In Menzingen ist vor allem eine Entwicklung nach innen möglich

In Menzingen wird die Ortsplanungsrevision an die Hand genommen. Viel Spielraum gibt es dabei nicht.

Carmen Rogenmoser
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Die Moränenhügel sind wichtige Erkennungsmerkmale der Gemeinde Menzingen.

Die Moränenhügel sind wichtige Erkennungsmerkmale der Gemeinde Menzingen.

Bild: Daniel Frischherz (26. Oktober 2006)

Menzingen zeichnet sich durch seine einzigartige Landschaft aus. Die Moränenhügel geben der Zuger Berggemeinde ihre Identität, genauso wie das Kloster Menzingen, das Kloster Gubel oder die Bildungsinstitutionen. Wie aber soll sich Menzingen räumlich weiterentwickeln? Diese Frage wurde im Rahmen einer kürzlich stattfindenden Informationsveranstaltung zur Ortsplanungsrevision aufgegriffen. Konkrete Antworten wurden noch nicht geliefert. Diese werden in einem Prozess mit der Unterstützung einer Arbeitsgruppe, bestehen aus Gemeindevertretern und Einwohnern, entwickelt (siehe Hinweis). Schnell wurde bei den Ausführungen von Michael Ruffner, der als Berater vom Büro für Raumplanung AG auftritt, hingegen klar, dass die Möglichkeiten für die Gemeinde limitiert sind.

Menzingen ist im Zuger Richtplan gemeinsam mit Neuheim und Walchwil als Kulturlandschaft definiert. Das bedeutet: Nur fünf Prozent des gesamten Bevölkerungswachstums des Kantons soll bis 2040 in diesen Gebieten stattfinden. «Die Dörfer und Weiler in der Kulturlandschaft entwickeln sich im Bestand weiter. Anliegen des Ortsbildschutzes sind zu berücksichtigen», definiert der Kanton Zug diese Kategorie. Die Gemeinden werden angehalten, die Bauherren für das Gut «Baukultur» zu sensibilisieren. Die Landwirtschaft unterstütze mit der Produktion von Nahrungsmitteln und ihren weiteren Funktionen das Ziel der Erhaltung der typischen Zuger Kulturlandschaften, wird die Beschreibung abgeschlossen.

Das Wachstumsziel ist schon fast erreicht

Neu erfinden soll sich die Gemeinde also nicht. Erhalt und Bewahren stehen im Zentrum. Verdeutlicht wird dies auch durch die prognostizierten Zahlen: Das Wachstumsziel für Menzingen liegt bei 4600 Bewohner bis ins Jahr 2040. Ende 2019 lebten aber bereits 4551 Einwohner in der Gemeinde. Dieses Ziel dürfte also schon bald erreicht sein. Wachsen soll Menzingen eben nicht mehr, erklärte Michael Ruffner. Gleichzeitig gibt es in der flächenmässig zweitgrössten Gemeinde des Kantons mehr als genug unbebaute Mischzonen und Arbeitszonen. Hier liegt Menzingen klar über dem kantonalen Schnitt. Eine Aufgabe der Arbeitsgruppe werde es sein, herauszufinden, wie mit diesem Zahlenkonstrukt umzugehen sei, sagte der Experte.

Ebenenfalls diskutiert werden müsse die Verdichtung. Das Wundermittel gegen die zu grosse Ausdehnung des Siedlungsraums. «Verdichten muss auch Menzingen, bloss wie?», fragte Ruffner rhetorisch. Die Verdichtung der Qualität etwa sei eine Möglichkeit. Dabei gehe es um die Optimierung von Wohn- und Aussenräumen, um die Anbindung an den öffentlichen Verkehr oder die Gestaltung einer attraktiveren Umgebung, etwa in Bezug auf Frei- und Grünflächen. «Wie sehen die Quartiere in Menzingen aus? Was für Quartiere wollen wir?», gibt er Beispiele. Die Siedlungen müssten nach innen entwickelt werden. Der Gemeinderat hat es sich zum Ziel gesetzt, die Ortsplanungsrevision bis am 1. Januar 2023 abzuschliessen. «Es liegt an uns, dass Menzingen auch langfristig attraktiv bleibt», motivierte Gemeindepräsident Andreas Etter die Anwesenden zum Mitmachen. «Wir müssen Sorge tragen zu dem, was wir hier so schätzen.»

Für die Arbeitsgruppe Ortsplanung werden noch Mitglieder gesucht. Interessierte können sich bis am 4. September bei Gemeinderat Herbert Keiser (herbert.keiser@menzingen.ch) melden.

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