Leserbrief

Infrastruktur- und Umweltbelastung

«Aeschi kontert Kritik zur Klimapolitik», Ausgabe vom 19. Dezember

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Nationalrat Thomas Aeschi weist energisch den Vorwurf, der Klimaschutz sei der SVP egal, zurück. Er begründet dies damit, dass sich die SVP gegen die Zuwanderung einsetzt, welche die öffentliche Infrastruktur stärker belastet.

Nun kann er mir, als intelligente Person, sicher erklären, wieso ein Einwanderer, welcher die Schweizer Grenze überschreitet, nun die Umwelt stärker belastet als zuvor dort, wo er herkam, also die Umweltbelastung insgesamt(!) zunimmt?

Das würde ja bedeuten, dass die Umweltbelastung mit unserer Infrastruktur, die nun auch der Einwanderer benutzt, und unserem (durchschnittlichen), wie auch jetzt seinem Verhalten, bei uns höher ist, als im Ursprungsland des Einwanderers. Mit Bezug auf den klassischen Fussabdruck bedeutet das sinngemäss, dass seine Füsse mit dem Überschreiten der Grenze grösser werden!

Wer jedoch der Meinung ist, nein, nein, wir sind umweltpolitische Musterknaben, der müsste zum gegenteiligen Schluss kommen, dass durch die Einwanderung die Umweltbelastung (wiederum insgesamt!) sinken würde! Aber so gut sind wir leider doch nicht! Deshalb braucht es von der Schweiz ein deutlich grösseres Engagement, ohne Bremsklötze von gewissen politischen Kreisen. Nun, nationale und lokale Infrastrukturbelastung und grenzüberschreitende und internationale Umweltbelastung sind eben nicht dasselbe. Die Klimaproblematik ist ein weltweites Phänomen und kennt keine Grenzen, auch wenn diese mit Stacheldrähten geschützt würden.

Deshalb, liebe SVP, bleibt dabei: Ihr bekämpft, euer gutes politisches Recht, die Einwanderung. Aber seid so ehrlich: Ihr ignoriert die Klimaproblematik. Ich kenne zwar Franz Blaser von Risch nicht, aber ich kann gut nachvollziehen, dass er wegen fehlendes Klimaschutzes der SVP aus der SVP ausgetreten ist.

Moritz Keller, Cham