INTEGRATION: Die Migranten wollen gefordert werden

Wer sich in Zug niederlassen will, soll Deutsch sprechen. Für die einen ein Meilenstein, für andere zu viel Zwang.

Drucken
Teilen
Ganga Jey Aratnam, Verein Integrationsnetz Zug. (Archivbild Alexandra Wey/Neue ZZ)

Ganga Jey Aratnam, Verein Integrationsnetz Zug. (Archivbild Alexandra Wey/Neue ZZ)

Der Kantonsrat hat in seiner letzten Sitzung der Regierung mit grosser Mehrheit den Auftrag erteilt, ein Integrationsgesetz zu schaffen. Wenig später setzte er zum gleichen Themenkomplex noch eine neue Wegmarke fürs Zusammenleben von Schweizern und Menschen aus anderen Ländern im Kanton: Zug führt als erster Kanton der Schweiz die Niederlassungsklausel für Migranten aus Drittstaaten ein.

Ein neuer Nachweis nötig
Jetzt müssen Ausländer, die nach zehn Jahren Aufenthalt in der Schweiz eine dauernde Niederlassung anstreben, den Nachweis erbringen, dass sie der deutschen Sprache in den Grundzügen mächtig sind. Das zu erreichende Niveau umschreibt die Webseite einer grossen Sprachschule so: «Sie können sich in vertrauten Situationen mit kurzen Sätzen verständigen. Zum Beispiel können Sie sich am Bahnschalter informieren.»

Ganga Jey Aratnam vom Verein Integrationsnetz Zug sagt zu diesem Schritt des Zuger Kantonsrats: «Es ist ein Meilenstein für eine gleichberechtigte Zukunft von ausländischen und einheimischen Personen und für den Austausch auf gleicher Augenhöhe.» Den Migranten werde so «etwas zugetraut». Der Alternative Kantonsrat Rupan Sivaganesan, der zusammen mit fünf Ratskollegen die Motion eingereicht hat, setzt noch einen drauf: «Wenn man dieses Sprachniveau nach zehn Jahren nicht erwarten kann, dann sind wir doch eine Verblödungsgesellschaft.»

Anreize oder Verpflichtung?
Für Kantonsrat Rupan Sivaganesan, dessen Wurzeln in Sri Lanka liegen, ist das anzustrebende Sprachniveau für die Niederlassungsbewilligung «keine Frage der Machbarkeit». Er spricht vielmehr von einer Verpflichtung, die Freiheit schafft.

Marco Morosoli

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Zuger Zeitung.