Rotkreuz

Bis Ende 2025 sollen ein Pflegeheim sowie 60 Alterswohnungen entstehen

Die involvierten Parteien haben sich auf das Vorgehen bezüglich Überbauung an der Buonaserstrasse geeinigt. Die Stimmberechtigten der Bürger- und der Einwohnergemeinde entscheiden, ob die Pläne umgesetzt werden können.

Tijana Nikolic
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Die Stiftung Alterszentrum Risch/Meierskappel (SARM), die Gemeinde Risch Immobilien AG (Griag) sowie die Bürger- und die Einwohnergemeinde Risch haben vereinbart, dass bis Ende 2025 an der Buonaserstrasse in Rotkreuz ein Pflegeheim mit 73 Betten sowie eine Überbauung mit 60 Alterswohnungen errichtet werden sollen. Dies teilte die Gemeinde Risch schriftlich mit. Die raumplanerischen Voraussetzungen für die Überbauung lägen mit der Verabschiedung des Bebauungsplans bereits vor. Offen sei bislang die Frage gewesen, ob die Bauten für das Leben im Alter auf dem westlichen Teil des Areals etappiert oder auf einmal realisiert werden sollen. Die nun angestrebte Variante sieht vor, dass beide Bauten auf einmal realisiert werden.

Die Pläne für die Buonaserstrasse.

Die Pläne für die Buonaserstrasse.

Bild: Gemeinde Risch/PD

So solle an der Buonaserstrasse nur einmal eine mehrjährige Baustelle betrieben werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Zudem bestehe aktuell ein ideales Zinsumfeld, um die Investitionen im Umfang von schätzungsweise 67 Millionen Franken – inklusive Landkauf – zu realisieren. Die Gesamtinvestitionen würden bei einer gleichzeitigen Realisierung um gut vier Millionen Franken tiefer ausfallen als bei einer etappierten Erstellung der Bauten. «Die Bewohner werden bis zu dem Zeitpunkt im Dreilinden wohnen bleiben, bis das neue Pflegeheim bezugsbereit ist. Das angedachte Konzept bedingt keine Zwischenlösung, was ein grosser Vorteil ist», sagt der Rischer Gemeindepräsident Peter Hausherr.

Bestehender Baurechtsvertrag muss geändert werden

Die Umsetzung bedinge jedoch, dass der bestehende Baurechtsvertrag zwischen der SARM und der Einwohnergemeinde Risch aus dem Jahr 2013 geändert werde. Dieser umfasse das heute von der SARM betriebene Alterszentrum Dreilinden und hätte eine Laufzeit bis 2044 mit einer Verlängerungsoption bis 2054. Die Änderung des Baurechts würde dazu führen, dass die Einwohnergemeinde Risch der SARM im Jahr 2025 eine Heimfallentschädigung von 15.5 Millionen Franken ausrichten müsse, wie aus der Mitteilung hervorgeht.

Mit dieser Änderung würde die Einwohnergemeinde eine strategische Landreserve für öffentliche Nutzungen Mitten in Rotkreuz erhalten. «Damit wird ein Reservegebiet frei, über dessen Verwendung die Gemeinde später entscheiden kann. Die Substanz des Dreilinden ermöglicht eine Zwischennutzung wie beispielsweise studentisches Wohnen oder Wohnen für Wochenaufenthalter, die eine gewisse Wertschöpfung generiert», so Hausherr weiter.

Aktienkapitalerhöhung von 16 Millionen für Griag

Mit der Heimfallentschädigung solle es der SARM ermöglicht werden, die Pensionstaxen über eine längere Zeit hinweg stabil zu halten und damit sozialverträglich zu gestalten, wird in der Mitteilung erklärt. Die nun angestrebte Bauvariante bringe den Vorteil, dass der errechnete und in rund 20 bis 30 Jahren erwartete Anstieg der Pensionstaxen am tiefsten ausfalle.

Damit das Projekt umgesetzt werden könne, müsse das Aktienkapital der Griag erhöht werden, damit der Bau für das neue Pflegeheim finanziert werden könne. Die Aktienkapitalerhöhung der Griag werde voraussichtlich 16 Millionen Franken betragen. Damit könne eine Eigenkapitalquote von 40 Prozent erreicht werden. Die Aktienkapitalerhöhung werde von der Einwohnergemeinde getragen. Bürgerratspräsident Patrick Wahl dazu:

«Die Mitfinanzierung der Griag liegt ausserhalb der finanziellen Möglichkeiten der Bürgergemeinde.»

Der relative Aktienanteil der Bürgergemeinde würde sich durch die Aktienkapitalerhöhung von heute 25 Prozent auf knapp elf Prozent reduzieren. Weiter müsse der Aktionärsbindungsvertrag zwischen der Bürgergemeinde und der Einwohnergemeinde angepasst werden, damit die Aktienkapitalerhöhung vorgenommen werden könne. Die Anpassung des Vertrags läge dann in der Zuständigkeit der Stimmbürger der Bürger- und Einwohnergemeinde.

Die Planung für die Neubauten sei unterschiedlich weit fortgeschritten. Der Neubau der Alterswohnungen sei so weit geplant, dass das Baugesuch eingereicht werden könne. Durch den nun gefällten Variantenentscheid, alles auf einmal zu bauen, müsse die Planung für das neue Pflegeheim nachgezogen werden. Den Stimmbürgern der Einwohnergemeinde werde ein Beschluss vorgelegt, mit dem zwei Kredite über gesamthaft 31,5 Millionen Franken beantragt werden würden. Dabei würden 16 Millionen Franken auf die Aktienkapitalerhöhung der Griag und 15,5 Millionen Franken auf die Heimfallentschädigung der SARM entfallen.

Start zum öffentlichen Mitwirkungsverfahren ab Januar

Am Dienstag, 12. Januar, um 19.30 Uhr, ist laut Mitteilung eine öffentliche Informationsveranstaltung per Videokonferenz zum Vorgehen betreffend Überbauung Buonaserstrasse geplant. Sie ist der Start zum öffentlichen Mitwirkungsverfahren, das bis am 25. Februar dauern wird.

Bis Anfang Frühling 2021 werden die vier betroffenen Gremien die notwendigen Verträge unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Stimmberechtigten der Bürger- und Einwohnergemeinde verabschieden. Die Bürgergemeindeversammlung wird am 31. Mai über die Änderung des Aktionärsbindungsvertrags befinden.

Anlässlich einer Urnenabstimmung vom 13. Juni werden die Rischer Stimmbürger über die Beschlüsse zum Vorgehen betreffend der Überbauung an der Buonaserstrasse befinden. «Wenn es gelingt, die vielfältigen Vorteile wie beispielsweise die baulichen Synergien und die betrieblichen Vorteile aufzuzeigen, glaube ich, stehen die Chancen gut, dass die Stimmbürger den Krediten zustimmen», ist sich Hausherr sicher. Die Zeit sei reif für dieses Generationenprojekt zu Gunsten der älteren Bevölkerung.