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Integration wird in Steinhausen auf die leichte Art und Weise praktiziert

Pfadfinder kommen monatlich ins Durchgangszentrum. Die Gruppe Allegra bietet den Kindern ein paar unbeschwerte Stunden. Das Geld für die Durchführung dieser Spielnachmittage stammt aus einem Wettbewerbsgewinn.

Guetzli backen, Fastnachtskostüme nähen, den Regenbogenfisch kennen lernen, Schlangenbrot machen und über dem Feuer bräteln, Wasserschlachten im Garten. Das sind alles Aktivitäten, die mit den Kindern des Durchganszentrums Steinhausen am Samstag, 28. Juli, durchgeführt werden. Einmal im Monat organisieren die Initiantinnen der Pfadi Allegra einen Nachmittag für durchschnittlich zehn Kinder, die für ein paar Stunden in eine sorgenfreie Welt entführt werden.

In der Durchgangstation für Asylbewerber in Steinhausen mit dem Projekt Allegra.Bild: Werner Schelbert (Steinhausen, (28. Juli 2018))

In der Durchgangstation für Asylbewerber in Steinhausen mit dem Projekt Allegra.
Bild: Werner Schelbert (Steinhausen, (28. Juli 2018))

Die türkisblauen Krawatten sind Pflicht, das gilt auch bei der Pfadi Allegra. Die anwesenden Kinder aus dem Durchgangsheim in Steinhausen binden sich die Tücher um den Hals und schon geht es los: Zusammen mit dem Leiterteam bilden sie einen Kreis und singen zum Begrüssungsritual «Fli, Fly, Flo». Das klappt schon ganz gut. Nicht selbstverständlich, denn die Pfadi Allegra ist nicht eine alltägliche Pfadi.

Die Sprachbarriere ist jedes Mal eine Herausforderung

«Seit dem letzten Sommer gehe ich mit meinem Team aus aktiven und ehemaligen Pfadfinderleitern einmal im Monat in die Durchganszentrum Steinhausen und führe mit den Kindern und Jugendlichen von Immigranten eine Samstagsnachmittagsaktivität durch», sagt Mirjam Matter. Sie ist eine der fünf Initiantinnen und Hauptleiterin des Projekts. Dabei sei die Sprachbarriere definitiv eine der Herausforderungen, die sie im Durchgangszentrum zu bewältigen hätten. «Einige Kinder sprechen schon ganz gut Deutsch, andere noch nicht», sagt die 25-jährige Baarerin.

Zu Beginn unterstützte ein eritreischer Übersetzer die Pfadileitung der Allegra bei ihrem Integrationsprojekt. In der Zwischenzeit haben die Kinder ihre Deutschkenntnisse verbessert und kennen das Konzept wie auch den Ablauf des Projekts.

Metkel kommt aus Eritrea und freut sich jeden Monat auf den Pfadi-Samstag. «Es macht Spass», sagt das zehnjährige Mädchen in gebrochenem Deutsch und hält dazu den Daumen hoch. Die Aktivitäten sind inzwischen für alle beteiligten Kinder das Highlight des Monats. Viele Familien im Durchgangszentrum stammen aus Eritrea und warten in Steinhausen bis sie auf Gemeinden verteilt werden. «Wir haben nur noch ein Kind, das seit Anfang an dabei ist», fügt Matter an. Die anderen Kinder kämen jedoch alle noch zurück zu den bunten Nachmittagen.

Am vergangenen Samstagnachmittag (28. Juli 2018) gab es eine Wasserstafette im Garten, danach wurden Jonglierbälle gebastelt und Mandalas gemalt. «Wir geben den Kindern immer die Möglichkeit, sich erst auszutoben. Anschliessend machen wir etwas Ruhigeres zusammen.» Es sollen immer pfadfinderähnliche und thematische Anlässe sein, bei denen das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund steht. «Ganz klar haben wir auch das Ziel, den Kindern das Konzept der Pfadfinder näherzubringen und hoffen, dass die Kleinen sich später auch der richtigen Pfadi beitreten», sagt Matter. Spielerisch soll den Kindern die Integration erleichtert werden.

Das Projekt gewann 2017 den Wettbewerb der Zuger Kantonalbank (150 Jahre ZKB-Jubiläum). Die Allegra Pfadfinder werden ausschliesslich mit dem Geld finanziert, welches die Zuger Kantonalbank als Preissumme für den Gewinn des Wettbewerbes ausgeschüttet hat. «Uns stehen insgesamt 10000 Franken zur Verfügung.» Miriam Matter hat schon gerechnet: «Die Allegra Pfadfinder wird also bestimmt noch mindestens sieben Jahre geben». So dürfen sich Flüchtlingskinder noch auf zahlreiche Höhepunkte freuen.

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