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INDUSTRIE: Investitionen in die IT belasten Metall Zug

Der Industriekonzern Metall Zug legt solide Halbjahreszahlen vor. Dies aber nur dank des Finanzergebnisses. Die Kosten der Digitalisierung zeigen sich deutlich.
Ein Blick in die Produktionsstätte der Haushaltapparate-Sparte V-Zug. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 21. August 2017))

Ein Blick in die Produktionsstätte der Haushaltapparate-Sparte V-Zug. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 21. August 2017))

Livio Brandenberg

Solid und trotzdem im Umbruch. Etwa so lässt sich der Zustand der Metall-Zug-Gruppe nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen gestern beschreiben. Solid, weil der Industriekonzern nach wie vor gute Zahlen schreibt und über eine krisenfeste Bilanz mit einem Eigenkapitalanteil von 78 Prozent verfügt. Im Umbruch, weil seit einigen Jahren stark in die Digitalisierung der Produkte – vor allem der Haushaltgeräte – und Prozesse investiert wird.

Diese Investitionen in die Digitalisierung, in die Erneuerung der Produktionsanlagen, die Strukturen und in Vorbereitungsarbeiten für die Umnutzung des Geländes am Hauptsitz in Zug (Technologiecluster) belasteten die operative Rentabilität im ersten Semester 2017. Während der Konzernumsatz im Vergleich zur ersten Jahreshälfte des letzten Jahres leicht um 0,9 Prozent auf 445 Millionen Franken anstieg, sank der Betriebsgewinn (Ebit) um 10,8 Prozent auf 28,2 Millionen Franken (2016: 31,6 Millionen). Dank eines starken Finanzergebnisses von 14,4 Millionen resultierte ein Reingewinn von 33,8 Millionen Franken – eine Steigerung um 41,4 Prozent gegenüber dem ersten Semester 2016 (23,9 Millionen Franken).

Die drei Geschäftssparten der Metall-Zug-Gruppe – Haushalt­apparate, Desinfektionslösungen für Spitäler und die Pharmaindustrie sowie Kabelverarbeitungsmaschinen – schnitten wie folgt ab:

  • Haushaltapparate (V-Zug, Sibir, Gehrig):Der Geschäftsbereich Haushaltapparate erzielte einen Bruttoerlös (Umsatz) von 275 Millionen Franken. Das sind 3,7 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode (286 Millionen). Der Geschäftsbereich erarbeitete ein Betriebsergebnis (Ebit) von 26,5 Millionen Franken, das entspricht –19,4 Prozent im Vergleich zum Wert des ersten Halbjahres 2016 von 32,9 Millionen. Neben dem Umsatzrückgang sind hier vor allem Investitionen in das erhoffte «künftige organische Wachstum» verantwortlich für den Rückgang des operativen Ergebnisses. Im Rahmen der Erneuerung des Produktionsstandorts Zug seien «umfassende Vorbereitungs- und Planungsarbeiten» für die neue Produktionshalle erfolgt.
  • Desinfektionslösungen (Belimed): Obschon Belimed den Umsatz um 5,2 Prozent auf 87,3Millionen Franken (1. Halbjahr 2016: 83,1 Millionen) steigern und den Verlust auf Stufe Ebit von 13 auf 10,1 Millionen Franken verringern konnte, bleibt sie die Sorgentochter von Metall Zug. Zwar sei die Verlagerung der Produktion nach Slowenien ohne Zwischenfälle abgeschlossen worden, und in den letzten Monaten habe sich der Auftragseingang positiv entwickelt. Doch unter anderem eine routinemässig durchgeführte Inspektion der US-Gesundheitsbehörde FDA bei Belimed in Zug habe hohe Ressourcen erfordert.
  • Kabelverarbeitung (Schleuniger): Der Geschäftsbereich Wire Processing ist derweil weitergewachsen: In den ersten sechs Monaten nahm der Umsatz um 13,5 Prozent auf 84 Millionen Franken zu. Im ersten Halbjahr 2016 waren es 74 Millionen gewesen. Der Gewinn (Ebit) ging aber um 6,9 Prozent auf 11,1 Millionen Franken zurück. Die tiefere Profitabilität hänge direkt mit dem laufenden Strukturaufbau zusammen, schreibt Metall Zug. Die Schleuniger-Gruppe trage dem langjährigen Wachstum Rechnung und habedaher im ersten Halbjahr ihre Geschäftsleitung um zwei Managementpositionen ausgebaut.

Finanzchef Daniel Keist ist mit den Resultaten zufrieden. «Wir haben in einem rückläufigen Heimmarkt Schweiz unsere führende Position bei den Haushalt­apparaten weiter ausbauen können.» Weiter habe man im internationalen Geschäft ein «erfreuliches Wachstum» mit den Eigenmarken erzielt. Zudem habe sich der Konzern mit der Akquisition der portugiesischen Sterifast im Bereich Infection Control und der Vollübernahme von DiIT im Bereich Wire Processing Know-how und Wachstumsmöglichkeiten gesichert. «Dies sind aus operativer und strategischer Sicht die Highlights. Anzufügen wäre zudem das erfreuliche Finanzergebnis.» Metall Zug hat knapp zwei Drittel seiner flüssigen Mittel von rund 500 Millionen Franken in Wertschriften angelegt. Das Finanzergebnis wirkt sich also jeweils stark auf den Gesamtgewinn aus.

Zum Sorgenkind Belimed, das nicht aus den roten Zahlen kommt, sagt Keist, dass hier das Marktpotenzial noch nicht ausgeschöpft werde. Er verweist allerdings auf die erfolgreiche Produktionsverlagerung nach Slowenien. Ein Verkauf von Belimed sei «kein Thema», man sei in einem attraktiven Markt tätig.

Die Aktie der Metall-Zug-Gruppe notierte gestern nach Bekanntgabe der Halbjahresergebnisse im Minus, sie schloss bei 3957 Franken (–1,44 Prozent).

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