Das Ägerital soll 5G-frei bleiben

In den Zuger Berggemeinden hat sich eine IG gegründet, die über 5G aufklären und die Techonologie im Ägerital verhindern möchte.

Vanessa Varisco
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Das Baugesuch für die Umrüstung einer bestehenden Antenne zu einer 5G-Antenne hat in Unterägeri Wellen geschlagen. Über 1000 Anwohner haben eine Einsprache von Iwan Iten gegen die Antenne unterschrieben. Die grössten Bedenken gegenüber der Antenne waren die möglichen gesundheitlichen Folgen, negative Einflüsse auf Umwelt und Ortsbild sowie die Wertminderung umliegender Liegenschaften. Auch in Morgarten sind Anfang Jahr gegen eine geplante Antenne Dutzende Einsprachen eingegangen.

Um den Widerstand gegen das 5G im Ägerital zu koordinieren, wurde nun die IG 5G-freies Ägerital gegründet. «Wir verteilen die Arbeiten auf mehrere Köpfe und geben der ganzen Bewegung ein Gesicht, wodurch wir wahrgenommen werden», beschreibt Iwan Iten die Beweggründe zur Gründung einer IG. Ausschlaggebend dafür sei ausserdem der grosse Widerstand gegen die 5G-Antenne gewesen. Gegründet wurde die IG vor rund einer Woche und zählt mittlerweile gut 20 Mitglieder.

Blick auf das Ägerital, das nach dem Willen der Interessengemeinschaft 5G-frei bleiben soll.

Blick auf das Ägerital, das nach dem Willen der Interessengemeinschaft 5G-frei bleiben soll.

Stefan Kaiser (24. April 2019)

Für das Ziel der IG findet Iten klare Worte, man wolle die Bevölkerung mit Veranstaltungen über die fünfte Generation des Mobilfunks aufklären. Ein erster Referate-Abend findet Ende Juni statt. Am 24. Juni um 19.30 Uhr werden Franz Ulrich, Elektroingenieur, und Denise Ulrich, Gymnasiallehrperson, in einem Referat Hintergrundinformationen zu 5G geben und Fragen rund um die Thematik aufgreifen und erörtern. Konkret werden Fragen wie, was ist 5G und wem nützt es oder schützen die Grenzwerte genügend, beantwortet.

«Die IG ist wie ein Netzwerk, in dem man voneinander profitieren und sich austauschen kann»,

ist Iten überzeugt. In einer Medienmitteilung schreibt die Interessengemeinschaft ausserdem: «Uns schwebt ein 5G-freies Ägerital vor.» Das Ägerital soll der Vision nach ein Naherholungsgebiet mit minimaler Strahlenbelastung bleiben und statt des 5G-Netzes soll das Glasfasernetz flächendeckend aufgebaut werden.

Gefordert wird Transparenz

Die Aufklärung scheint für die IG dabei allerdings eine der grössten Rollen zu spielen. Weshalb? «Es ist wichtig, dass die Bevölkerung offen, transparent und unabhängig über die Chancen und Risiken von 5G informiert wird», findet Iwan Iten. 5G sei von kommerziellem Interesse für viele, was nicht grundsätzlich schlecht sei, aber: «Es braucht eine öffentliche Interessenabwägung.»

Da bislang auch eine Messempfehlung des Bundes fehlt, ist die IG der Überzeugung, dass umso vorsichtiger mit den neuzubauenden Antennen umgegangen werden müsse. «Es darf kein 5G-Experiment auf Kosten der Gesundheit von Mensch, Tier und Natur durchgeführt werden.» Zu Aufklärungszwecken hat die IG deshalb eine Website aufgeschaltet, die rund um die 5G-Situation im Kanton Zug als auch über nationale Lage und internationale Forschung informiert.

Entscheidend dafür ist deshalb das Gespräch mit Politikern und Behörden. Die Interessengemeinschaft steht deshalb in Kontakt mit Gemeinde- und Kantonsräten und ist insbesondere froh, über das restriktive Vorgehen mit 5G-Baugesuchen. Abschliessend fordert die IG: «Wir wollen Klarheit und Transparenz wohin die Entwicklung im Mobilfunk gehen soll.» Hinweis

Hinweis
Die IG 5G-freies-Ägerital lädt alle Interessierten am 24. Juni, 19.30 Uhr, zu einer ersten Informationsveranstaltung über Mobilfunk und 5G in der Maienmatt in Oberägeri ein. Weiterführende Informationen zur IG gibt es unter www.ägerital.5gfrei.ch.