In Zug werden ab dem 30. März neue Busfahrpläne gelten

Die Zugerland Verkehrsbetriebe passen die Fahrpläne wegen der Corona-Virus-Massnahmen an. Bergbahn und Schiffe verkehren vorerst gar nicht mehr.

Cornelia Bisch
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Auch der neue EVZ-Bus wird seltener im Einsatz sein.

Auch der neue EVZ-Bus wird seltener im Einsatz sein. 

Bild: Marco Morosoli (Zug, 12. März 2020)

Wie die Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) am Dienstag bekannt gaben, wird der öffentliche Verkehr (ÖV) auch im Kanton Zug in den nächsten Wochen reduziert werden. «Sämtliche Massnahmen werden national koordiniert», kündigte Karin Fröhlich, die Kommunikationsverantwortliche der ZVB, an. Dabei seien die SBB und Postauto Systemleader für Schiene und Strasse, an deren veränderte Fahrpläne eine stufenweise Anpassung durch sämtliche Verkehrsunternehmen der Schweiz erfolgen werde. «Ziel ist es, auch bei einer weiteren Ausbreitung des Corona-Virus einen funktionierenden Fahrplan anbieten zu können», führt Karin Fröhlich aus.

Geplant sei die Fertigstellung des neuen ZVB-Fahrplans bis zum 25. März und dessen Inkraftsetzung per 30. März. «Das ist eine Ausnahmesituation für uns», betont Fröhlich. «Noch nie mussten in so kurzer Zeit sämtliche Fahrpläne schweizweit erneuert und angepasst werden.» Bis zum 30. März gelten auf den Strassen des Kantons Zug nach wie vor die bestehenden Fahrpläne. Ab kommendem Wochenende verkehren laut bundesrätlichem Entscheid jedoch in der ganzen Schweiz keinerlei Nachtbusse mehr. «Es lohnt sich sicher, künftig nochmals die Verbindungen im Internet zu prüfen, bevor man eine Reise antritt.»

Auch private Anlässe werden gestrichen

Der Saisonstart des regulären Schiffsverkehrs auf dem Zuger- und dem Ägerisee erfolgt nicht wie geplant Mitte April, sondern wird bis auf Weiteres verschoben. «Zudem werden vorab bis 19. April sämtliche Sonder- und Extrafahrten abgesagt», heisst es in einer Medienmitteilung der Zugersee Schifffahrt. Dazu gehören auch Veranstaltungen privater Natur wie etwa Hochzeiten und andere Feste.

Der Betrieb der Zugerbergbahn wird ab dem 18. März eingestellt. Die Bahn erfüllt im Rahmen des Tarifverbundes Zug die ÖV-Grunderschliessung des Zugerbergs. Deshalb werden für die Wohnbevölkerung Busse als Bahnersatz nach reduziertem Fahrplan geführt. Die Fahrten sind ausschliesslich als Transportdienstleitung für die Bevölkerung gedacht. Der touristische Verkehr auf den Zugerberg wird eingestellt. Der Biketrail weist den Status «orange» auf. Dies bedeutet, dass ab sofort auf den Biketransport verzichtet wird. Eingestellt wird auch der Ticketverkauf an den Schaltern der Zugerberg Bahn. Fahrkarten können an den Billettautomaten an der Tal- und Bergstation gelöst werden.

Busse werden täglich desinfiziert

Die Busse der ZVB werden standardmässig täglich gereinigt. «Seit die ersten Corona-Fälle im Kanton Zug verzeichnet wurden, desinfizieren wir zusätzlich allabendlich jedes Fahrzeug», stellt Fröhlich klar. Im Übrigen halte man sich an die Hygieneempfehlungen des Bundes.

Die Chauffeure werden seit einer Woche geschützt, indem die vorderen Türen geschlossen bleiben und die vordersten Sitze für Reisende gesperrt sind. Billette können nicht mehr beim Fahrer gekauft werden. «Blinde Menschen bilden die einzige Ausnahme. Sie dürfen nach wie vor vorne einsteigen», erklärt Fröhlich. «Rollstuhlfahrer steigen weiterhin hinten ein und werden bei Bedarf durch die Busfahrer unterstützt.» Die Fahrgäste schütze man, indem die Türöffnung nun manuell durch den Busfahrer erfolge, sodass keine Schalter mehr betätigt werden müssten. «Im Übrigen empfehlen wir, nach Möglichkeit einen Abstand von zwei Metern zu anderen Fahrgästen einzuhalten.» Hier sei die Eigenverantwortung der Reisenden gefragt.

Weitere Infos und aktuelle Fahrpläne finden Sie hier.