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In Zug war ein Ensemble zu Gast, das seinem Namen alle Ehre macht

Werke für Sopranstimme, Violine, Klarinette und Klavier in der Gewürzmühle: Diesmal war von der Kernbesetzung des Ensembles Chamäleon nur gerade die Pianistin Madeleine Nussbaumer dabei.
Jürg Röthlisberger
Filipa Nunes, Madeleine Nussbaumer und Andrea Lauren Brown (von links) harmonieren. (Bild: Christian H. Hildebrand (Zug, 28. Oktober 2018))

Filipa Nunes, Madeleine Nussbaumer und Andrea Lauren Brown (von links) harmonieren. (Bild: Christian H. Hildebrand (Zug, 28. Oktober 2018))

Das Programm «Contrasts» brachte selten gehörte, aber musikalisch interessante Werke in wechselnder Besetzung aus der Romantik im weitesten Sinn. Mit Franz Schubert (1797–1828) und Louis Spohr (1784–1859) bewegte man sich im Übergang von der Klassik her, welche auch als Biedermeier bezeichnet wird. Sergej Rachmaninoff (1873-1943), Bela Bartók (1881-1945) und Aram Chatschaturjan (1903-1978) bildeten die Brücke zur Neuzeit, wobei sich alle drei auf ihre Weise auch mit der Volksmusik ihres Umfelds auseinandersetzten.

In wechselnder Besetzung erlebte man vier ausgezeichnete Interpretinnen. Die Sopranistin Andrea Lauren Brown überzeugte durch eine angenehm klingende und vor allem nach der Höhe voluminöse Stimme. Dank fundierter Atemtechnik gelang durch das ganze Programm eine tadellose Intonation, und durch wirkungsvolle Gesten fand sie auch sofort den Kontakt zum Publikum. Technisch versiert, mit sehr klarer Tongebung und bis in die schwierigsten Passagen stets sauberem Klang, gestaltete die Klarinettistin Filipa Nunes in den Liedbegleitungen und bei den Klaviertrios. Von den Kompositionen her etwas weniger zur Geltung kam die Geigerin Nadeshda Korshakova. Nicht vergessen sei die nimmermüde Madeleine Nussbaumer: Auch nach jahrzehntelanger Pianistinnen-Laufbahn ist es nicht einfach Repertoire. Viel mehr nimmt sie sich die Mühe, immer wieder neue und anspruchsvolle Werke einzustudieren.

Der fast vergessene Louis Spohr

Spohr neben Schubert: Während Schubert heute als der wohl bedeutendste Sololied-Komponist aller Stilepochen gilt, ist vieles vom Schaffen des einst weltberühmtem Louis Spohr heute vergessen. Seine Liedgruppe aus Opus 103 fusste auf den Strophenlied-Kompositionen seiner Vorgänger Carl Friedrich Zelter und Johann Friedrich Reichhardt. Als neues Element kommt aber bei ihm die Klarinette dazu, die dank ihrem grossen Tonumfang die Singstimme manchmal von oben und manchmal von unten umspielt.

In gleicher Besetzung erklang als Abschluss «Der Hirt auf dem Felsen» aus dem Todesjahr von Franz Schubert. Hier machte die Singstimme in ausgezeichneter Interpretation auch die Koloraturen mit – in einem Tonumfang von zwei Oktaven, welcher als Abschluss noch ein hohes «b» verlangte. Wenn das Trio für Violine, Klarinette und Klavier von Bela Bartók relativ selten gespielt wird, so liegt das sicher nicht am an seiner kompositorischen Qualität, sondern am hohen technischen Schwierigkeitsgrad vor allem in der oft dominanten Klarinetten-Stimme.

Die Aufführung in der Gerwürzmühle gelang aber Beispiel-gebend. Transparent erschienen über alle rhythmischen und tonalen Klippen hinweg die Elemente der vom Komponisten so geschätzten, aber fast nie wörtlich zitierten Volksmusik seiner Heimat und der USA, wohin er kurz vor dem Zweiten Weltkrieg geflüchtet war.

Lag es an der Akustik?

Von der Komposition her weniger geschlossen wirkte das Trio von Aram Chatschaturjan. Der Eingangssatz erinnerte stark an die Klavierkompositionen von Rachmaninoff. Spätere Sätze enthielten zwischen Elementen der Volksmusik auch abrupte Wechsel nach Stilschicht und Tempo. Dem Komponisten wurde auch schon vorgeworfen, sich durch den «Sozialistischem Realismus» zu stark dem Stalin-Regime angebiedert zu haben.

Manchmal erschien die Klarinette gegenüber der Violine zu voluminös. Möglicherweise lag dies aber an der Akustik. Nachdem die Gewürzmühle ein festes Podium erhalten hat, wird jetzt – verglichen mit den bisherigen Auftritten – auf der Gegenseite gespielt.

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