INTEGRATIONS-BRÜCKENANGEBOT: Damit sie sich schnell zu Hause fühlen

57 Schüler, 21 Nationen – ein Pulverfass? Nein, in einer Zuger Schule lernen Flüchtlinge neben Managersöhnen. Friedlich.

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Szene vom Kochunterricht der Integrationsschule im Schulhaus Loreto in Zug. (Bild Dominik Hodel/Neue ZZ)

Szene vom Kochunterricht der Integrationsschule im Schulhaus Loreto in Zug. (Bild Dominik Hodel/Neue ZZ)

Viele Chancen im Leben hat Chanda nicht gehabt. Trotz ihrer erst 16 Jahre hat sie schon mehr erlebt, als mancher Erwachsenen ertragen könnte. Eine schlimme Diktatur, einen verheerender Krieg. Chanda kommt aus dem Irak.

Vor eineinhalb Jahren ist sie in die Schweiz geflohen. Sie sei froh, sagt sie, dass sie jetzt die Chance habe, in Ruhe zu leben, in die Schule zu gehen und später, wenn sie genügend Deutsch spricht, eine Berufslehre zu machen. Damit dieser Wunsch auch in Erfüllung geht, büffelt sie zusammen mit 56 anderen Schülern am Integrations-Brückenangebot in Zug. Neben Deutsch stehen alle Fächer auf dem Lehrplan, die in der obligatorischen Schule angeboten werden. «Wir stellen sicher, dass die Lernenden am Ende der zweijährigen Schulzeit auf dem Niveau der Absolventen der obligatorischen Schule sind», erklärt Schulleiter und Schwyzer SP-Nationalrat Andy Tschümperlin.

Konflikte bleiben draussen
57 Schüler aus über 20 Ländern, kann das gut gehen? Ja, sagt Tschümperlin, es funktioniere bestens. «Wenn die Jugendlichen in die Schweiz kommen, sind wir oft die erste Anlaufstelle. In der Schule lernen sie unsere Sprache und auch viel über die Schweiz. Die Schule ist so etwas wie eine zweite Heimat für die Lernenden.» Das merke man daran, dass viele Schüler auch nach dem Austritt noch oft vorbeikämen, in der Schule zu Mittag ässen und bei den Lehrern Hilfe suchten. Gewalt unter den Jugendlichen? Fehlanzeige. «Im Gegensatz zu vielen anderen Schulen hat es bei uns noch nie solche Probleme gegeben. Hier lernt ein Iraker neben einem Schüler aus Grossbritannien und ein Serbe neben einem Kroaten. Die Konflikte in ihren Heimatländern müssen bei uns draussen bleiben.»

Und auch beim Lerneifer können sich die Lehrer nicht beschweren. «Die Lernenden sind selbst daran interessiert, dass es mit dem Deutsch möglichst schnell klappt», sagt Deutschlehrerin Felicitas Bürgi. Zwei Jahre besuchen die Jugendlichen die Integrationsschule. Danach suchen sie eine Lehrstelle, beginnen zu arbeiten oder gehen an die Kantonsschule.

Nelly Keune

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Zuger Zeitung.