In Zugs Süden entsteht mehr Wohnraum

In der Räbmatt in Oberwil sind zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt sieben Wohnungen geplant.

Laura Sibold
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Auf diesem Areal mit insgesamt 3000 Quadratmetern Fläche sind versetzt zwei Häuser geplant.

Auf diesem Areal mit insgesamt 3000 Quadratmetern Fläche sind versetzt zwei Häuser geplant.

Bild: Patrick Hürlimann (Oberwil, 4. Februar 2020)

Südlich des Dorfkerns Oberwil, im Gebiet Räbmatt zwischen der Bahnlinie und der Artherstrasse, ist eine neue Bebauung geplant. Es ist ein Projekt, das sich seit Jahren hinzieht: 2010 erfolgten erste Planungsarbeiten für drei Parzellen mit 3000 Quadratmetern Fläche, 2016 dann die Baueingabe für die Arealbebauung. Infolge einer Einsprache, die bis vor Bundesgericht weitergezogen wurde, verzögerte sich das Projekt. Danach wurde es mehrmals angepasst – das Bundesgericht rügte den Gewässerabstand sowie den Schallschutznachweis und aufgrund des neuen Planungs- und Baugesetzes wurde die Umsetzung in einen einfachen Bebauungsplan erforderlich.

Mittlerweile liegt der einfache Bebauungsplan Räbmatt mitsamt Planungsbericht öffentlich auf. Geplant sind zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt sieben Wohnungen; vier 4,5-Zimmerwohnungen, eine 4,5-Zimmer-Maisonette-Wohnung, eine 3,5-Zimmerwohnung und ein Studio. Die zweigeschossigen Mehrfamilienhäuser werden versetzt gebaut, als Hauptfassadenmaterial ist Strukturputz vorgesehen, auf den Dächern sollen Fotovoltaikanlagen installiert werden.

Auch am Trubikerbach sind Massnahmen geplant

Erarbeitet wurde das Bauprojekt von der Baarer 2Eck Architekten GmbH und dem Generalunternehmen Martin Lenz AG. Man habe das Beste aus der schwierigen Topografie am Hang direkt an der Hauptstrasse gemacht, betont Architekt Ljupco Gjorgjiev. «Die beiden Häuser bilden eine lockere Bebauungsstruktur und integrieren sich gut in die Umgebung. Die Neubauten stehen frei im Hang und sind von Grünflächen umschlossen.» Via Artherstrasse entsteht eine Zufahrt zu einer Einstellhalle, die unterirdisch mit beiden Häusern verbunden ist. Die Einstellhalle bietet Platz für zehn Parkplätze und Velos, daneben sind zwei weitere Veloräume vorgesehen. Gesamtkosten für das Projekt: 4,6 Millionen Franken. Sowohl die Stadtbildkommission als auch das kantonale Amt für Raum und Verkehr haben das Bauprojekt für gut befunden.

Gleichzeitig mit der geplanten Überbauung wird der Trubikerbach in Oberwil zwischen dem SBB-Durchlass und der Artherstrasse hochwassersicher ausgebaut und renaturiert. Denn gemäss aufliegendem Bericht zum Bauprojekt zeigt die bestehende Gefahrenkartierung der Stadt Zug, dass der Hochwasserschutz an manchen Stellen ungenügend ist – auch wegen möglichen Schwemmholzes.

Überbauung ist in einer Etappe vorgesehen

«Die Stadt Zug wird die Massnahmen, welche für die Ausbauarbeiten erforderlich sind (zum Beispiel Rodungen), mit den privaten Bauherrschaften entlang des Trubikerbachs koordinieren», heisst es im Planungsbericht weiter. Zudem soll ein im Gewässerraum liegendes Gewächshaus abgebrochen werden.

Die Einsprachefrist für den einfachen Bebauungsplan Räbmatt endet am 2. März. Die Realisierung der Wohnüberbauung ist in einer Etappe geplant. Sofern keine Einsprachen eingehen und mit den Bewilligungen alles klappt, soll das Bauprojekt nun schnell vorangetrieben werden. «Idealerweise können wir im September mit dem Bau starten», sagt Architekt Ljupco Gjorgjiev. Voraussichtlich im Frühjahr 2022 sollen die Mehrfamilienhäuser vollendet sein.

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