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In Zug ist man schon lange «Duzis»

Emmen hat kürzlich die Du-Kultur eingeführt. In den Zuger Gemeinden ist das bereits etabliert – aber ohne fixe Regel.
Laura Sibold

In Emmens Gemeindeverwaltung gilt seit 1. September offiziell die Du-Kultur: Vom Lehrling bis zur Gemeindepräsidentin sprechen sich neu alle per Du an (Ausgabe vom 12. September). Die Idee dazu kam von der Personalkommission. Man habe in einzelnen Departementen schon in der Vergangenheit per Du kommuniziert, erklärte Ingeborg Dannecker, Kommissionspräsidentin. Um die Zusammenarbeit mit Abteilungen, in welchen man sich bis anhin gesiezt hat, zu vereinfachen, hätten Mitarbeiter eine Vereinheitlichung gewünscht. Mit der fix eingeführten Du-Kultur ist man in der Emmer Verwaltung zufrieden.

In Zug will man von einer formellen Festsetzung der Du-Kultur nichts wissen. Von den elf Zuger Gemeinden bestätigen jedoch alle, dass man sich innerhalb der Verwaltung grundsätzlich «duze». «Die Du-Kultur hat sich in der Vergangenheit etabliert, wurde aber nicht explizit verordnet. Es ist ein Teil unseres Führungsverständnisses und unserer Unternehmenskultur», sagt etwa Pius Meier, Gemeindepräsident von Oberägeri. Ins selbe Horn stösst Karl Kobelt, Stadtpräsident von Zug. Das Du gelte über alle Departemente und Abteilungen hinweg, ohne dass dies formell geregelt werden müsse. «Die Du-Kultur ist in der Stadtverwaltung seit Jahren verankert. Sie gilt vom ersten Arbeitstag an, sodass das Du nicht angeboten werden muss», so Kobelt.

Die Vorteile durch das Du überwiegen

Auch Unterägeri, Baar, Risch, Steinhausen, Cham, Hünenberg, Menzingen, Neuheim und Walchwil setzen auf die Du-Kultur, betonen allerdings, dass die Mitarbeitenden das relativ pragmatisch handhaben könnten. «In der Regel wird jeweils bei Stellenantritt von neuen Mitarbeitenden ‹Duzis› gemacht, und zwar über alle Ebenen und Abteilungen hinweg», sagt etwa Georges Helfenstein, Gemeindepräsident von Cham. Zudem glaube er, dass die Du-Kultur das gute Verhältnis und die Zusammengehörigkeit in der Verwaltung fördere, so Helfenstein, weshalb er diese gelebte Praxis begrüsse. Die vielfachgeäusserte Befürchtung, dass das Du zu einem Respektverlust führe, können die Zuger Gemeinden nicht bestätigen. Bisher habe sie mit dem Du keine negativen Erfahrungen gemacht und es sei auch noch nie ausgenutzt worden, sagt Renate Huwyler, Gemeindepräsidentin von Hünenberg. Die Ansprache per Du in der Verwaltung biete viele Vorteile.

«Im alltäglichen Umgang miteinander werden durch die Du-Kultur Hürden weggelassen, die mit dem Sie bestehen würden. Das hilft bei der Zusammenarbeit», ist Peter Hausherr, Gemeindepräsident von Risch, überzeugt.

Eventuell werde durch das Du der direkte Kontakt schneller getätigt und somit Abläufe vereinfacht, findet auch Stefan Hermann, Gemeindepräsident von Walchwil. Herrmann geht mit Walter Lipp, Gemeindepräsident von Baar, einig, wenn dieser sagt: «In der Regel bietet der Vorgesetzte seinen Mitarbeitenden das Du relativ schnell an. Wichtig ist, dass man seinem Gegenüber mit Respekt und Anstand begegnet.» Da spiele es keine grosse Rolle, ob man per Sie oder Du sei, fügt Lipp hinzu.

Am Schalter und Telefon bleibt man förmlich

In Emmen werden seit einem Monat auch Stelleninserate per Du formuliert und in Vorstellungsgesprächen wird ebenfalls das Du angeboten. So weit will man im Kanton Zug allerdings nicht gehen. Alle erwähnten Gemeinden betonen, dass man keine Änderung der Gepflogenheiten plane. Auch am Schalter und am Telefon wähle man die Höflichkeitsform und sei mit den Kunden weiterhin per Sie – ausser man kenne und duze sich sowieso bereits.

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