Zug Estates hat im Zentrum der Stadt grosse Pläne

Mitten im Kantonshauptort verfügt die Immobilienunternehmung über eine Fläche im Umfang von gut 60000 Quadratmetern. Dieses Areal, auf dem auch die Metalli steht, soll aktiv gestaltet werden. Hochhäuser sind möglich.

Harry Ziegler
Drucken
Teilen
Dank des neuen Hochhausreglementes wird verdichtetes Baune um das Einkaufszentrum Metalli zum Thema. (Bild: Werner Schelbert, 30. November 2017)

Dank des neuen Hochhausreglementes wird verdichtetes Baune um das Einkaufszentrum Metalli zum Thema. (Bild: Werner Schelbert, 30. November 2017)

Das Zuger Immobilienunternehmen Zug Estates arbeitete im vergangenen Jahr erfolgreich (siehe Box). Allerdings neigen sich Arbeiten, Verkauf und Vermietung der erstellten Wohn- und Geschäftsflächen auf dem Areal Suurstoffi in Rotkreuz dem Ende zu. Verwaltungsratspräsident Beat Schwab und CEO Tobias Achermann rechnen 2019 mit einem weiter steigenden Liegenschaftsertrag.

Höhere Dividende

(haz/sda) Das Immobilienunternehmen Zug Estates bleibt auf Wachstumskurs. Dank Vermarktungserfolge steigerte der auf die Region Zug fokussierte Immobilienentwickler den Gewinn kräftig. Die Aktionäre sollen am Erfolg der Gruppe mit höheren Dividenden teilhaben. Für 2019 erwartet die Gruppe dank weiterer Baufortschritte erneut ein erfolgreiches Jahr. Das Unternehmen erhöhte laut Geschäftsbericht 2018 den Liegenschaftenertrag um 11,8 Prozent auf 50,8 Millionen Franken und den Betriebsertrag um 8,3 Prozent auf 70,8 Millionen Franken. Zudem stieg der Portfoliowert um 9,1 Prozent per Ende 2018 auf 1,54 Milliarden Franken. Unter dem Strich verblieb der Immobilienfirma ein um 12,2 Prozent höherer Reingewinn von 38,8 Millionen Franken. Der Gewinn ohne Neubewertungserfolg legte um 8,9 Prozent auf 28,6 Millionen Franken zu. Der Verwaltungsrat schlägt nun die Erhöhung der Dividende auf 28 Franken von bisher 25 Franken je Aktie vor. Zudem sei beabsichtigt, ab der Generalversammlung 2020 jeweils eine Dividende mit einem jährlichen Wachstum von 10 Prozent zu beantragen. Dies, bis die Ausschüttungsquote ein Niveau von zwei Dritteln des operativen Gewinns erreicht – und solange keine grösseren Investitionstätigkeiten anfallen. An der Generalversammlung 2020 und 2021 soll ausserdem eine Sonderdividende aus dem Verkauf der Eigentumswohnungen im Gartenhochhaus Aglaya in der Suurstoffi Rotkreuz vorgeschlagen werden. Zuversichtlicher Ausblick Für das Geschäftsjahr 2019 rechnet Zug Estates dank des erwarteten Verkaufs einer ersten Tranche der Aglaya-Wohnungen mit einer markanten Steigerung des Betriebsergebnisses vor Abschreibung und Neubewertung. Das Konzernergebnis ohne Neubewertungserfolg werde wiederum über Vorjahr erwartet. Zudem geht Zug Estates von steigenden Mieterträgen aus. Gleichzeitig werde sich aber auch der Liegenschaftenaufwand aufgrund weiterer Unterhaltsarbeiten in den beiden Arealen Metalli Zug und Suurstoffi Rotkreuz erhöhen.

Aber auch wenn das Suurstoffi-Areal fertig bebaut ist, den Verantwortlichen der Zug Estates geht die Arbeit nicht aus. Denn mitten in Zug verfügt das Unternehmen über ein Areal, das mit rund 60 000 Quadratmetern Fläche gestaltet werden will. Die «Zentrumsareal» genannte Fläche, die das Einkaufszentrum Metalli, das Parkhotel, weitere Gebäude an der Industriestrasse sowie die Metallstrasse-Bleichimattweg-Bleichistrasse-Haldenstrasse umfasst, soll mit einem Investitionsvolumen von etwa 300 bis 400 Millionen Franken gestaltet werden. Mit einem durchaus hohen Anspruch. «Die Entwicklung des Zentrumsareals ist mehr als ein Immobilienprojekt», sagte Verwaltungsratspräsident Beat Schwab. «Wir gestalten aktiv einen Teil der Stadt Zug.»

Hochhäuser sind möglich

Eine Zone für verdichtetes Bauen Bereits steht fest, dass auf dem Zentrumsareal wohl eine Mischform bei den Bauten angewendet wird. Laut Zug-Estates-CEO Tobias Achermann dürfte sich dies zwischen Sanierung und Ersatz bestehender Bauten und Neubauten bewegen. Es handelt sich beim Zentrumsareal, mindestens, was einen Teil des Einkaufszentrums Metalli und der Baarerstrasse betrifft, um eine Hochhauszone.

Gemäss Hochhausreglement der Stadt Zug wären hier Hochhäuser bis zu 60, punktuell bis zu 80 Metern Höhe möglich. Zudem liegt das Areal zu 70 Prozent im Verdichtungsgebiet, das eine Ausnützungsziffer bis 3,5 zulässt. Das heisst beispielsweise, dass die anrechenbare Geschossfläche im Areal Metalli von rund 63 000 Quadratmeter auf maximal rund 82 000 Quadratmeter erhöht werden kann. Das Verdichtungspotenzial beträgt gut 30 Prozent.

Aktuell erarbeiten Zug Estates und die Stadt Zug aufgrund der Masterplanung von 2018 eine Planungsvereinbarung. Diese sollte, so Verwaltungsratspräsident Beat Schwab, im Sommer oder Herbst dieses Jahres unterschrieben sein. Danach würde ein Richtprojekt erarbeitet, mit dem Ziel eines Bebauungsplans.

Laut Schwab soll die Öffentlichkeit mit einbezogen werden. Der Zeitplan sieht vor, dass der Bebauungsplan nicht vor dem Jahr 2022 rechtskräftig sein wird. Das anschliessende Baubewilligungsverfahren und die Projektierung dürften dauern. Es ist nicht vor 2024 mit einem Baustart zu rechnen.

In den Büros in der Rotkreuzer Suurstoffi riecht es nach Wald

Der neue Campus der Hochschule Luzern wird bald bezugsbereit sein. Ein Rundgang über die grösste Baustelle im Boomquartier Suurstoffi appelliert an die Vorstellungskraft. Dabei verrät die Bauherrin, wer die teuersten Flächen des gesamten Areals gemietet hat.
Raphael Biermayr

Ein drehender Baum in Risch als Ausdruck von Nachhaltigkeit

Die Zug Estates plant am Westeingang des Suurstoffi-Areals eine Kunstinstallation der besonderen Art: Ein Baum, der sich mit Hilfe von selbstgewonnener Energie im Kreis dreht. Geht es nach den Verantwortlichen, sollen weitere Installationen in der Gemeinde folgen.
Christopher Gilb