Im Unterfeld zwischen Zug und Baar künden Vorboten von einer viel grösseren Baustelle

Der Gewässerschutzverband legt am Nordende des Gebiets Unterfeld eine Leitung für Siedlungsabwässer um. Die Arbeiten dauern bis Ende Jahr und sind notwendig, weil dieses Areal bald einmal überbaut werden soll.

Marco Morosoli
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Die Gemeinden Zug und Baar sind in den letzten Jahren mehr oder weniger zusammen gewachsen. Ein kleiner Rest grösstenteils noch unbebauter Fläche findet sich einzig westlich der SBB-Strecke Zug - Baar - Zürich und zwar zwischen der Haltestelle Baar Lindenpark und dem Gewerbegebiet Oberneuhof. Das ändert sich in naher Zukunft.

Die Bauarbeiten des Gewässerschutzverbands sollen bis Ende Jahr vorbei sein.

Die Bauarbeiten des Gewässerschutzverbands sollen bis Ende Jahr vorbei sein.

Bild: Stefan Kaiser (Baar, 11. August 2020)

Die ersten Vorboten für die Überbauung des Unterfelds sind schon jetzt sichtbar. An der nördlichen Grundstückgrenze – zum Neuhofbach hin – sind neulich Baumaschinen aufgefahren. Im ersten Arbeitsgang verlegen die Bauarbeiter in unmittelbarer Nachbarschaft des vorerwähnten Bachs in einer Tiefe von vier bis fünf Metern eine neue Abwasserleitung. Dies bestätigt Othmar Geiser vom Gewässerschutzverband der Region Zugersee-Küssnachtersee-Ägerisee (GVRZ).

Es handelt sich dabei um Betonrohre mit einem Durchmesser von einem Meter. Laut Geiser lässt der GVRZ rund 260 Meter Leitung für Siedlungsabwasser in ein anderes Trassee legen. Dieses führt heute westlich der SBB-Bahnlinie Zug - Zürich quer unterhalb einer Grünfläche in Richtung der Nordstrasse durch.

Den Baumbestand rührt niemand an

Die Umlegung der Leitung an den nördlichen Rand des Unterfelds nutzt der Gewässerschutzverband auch dazu, um mehrere Zugangsschächte zu erstellen. Die Bauherrschaft betont dabei, dass die Baumreihe im nördlichen Teil des Unterfelds nicht angefasst würden.

In einem ersten Arbeitsgang erstellen die Bauarbeiter das Trassee für die neue Leitung. Dazu müssen gemäss einer Mitteilung der Gemeinde Baar Spundwände in den Boden getrieben werden. Derweil erfolgt die Ableitung der Siedlungsabwässer über die bereits bestehenden Leitungen in Richtung der Abwasserreinigungsanlage Schönau (Gemeinde Cham). Ist dieses Werk vollendet und an das bestehende System angeschlossen, gehe es, so Geiser von der GVRZ, an den Rückbau der heute bestehenden Leitung. Diese Abfolge der Arbeitsschritte lässt es zu, dass die Kunden von diesem neuen Regime gar nichts merken würden.

Aus einem Projekt sind nun zwei geworden

Der Gewässerschutzverband beziffert die Kosten für die Umlegung seiner Leitung im Bereich Unterfeld auf circa 2,5 Millionen Franken. Der Rückbau der heute genutzten Leitung ist in dieser Summe enthalten. Die Spundwände finden auf dem gleichen Gelände dereinst wieder Verwendung. Die Bauarbeiten sollen bis Ende Jahr fertig sein. Die Spundwände finden dereinst bei der Überbauung im Bereich des Unterfelds Verwendung.

Bereits vor mehr als fünf Jahren lag ein ausgearbeitetes Projekt für das Gebiet Unterfeld vor. Bei diesem Wurf ruderten die Gemeinden Zug und Baar noch im gleichen Boot und in die gleiche Richtung. Doch im Februar 2017 erlitt die Erstellung eines neuen Quartiers an der Urne Schiffbruch. Die Zuger Stimmbürger sagten zwar Ja, aber die Baarer, die in der Vergangenheit Bauvorhaben jeweils mehr oder weniger abgesegnet hatten, stellten sich für einmal quer. Die Konsequenz daraus: Jede Gemeinde schaut selber weiter.

Die Baarer Entscheidungsträger haben auf die Überholspur gewechselt. Nach Workshops und der Festlegung eines Quartiergestaltungsplans können die Stimmberechtigten am bevorstehenden 27. September über die Teilrevision der Bauordnung und des Zonenplans befinden. Wie es auf dem Zuger Teilbereich weitergeht, ist hingegen noch unklar.

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