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Immer mehr Zuger setzen beim Einkauf auf Regionalität

Frische Erzeugnisse direkt ab Hof sind ungebremst beliebt – mit steigender Tendenz. Der Bauernverband regt an, dass das bereits grosse Angebot im Kanton erweitert wird. Damit die Wertschätzung von regionalen Produkten noch weiter steigt.
Andreas Faessler
Die Kundschaft schätzt die Frische der Produkte und die Nähe zum Hersteller. Daniela Hadorn vom Enikerhof in Cham sorgt für Freiland-Nüsslisalat-Nachschub im Hofladen. (Bild: Stefan Kaiser (6. Februar 2019))

Die Kundschaft schätzt die Frische der Produkte und die Nähe zum Hersteller. Daniela Hadorn vom Enikerhof in Cham sorgt für Freiland-Nüsslisalat-Nachschub im Hofladen. (Bild: Stefan Kaiser (6. Februar 2019))

Frisch soll es sein, schmackhaft und so naturbelassen wie möglich. Regionale Produkte direkt ab Hof sind beliebt. Nicht nur wird jeglicher Zwischenhandel umgangen, sondern die Kundschaft sieht mit eigenen Augen, woher das Produkt stammt, das sie beim Hersteller gleich um die Ecke kauft.

Im Kanton Zug gibt es nicht weniger als 80 Anbieter von Produkten, die vor Ort wachsen und/oder hergestellt werden; von der Blume zum Selberschneiden bis zum hausgemachten Brand, zur selbstgekochten Konfitüre oder zum Selbstbedienungs-Milchautomaten. Die Palette der Hofläden in Zug ist breit. Einige von ihnen passen Sortiment und zuweilen auch Öffnungszeiten der Jahreszeit entsprechend an, andere haben in der einen Saison Hochkonjunktur andere in einer anderen.

Für den Naturhof Schönegg in Rotkreuz etwa ist der Sommer die Hauptjahreszeit. «Dann haben wir vor allem viel Früchte und Gemüse, und unser Laden ist besonders gut besucht», sagt Betreiberin Franziska Kuhn-Heggli. Dass der Einkauf direkt ab Hof so beliebt ist, liege einerseits an der Frische der Produkte, die quasi direkt vom Feld in den Einkaufskorb wandern und sich somit besser halten. Andererseits entstünden im Hofladen angeregte Gespräche, und die Kundschaft erfahre aus erster Hand, wie die Produkte hergestellt werden, was wann reif und erhältlich ist und vieles mehr. «Und dass wir ein zertifizierter Biobetrieb sind, ist sicher auch ein Pluspunkt. Das schätzen die Leute», so Franziska Kuhn.

Nahrungsmittelindustrie weckt Verunsicherung

Ähnliche Gründe für die feststellbar wachsende Beliebtheit des Einkaufs ab Hof führt Daniel Rüttimann an, der zusammen mit Mutter Marie-Theres und Partnerin Daniela Hadorn den Enikerhof in Cham führt. «Immer mehr Leute setzen explizit auf Regionalität und schätzen dabei den direkten Kontakt zum Produzenten ihres Vertrauens.»

Aus Erfahrung weiss er, dass auch manche durch die Nahrungsmittelindustrie verunsichert seien, weil sie nicht wüssten, mit welchen Zusätzen die Ware versetzt sei. Was auf dem Enikerhof vor allem im Sommer besonders guten Absatz findet, sind Saisonfrüchte. Im Winter setzt man mehr auf Eingemachtes. Und Wintergemüse ist gefragt: «Wir verkaufen aktuell viel Freiland-Nüsslisalat», so Rüttimann.

Regionalität vermittelt ein besseres Gefühl

Die zunehmende Popularität von Hofläden und dem Einkauf von Produkten direkt beim Landwirt beobachtet man auch beim Zuger Bauernverband gern. «Und wir denken, dass die Beliebtheit weiterhin wachsen wird», sagt der Menzinger Ueli Staub, Geschäftsführer der Zuger Bauern. Wie man es beim Naturhof Schönegg, beim Enikerhof und mit Sicherheit auch bei weiteren Anbietern im Kanton Zug immer wieder feststellt, sieht auch Ueli Staub den Hauptgrund darin, dass die Kundschaft genau weiss, was sie im Einkaufskorb hat und woher es stammt. «Regionalität vermittelt schlicht ein besseres Gefühl, man erhält sämtliche Informationen direkt vom Hersteller.

Und nicht zuletzt spielt die bewusste, gesunde Ernährung eine zentrale Rolle», so Staub. Darum sei es für die Direktvermarkter Ansporn, die Bedürfnisse der Kundschaft zu eruieren, sich den steigenden Anforderungen zu stellen und sich zu professionalisieren, «denn Auflagen und Ansprüche an Direktvermarkter sind in letzter Zeit gestiegen», weiss Ueli Staub.

Einen Beitrag zur Förderung von Anbietern leistet der Verband, indem er eine Übersicht gibt, wo im Kanton Direktvermarkter zu finden sind und was sie verkaufen. Auf der Homepage der Zuger Bauern (www.zugerbv.ch) oder auf www.vomhof.ch kann gezielt nach Anbietern gesucht werden.

Es ist nicht nur eine Dienstleistung gegenüber der Kundschaft, sondern vor allem auch gegenüber den Bauern, und man wolle damit auch die Wertschätzung von regionalen Produkten noch weiter steigern. «Wir möchten deshalb weitere Landwirtschaftsbetriebe motivieren, ihre Erzeugnisse zum Direktverkauf anzubieten. Auch solche ohne eigenen Hofladen.» Man mache die Anbieter auch auf die Möglichkeiten der bargeldlosen Bezahlung via Twint aufmerksam. So können Kundinnen und Kunden ohne Bargeld mit dem Smartphone bezahlen.

Und die Kinder können etwas lernen

Weiter zeigt sich: Es sind nicht nur die unmittelbare Regionalität, die Produktfrische und der persönliche Kontakt zum Hersteller, was die Direktvermarktung so attraktiv macht. Franziska Kuhn vom Naturhof Schönegg: «Gerade Familien mit Kindern kommen vermehrt gerne vorbei, um zu sehen, woher es kommt, was sie essen. Und wie es produziert wird.» Somit erhält das Konzept gar eine pädagogische Komponente.

Und diese Entwicklung ist letztendlich sicher zu begrüssen – in einer globalisierten und (über)industrialisierten Zeit wie der heutigen, in der man immer wieder von Kindern liest, die glauben, der Ursprung der Milch sei die Tüte.

Eine weitere umfassende Auflistung von Hofläden und Direktvermarkter im Kanton Zug ist zu finden unter www.hofladen-zug.ch

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