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Schulprojekt in Hünenberg: In kleinen Schritten zum Ziel

Das Familienklassenzimmer hat äusserst erfolgreich gestartet, weshalb sich auch andere Zuger Gemeinden für den besonderen Lösungsansatz bei Schulproblemen interessieren.
Charly Keiser
Besprechen das weitere Vorgehen zum Projekt Familienklassenzimmer der Hünenberger Schulen: Anja Dessler, Georges Raemy und Jürgen Biebel (von links). (Bild: Charly Keiser (Hünenberg, 31. Oktober 2018))

Besprechen das weitere Vorgehen zum Projekt Familienklassenzimmer der Hünenberger Schulen: Anja Dessler, Georges Raemy und Jürgen Biebel (von links). (Bild: Charly Keiser (Hünenberg, 31. Oktober 2018))

Wie geht man Probleme am besten an? Die Binsenwahrheit heisst: reden und diskutieren. Und dies wenn möglich mit allen Leuten, die «rund um das Problem» wichtig sind.

Genau diesen Ansatz verfolgt das sogenannte Familienklassenzimmer im Schulhaus Eichmatt in Hünenberg. «Wir lernten das Familienklassenzimmer bei einem Schulpsychologenkongress in Luzern kennen», schaut Georges Raemy, Leiter des Eichmatt Schulhauses in Hünenberg zurück. «Und die Schulleitung Hünenberg hat sich entschieden, auch so ein Projekt zu starten.»

Wichtiger Meinungsaustausch

Im Familienklassenzimmer profitieren Kinder in schwierigen schulischen Situationen von der engen Zusammenarbeit der Schule mit den Eltern. So macht sich eine erzielte Verhaltensänderung zu Hause und in der Schule positiv bemerkbar, wie die langjährigen Erfahrungen in Kriens zeigen. Eine Hünenberger Mutter fasst ihre Erfahrungen so zusammen: «Das Familienklassenzimmer hilft, nicht aufzugeben. Mit der Zeit wird man bewusster, stärker und zielorientierter. Der Meinungsaustausch ist wichtig – ich sehe, dass ich nicht alleine bin mit meinen Problemen.»

Doch wie genau funktioniert das Familienklassenzimmer, für das sich aktuell auch die Gemeinde Cham interessiert? Raemy verrät es. Die Schüler, die sich ungenügend an Regeln halten oder keine ausreichenden Arbeitsstrukturen kennen, erlernen diese Kompetenzen im Familienklassenzimmer mit aktiver Unterstützung ihrer Eltern und begleitet von Fachpersonen. Der Unterricht findet während eines Vormittags pro Woche im Familienklassenzimmer statt, wo es Platz für sechs bis acht Kinder mit je einem Elternteil gibt.

Schulkind und Elternteil besuchen mindestens zwölf Mal das Familienklassenzimmer. Es wird mit genau formulierten Zielen gearbeitet, die wöchentlich und gemeinsam ausgewertet werden. Nebst schulischen Interventionen, zum Beispiel die Beobachtungen und Unterstützung der Kinder bei den Hausaufgaben, werden Erfahrungen ausgetauscht. Kinder, Eltern und Lehrer befassen sich meist mit folgenden Themenbereichen: Verhalten in der Schule und zu Hause, Verhalten in der Gruppe, Konzentration, Motivation, Arbeitshaltung, Arbeitsstrategien sowie Selbststeuerung.

Kleine Ziele und Konsequenzenplan

Lehrer, Schüler und Eltern definieren «kleine Ziele», die von den Eltern, Kindern und Lehrern beurteilt werden. Die Ziele können auch im Familienklassenzimmer besprochen werden, wovon alle Teilnehmer profitieren. So unterstützen sich Eltern und Schüler gegenseitig. Eine wichtige Komponente des Familienklassenzimmers ist der Konsequenzenplan. Eltern und Schüler handeln dabei gemeinsam Belohnungen, Verzichte und Massnahmen aus.

Als Schulsozialarbeiter sei für ihn ein gemeinsamer Nenner wichtig. Darum habe es bei ihm sofort gefunkt, als er das Familienklassenzimmer kennengelernt habe, sagt Co-Leiter Jürgen Biebel. Co-Leiterin Anja Dessler ergänzt: «Mich hat das Zimmer als schulische Heilpädagogin auch sofort interessiert. Der systemische Ansatz funktioniert. Das Familienklassenzimmer löst Probleme, die zuvor unlösbar schienen.»

Seine Bilanz nach Abschluss des zweiten Familienklassenzimmers sei positiv, sagt ein Vater, der mit seinem Sohn mitmacht. «Wir würden beide gerne weitermachen, wie andere ‹Wiederholungstäter› vor uns.» Begeistert vom Projekt und dessen beiden Leitern ist Georges Raemy. «Das Familienklassenzimmer funktioniert sehr gut, wir möchten die anderen Gemeinden animieren, eigene Zimmer aufzubauen und/oder mit uns zusammenzuspannen. Gibt es irgendetwas zu verbessern? «Inhaltlich nicht. Wichtig ist nur, dass sich Schüler und Eltern trauen, mitzumachen. Der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall.»

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