und entscheiden bei einem Schwertduell über die Führung.

«Die Schwertkampf-Szene am Ende des Stücks ist meine Lieblingsszene», meint Juri und führt aus: «Ich habe bei diesem Projekt vor allem dazugelernt, dass man im Theater nie zu laut sein kann!»

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