IMMOBILIEN: So will Zug preisgünstige Wohnungen schaffen

Die Stadt Zug will den Anteil von preisgünstigen Wohnungen steigern. Der Stadtrat hat am Montag vorgestellt, wie die Initiative «Wohnen in Zug für alle» umgesetzt werden soll.

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Verdichten, städtische Grundstücke abgeben und Genossenschaften unterstützen: So will die Stadt Zug die Initiative «Wohnen in Zug für alle» umsetzen. (Archivbild Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Verdichten, städtische Grundstücke abgeben und Genossenschaften unterstützen: So will die Stadt Zug die Initiative «Wohnen in Zug für alle» umsetzen. (Archivbild Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Vor zwei Jahren hat das Stimmvolk die Initiative «Wohnen in Zug für alle» mit 52 Prozent angenommen und damit den Stadtrat aufgefordert, preisgünstigen Wohnraum zu schaffen und zu erhalten. Am Montag hat nun der Stadtrat seine Ideen präsentiert, wie er die Initiative umsetzen will.

Verdichtung: In der Stadt sind auf den Arealen entlang der Gubel- und der General-Guisan-Strasse, der Nord- und der Baarerstrasse sowie in der Äusseren Lorzenallmend Verdichtungen vorgesehen. Im Gegenzug setzt die Stadt einen Anteil an preisgünstigem Wohnraum fest, der darauf erstellt werden muss.

Abgabe von städtischen Grundstücken: Mittel- bis langfristig besteht auf städtischen Grundstücken an der Industriestrasse und auf dem Gaswerkareal die Möglichkeit, preisgünstigen Wohnungsbau zu fördern. Und es stehen der Stadt zweckgebunden 6,6 Millionen Franken für den Landerwerb zu Gunsten des preisgünstigen Wohnungsbaus zur Verfügung. Die Grundstücke können Wohnbaugenossenschaften und gemeinnützigen Bauträgern zu ermässigten Preisen zum Verkauf oder im Baurecht abgegeben werden.

Förderung von Genossenschaften:Informationen über allfällige verkaufswillige Grundeigentümer macht die Stadt im Sinne eines Erstkontakts Wohnbaugenossenschaften und anderen gemeinnützigen Bauträgern zugänglich. Ausserdem will die Stadt die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen, damit sie in Zukunft Beiträge an die Erstellung und die Renovation von preisgünstigem Wohnraum sprechen kann.

Die Umsetzungsstrategie des Stadtrates kommt nun vor das städtische Parlament. «Preisgünstiger Wohnungsbau, ursprünglich ein linkes Anliegen, ist heute politischer Mainstream, der bis tief ins bürgerliche Lager unterstützt wird. Die Stadt kann es aber nicht alleine richten. Es braucht Genossenschaften, gemeinnützige Bauträger wie die Korporation oder die städtische Pensionskasse sowie Private», sagt Stadtpräsident Dolfi Müller.

Preisgünstige Wohnungen

Preisgünstiger Wohnraum ist nicht zu verwechseln mit billigem Wohnraum. Vielmehr sind damit Wohnungen gemeint, die finanziell tragbar sind. Der Stadtrat hat für Zug eine Maximalmiete von 2470 Franken für eine 4.5-Zimmerwohnung festgesetzt (ohne Nebenkosten). Auf dem freien Markt müsste derzeit für eine solche Wohnung rund 2900 Franken bezahlt werden. In der Stadt Bern gilt für dieselbe Wohnung eine Maximalmiete von 1100 Franken.

In der Stadt Zug gibt es bereits rund 2000 preisgünstige Wohnungen. 2009 hat die Stadt vier Zonen für preisgünstigen Wohnungsbau (Im Rank, Lüssi/Göbli, Schleife Nord, Mülimatt Oberwil) definiert. Dort entstehen in den nächsten Jahren rund 340 preisgünstige Wohnungen von privater Hand.

pd/rem