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In Zugwest fehlt es weiterhin an Freizeitbetreuungsplätzen

In den Schulkreisen Herti, Riedmatt und Letzi gibt es zu wenig Plätze in der schulergänzenden Betreuung. Die Eltern-Lehrer-Gruppen wollten nun Klarheit – bangen werden die Eltern im Sommer wohl trotzdem müssen.
Zoe Gwerder

Die Stadt Zug will ihre schulergänzende Betreuung der steigenden Nachfrage anpassen und diese nachfrageorientiert gestalten. Also so, dass jedes Kind, welches für einen Betreuungsplatz angemeldet wird, auch einen erhält. Denn das bisherige Modell hält den heutigen Bedürfnissen nur noch bedingt stand. Trotz Erweiterungen des Angebotes in der Riedmatt und im Gebiet Herti werden auch in diesem Jahr im Westen der Stadt Eltern bis kurz vor den Sommerferien bangen müssen, ob sie für ihre Kinder einen Platz am Mittagstisch oder für die Nachmittagsbetreuung erhalten. Für Familien, in welchen beide Elternteile arbeiten, eine schwierige Situation. «Uns fehlt einfach die Planbarkeit», sagt Marilena Amato Mengis von der Eltern-Lehrer-Gruppe. Sie spricht für alle drei Schulkreise, die am Montagabend gemeinsam einen Frageabend mit den Zuständigen der Stadt veranstalteten. «Wir können nachvollziehen, dass es eine Herkulesaufgabe ist, die Plätze zuzuteilen, wenn es nicht für alle reicht. Dies müsste doch aber früher möglich sein.» Denn die Eltern wüssten im Normalfall schon lange im Voraus, an welchen Tagen sie für ihre Kinder Betreuung benötigen.

Freizeitbetreuung 
zu günstig?

Die zuständige Stadträtin Vroni Straub-Müller erklärt die aktuelle Situation mit dem aufwendigen Verfahren, mit welchem die Plätze verteilt werden. So erhalten Kinder von Eltern mit sozialen Problemen und Alleinerziehende eher einen Platz, als Doppelverdiener. Sie vertröstet auf das geplante, neue System. Schon heute versuche man laufend mehr Plätze zu schaffen, sodass es bei einzelnen Schulkreisen eine deutliche Entspannung gegeben habe, da ein Grossteil der Nachfrage abgedeckt werden konnte. In der Riedmatt erwartet Straub noch eine «Durststrecke», wie sie es nennt, von rund einem Jahr. Dann sollte das neue Schulhaus gebaut sein und das Kleinschulhaus für die Freizeitbetreuung umfunktioniert werden. Ihr Sorgenkind sei jedoch der Schulkreis Herti. «Dort sind wir leider mit der Schulraumplanung noch nicht weit genug.» Im Herti hatte die Stadt zwar im vergangenen Herbst kurzerhand einen Mittagstisch im Vereinslokal des SAC Rossberg eingerichtet. Trotzdem benötigt es noch mehr Plätze. «Wir werden abklären, ob es zusätzliche Nachmittagsbetreuung benötigt und ob diese möglicherweise auch an diesem Standort angeboten werden könnte.»

Amato bemängelt zudem das System: Die Krippenplätze seien unverhältnismässig teurer als die Betreuung der Schule. Die Freizeitbetreuung kostet im Sommersemester insgesamt rund 500 Franken, wenn das Kind einmal pro Woche den Mittagstisch und die Nachmittagsbetreuung besucht. Dieser Tarif gilt für alle. Bei den Krippenbetreuungsgutscheinen, die es in der Stadt Zug auch für Kindergartenkinder gibt, sind die Tarife abgestuft. Ein Platz in der Krippe sei um ein Vielfaches teurer als in der Freizeitbetreuung – auch mit Betreuungsgutscheinen. Dadurch werde ein falscher Anreiz geschaffen, die Kinder schon im Kindergarten in die Freizeitbetreuung zu geben, was zusätzlich Plätze kostet, so Amato. Gemäss Stadträtin Straub will der Stadtrat trotzdem an diesem günstigen Einheitstarif festhalten: Dies sei ein politischer Entscheid gewesen, welcher vor einigen Jahren erneut bestätigt worden sei. «Uns ist es wichtig, dass die Eltern ihr zusätzliches Einkommen nicht wieder an die Betreuung bezahlen müssen.»

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