INTEGRATION: Die SP stellt das Zuger Schulsystem in Frage

Die Sozialdemokraten wollen die Integration fördern – mit Ideen, die nicht einmal ihnen ganz geheuer sind.

Drucken
Teilen
(Symbolbild Keystone)

(Symbolbild Keystone)

Die kantonale SP sieht bei der Integration im Kanton Zug grossen Nachholbedarf. Sie stellt nun ein Positionspapier vor, das am Montagabend von den Mitgliedern verabschiedet wurde – und einige brisante Details enthält. So fordern die Zuger Sozialdemokraten eine Evaluation des «Tessiner Modells» für eine mögliche Übernahme für die Volksschule im Kanton Zug. Dieses Modell sieht unter anderem einen Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung und einen Verzicht auf Sonderschulen vor. Es soll auch keine Selektion vor Ende der Oberstufe (Sekundarstufe I) mehr geben – das heisst, eine Unterteilung in Real-, Sekundar- und Werkschule würde entfallen.

Skandinavien als Vorbild
Für SP-Kantonsrat Hubert Schuler (Hünenberg) ist solch ein radikaler Schritt alelrdings gar nicht notwendig. «Wir sind auf gutem Wege, die Stufen durchlässig zu gestalten.» Laut SP-Parteipräsidentin Barbara Gysel (Zug) hat der Bund eine ähnliche Forderung aufgestellt. «Es geht nicht um eine utopische Abschaffung aller Stufen, sondern um die kritische Überprüfung der Sonderschule. Das Tessiner Modell enthält verschiedene Elemente.» Studien würden zeigen, dass durch eine frühe Selektion Jugendliche in ihrer Entwicklung behindert werden können. Auch Sonderschulen würden die Eingliederung hemmen. «Grundsätzlich sollten Kinder darum in Regelklassen unterrichtet werden.» Denn jedes sechste ausländische Kind sei hier in einer Sonderklasse, so Gysel. In Zug sei der Anteil von Kindern in Sonderschulen deutlich höher als in Genf, und dies bei gleicher Leistungsfähigkeit. Untersuchungen hätten klar gezeigt, dass ausländische Kinder dadurch benachteiligt würden, macht Gysel klar, die selber einst als Lehrerin Schulklassen mit einem hohen Anteil an ausländischen Kindern unterrichtet hatte.

Yvonne Anliker und Andreas Oppliger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Zuger Zeitung.