Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Oberägeri: Über 600 Unterschriften
für den Erhalt der Bankfiliale

Die Einwohner kämpfen für den Erhalt «ihrer» Raiffeisenbank. Ob die nun überreichte Petition etwas bewegen kann, ist fraglich. Doch die Bankleitung räumt Fehler ein, was die Kommunikation betrifft.
Rahel Hug
Erik Müller und Michael Iten (von links) nehmen die Petition von Klaus Bilang entgegen. (Bild: Jakob Ineichen (Oberägeri, 5. Juli 2018))

Erik Müller und Michael Iten (von links) nehmen die Petition von Klaus Bilang entgegen. (Bild: Jakob Ineichen (Oberägeri, 5. Juli 2018))

«Eine Bank, die einen Fanclub hat – in der heutigen Zeit ist das eine Seltenheit», bringt es Klaus Bilang auf den Punkt. Die Raiffeisenbank Oberägeri jedenfalls hat eine grosse Anhängerschaft. Sie umfasst mindestens 618 Personen, um genau zu sein. So viele Unterschriften hat die IG Pro Raiffeisen Oberägeri um Klaus Bilang gesammelt – mit dem Ziel, ein Zeichen für den Erhalt des Standorts im Dorf zu setzen. Gestern haben Vertreter der IG in der Bankfiliale an der Hauptstrasse 42 die Petition übergeben.

Der Hintergrund: An der Generalversammlung im März hat die Raiffeisenbank Region Ägerital-Sattel über die Aufhebung der Filiale Oberägeri per Ende 2019 informiert. Einige «Fans» der Bank gründeten daraufhin die IG und starteten eine Unterschriftensammlung. In den Leserbriefspalten wurde das Vorgehen der Bank emotional diskutiert.

Breite Unterstützung aus der Bevölkerung

Für Klaus Bilang sind die 618 Unterschriften «ein starkes Zeichen». Menschen aus dem ganzen Ägerital, aus Sattel, aus allen Bevölkerungsschichten, politischen Parteien und Berufen haben laut Bilang die Petition unterzeichnet. Die Sammlung sei «sehr breit abgestützt». «Unsere Hoffnung ist es, dass der Verwaltungsrat seine Strategie anpasst und die Geschäftsstelle Oberägeri erhalten bleibt.»

Die Argumente, die aus Sicht der IG gegen eine Aufhebung sprechen, sind zahlreich. Die Bank habe eine lange Tradition im Dorf. Sie wurde 1937 gegründet und ist mit Menzingen-Neuheim die älteste im Kanton. Die Dienstleistungen am Schalter, schreibt die IG in ihrem Argumentarium, würden vor allem vom Gewerbe sehr geschätzt. Die Strategie des Verwaltungsrates sei «nicht zukunftsorientiert» und werde den Raiffeisen-Grundsätzen nicht gerecht: Kundennähe und Geld aus dem Dorf, für das Dorf. Für den ehemaligen Bankleiter Marcel Vock, der an der Übergabe ebenfalls dabei ist, handelt es sich um eine «Schliessung auf Vorrat»: «Sie kommt fünf bis zehn Jahre zu früh.» Und die aufgebrachte Dora Züger-Nussbaumer, deren Vater lange Zeit als Bankverwalter in der Raiffeisenbank Oberägeri tätig war, ist der Meinung, mit der Schliessung verabschiede man sich von den Gründergedanken von Friedrich Wilhelm Raiffeisen.

Kann die IG nun hoffen, dass die Führung auf ihren Entscheid zurückkommt? Michael Iten, Präsident des Verwaltungsrates, und Erik Müller, Vorsitzender der Bankleitung, versichern an der Übergabe zwar, dass man die Petition auswerten werde und «für alles offen» sei. «Doch wir sind gegenüber den Genossenschaftern verpflichtet, gut zu wirtschaften», räumt Iten ein. In einer Mitteilung schreibt die Bank, dass die Dienstleistungen in Oberägeri zu einem grossen Teil fortbestehen würden. So bleibe der Bankomat erhalten, die Beratung bei Kunden zu Hause sei gewährleistet und in ihrer Mobilität eingeschränkten Kunden, die die Bankgeschäfte in der Geschäftsstelle tätigen möchten, werde die Hin- und Rückfahrt zur Unterägerer Filiale mit dem TixiTaxi offeriert.

Nur noch circa fünf Beratungen pro Woche

Der Entscheid zur Aufhebung sei richtig, schreibt die Bank: «Im Durchschnitt führen wir in Oberägeri pro Woche nur noch circa fünf Beratungsgespräche durch; und nur rund 20 Personen zahlen am Bankschalter Bargeld ein oder aus.» Was die Kommunikation betrifft, räumen die beiden Bankvertreter im Communiqué Fehler ein. Im Rückblick sei man sich bewusst, «ungenügend kommuniziert» zu haben, heisst es. «Wir wollten zuerst unsere Genossenschafter informieren und danach unsere Kunden, die Behörden und die Öffentlichkeit. Für die Genossenschafter war die Generalversammlung der richtige Ort. Es wäre allerdings besser gewesen, die Information über die Geschäftsstelle Oberägeri bereits in der Einladung zur Generalversammlung zu erwähnen. Für diesen Fehler bitten wir um Entschuldigung.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.