In Zug gibt es Engpässe bei Zecken-Impfstoffen

Auch Zuger Apotheken und Hausarztpraxen sind von den Lieferschwierigkeiten bei Zecken-Impfstoffen betroffen.

Fabian Gubser
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Wer sich gegen FSME impfen will, muss teilweise zwei bis drei Wochen warten. (Bild: Karl-Josef Hildenbrand /Keystone)

Wer sich gegen FSME impfen will, muss teilweise zwei bis drei Wochen warten. (Bild: Karl-Josef Hildenbrand /Keystone)

Der Sommer ist da und lädt zum Verweilen unter freiem Himmel ein. Wer im Wald brätelt oder einen Spaziergang durchs hohe Gras unternimmt, muss derzeit besonders aufpassen: Dort könnten Zecken lauern. Besonders aktiv sind die kleinen Viecher laut dem Bundesamt für Gesundheit zwischen März und November.

In der Schweiz werden vor allem zwei Krankheiten durch Zecken übertragen: Borreliose und FSME. FSME steht für «Frühsommer-Meningoenzephalitis», eine Viruserkrankung, die meldepflichtig ist. Die Symptome reichen von Grippe über bleibende Lähmungserscheinungen bis – im seltensten Fall – zum Tod. Gegen FSME kann man sich, im Gegensatz zur Borreliose, impfen.

Letztes Jahr zählte das Bundesamt für Gesundheit 375 Fälle schweizweit, die meisten davon während der Sommerzeit. Davon gerade mal drei im Kanton Zug. In diesem Jahr wurden national bis jetzt 99 Fälle gemeldet. Aufgrund der vielen Fälle hatte der Bund Anfang 2019 die ganze Schweiz als Risikogebiet deklariert – ausser die Kantone Genf und Tessin. Das hat laut dem Bundesamt für Gesundheit zu einem Versorgungsengpass der beiden in der Schweiz zugelassenen Impfstoffen geführt: «Encepur N» und «FSME-Immun CC».

Auch im Kanton Zug gebe es Engpässe bei beiden Impfstoffen, bestätigt Regula Kaufmann Castillo, Präsidentin der Zuger Gesellschaft für Hausarztmedizin. Encepur N sei bis Oktober nicht lieferbar. «In unserer Praxis können beispielsweise nur fünf bis zehn Patienten pro Woche geimpft werden, deshalb mussten wir Wartelisten erstellen», sagt sie. Die Wartezeit betrage zwei bis drei Wochen.

Bei den Zuger Apotheken kam es laut Sprecher Martin Affentranger bereits im Mai zu Lieferschwierigkeiten. Aktuell fehle auch hier Encepur N bis zum Oktober. Der Alternativ-Impfstoff sei jedoch weiterhin vorhanden.

Körper auf Zecken untersuchen

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt allen Personen ab sechs Jahren in den Risikogebieten eine Impfung. Zudem empfiehlt es sich, gut abschliessende Kleidung zu tragen und das Unterholz zu meiden. Da Zeckenstiche oft nicht bemerkt werden, sollten nach einem Aufenthalt im Wald Körper und Kleidung auf Zecken untersucht werden. Bei Fieber oder anderen Symptomen nach einem Zeckenstich sollte man einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

Anzahl Impfungen
stark angestiegen

Die Anzahl Impfungen bei den Zuger Apotheken sei im Vergleich mit letztem Jahr markant gestiegen: Während damals im ersten Quartal 33 Impfungen gezählt wurden, waren es dieses Jahr schon 307. Im zweiten Quartal stieg die Anzahl von 219 auf etwas mehr als 368 (Stand Ende Juni). Anbieten dürfen die Zuger Apotheker die Impfung übrigens seit zwei Jahren. Laut Affentranger besässen alle hiesigen Apotheken eine entsprechende Bewilligung – ausser diejenige im Kantonsspital.

Dort sei man vom Engpass mittlerweile nicht mehr betroffen, sagt Sonja Metzger, Mediensprecherin Kantonsspital Zug. Geimpft werde vor allem das Personal und vereinzelt ambulante Patienten. Grundsätzlich werden die Impfungen vor allem von den Hausärztinnen und -ärzten durchgeführt.