Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Kanti Ennetsee: «In Cham geht die Post ab»

An der Urne entscheiden die Chamer über die «Teiländerung Zonenplan und Bauordnung neue Kantonsschule Allmendhof/Röhrliberg sowie den Standortbeitrag».Nun fand eine Infoveranstaltung statt.
Vanessa Varisco
Im Gebiet Röhrliberg beim Allmendhof in Cham soll dereinst die Kantonsschule Ennetsee entstehen. (Bild: Werner Schelbert)

Im Gebiet Röhrliberg beim Allmendhof in Cham soll dereinst die Kantonsschule Ennetsee entstehen. (Bild: Werner Schelbert)

An einer Frage scheiden sich aktuell die Geister in Cham: Soll in der Gemeinde die neue Kantonsschule Ennetsee entstehen? Nicht erstaunlich deshalb, dass der Lorzensaal gut besucht war. Den Chamern brennen offensichtlich viele Fragen unter den Nägeln. Um die Wogen zu glätten, veranstaltete die Gemeinde deshalb am Donnerstag einen Infoabend. Denn: Am 10. Februar stimmen die Chamer über die «Teiländerung Zonenplan und Bauordnung neue Kantonsschule Allmendhof/Röhrliberg sowie Standortbeitrag» ab.

Den Einstieg machte Gemeinderat Rolf Ineichen, Vorsteher Planung und Hochbau. Er betonte, dass erste Gespräche für Cham als Standort einer Kantonsschule bereits 2003 geführt wurden, und entkräftete damit das Argument der Gegner, die Kanti Ennetsee sei ein Schnellschuss.

Landammann und Bildungsdirektor Stephan Schleiss zog nach und erörterte den Bedürfnisnachweis. Laut aktueller Prognose wird für das Jahr 2035 mit 2370 Mittelschülern gerechnet – eine Anzahl Schüler, die die bestehenden Standorte Zug Lüssiweg und Hofstrasse sowie Menzingen nicht fassen könne. «Fazit: Der Bedarf ist gegeben», resümierte der Bildungsdirektor. Denn die neue Kantonsschule in Cham soll weitere 30 Klassen aufnehmen können. Eine Erweiterung auf 40 Klassen sei realisierbar. Weiter strich Schleiss Cham als idealen Standort für eine neue Mittelschule heraus. «Die Bevölkerungszahl wächst stetig. In der Gemeinde geht die Post ab», bekräftigt er.

Bei einem Nein müssten Alternativen gesucht werden

Dem schloss sich Finanzdirektor Heinz Tännler an: «Die Kantonsschule ist eine Chance für Cham.» Er führte weiter aus, dass eine dezentrale Schullandschaft weitaus sinnvoller sei als eine Grossschule. Würden die Chamer und Chamerinnen den Standort Allmendhof/Röhrliberg ablehnen, müssten nämlich Alternativen gesucht werden. Eine davon wäre, den Standort Lüssiweg auszubauen, wodurch eine «anonyme Bildungsindustrie entstünde», wie der Regierungsrat überzeugt ist.

Des Weiteren erläuterte Tännler den weiteren, zeitlichen Verlauf. «Läuft alles glatt, ist 2030 Schulbeginn», erklärte er. «Müsste ein neuer Standort gesucht werden und fänden wir einen solchen innert eines Jahres, würde sich der Schulbeginn ohnehin um mindestens sechs Jahre verzögern.» Das liess die Anwesenden im Lorzensaal aufhorchen, einige schüttelten entgeistert den Kopf. Ungläubig hakte eine Besucherin im Anschluss noch einmal nach, ob sie richtig gehört habe, dass erst in über zehn Jahren Schulbeginn sei. Die Experten bejahten das erneut.

Man wird sich nicht einig

Doch Cham als neuer Standort der Kanti Ennetsee findet nicht nur Befürworter. Erst kürzlich wurde ein Nein-Komitee mit Vertretern der Linksparteien, dem Verein Mehr Wert Cham und der IG Allmendhof gegründet. Moritz Keller von der IG Allmendhof nahm Stellung am Infoabend: «Wir sind nicht gegen eine Kantonsschule Ennetsee.» Man sei aber gegen gewisse Fakten. Dagegen beispielsweise, dass landwirtschaftliches Land umgezont werde. Er ergänzt, dass er oft zu hören bekommen habe, würde man dem Standort nicht zustimmen, stünde man mit leeren Händen da. «Das sehe ich als Drohung an», eröffnete er. Andere Stimmen aus dem Nein-Komitee, wie etwa Markus Jans, schlagen vor, das Pavatex-Areal als neuen Standort zu prüfen und keinesfalls einen Schnellschuss abzugeben. «Die Dringlichkeit für eine Umzonung ist nicht gegeben», hielt er fest: «Besser wir suchen in Ruhe einen neuen Standort. Ansonsten schreitet die Zersiedlung planlos voran.»

In der anschliessenden Fragerunde wurde deutlich: Man ist sich nicht einig. Vielen Besuchern stiess der Standortbeitrag von 20 Millionen Franken sauer auf. Ein Besucher sprach von «einer extremen Verschleuderung von Steuergeldern». Auch wurden Fragen gestellt, weshalb das Papieri-Areal nicht in Frage gekommen sei. Der Gemeinderat entgegnete, dass die dort wertvollen Gebäude erhalten werden sollen und es sich um ein Industrieareal handle, an dem Arbeitsplätze und Wohnungen geschaffen werden sollen. Immer wieder sprachen sich an diesem Abend allerdings auch Besucher für eine Kantonsschule Ennetsee aus. Mit der Infoveranstaltung konnten wohl längst nicht alle Bedenken ausgeräumt werden, doch immerhin einige Fragen geklärt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.