INTERKANTONALE POLIZEISCHULE: «Ich dachte immer, wäre ich doch dabei»

Am Bürotisch war es Martina Stocker zu langweilig. Jetzt lernt sie das Polizeihandwerk. Selbst das Schiessen hat es ihr angetan. Aber nicht nur das.

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Martina Stocker aus Steinhausen lässt sich in Hitzkirch zur künftigen Zuger Polizistin ausbilden. (Bild Patrik Pauli/Neue ZZ)

Martina Stocker aus Steinhausen lässt sich in Hitzkirch zur künftigen Zuger Polizistin ausbilden. (Bild Patrik Pauli/Neue ZZ)

Sehr bestimmt steuert Martina Stocker auf ihren Spind zu, zieht die Einsatzweste heraus und den Gurt mit dem Pistolenhalfter. «Eine Waffe habe ich nicht da fürs Bild», sagt die angehende Polizistin lachend, «die ist unter Verschluss.»

Seit dem September ist die 25-jährige Steinhauserin an der Interkantonalen Polizeischule in Hitzkirch (IPH), lernt im Schulgebäude Gesetz und Polizeitheorie und hier im Trainingszentrum die Praxis, das Handwerk, etwa die Personenkontrolle, für die extra ein «Zivilistenjäckchen» zur Kennzeichnung des Täters an der Wand hängt, die Selbstverteidigung oder das Durchsuchen von Waldabschnitten.

Die Abwechslung ist es, die Martina Stocker weg vom Bürotisch des Standesamtes und hin zur Schulbank der Polizei gelockt hat: «Wenn früher an einem Sonntagnachmittag ein Polizeiwagen mit Blaulicht an mir vorbeigefahren ist, dachte ich immer: Wäre ich doch da dabei.» Auf Herz und Nieren wurde Stocker geprüft und für tauglich befunden, jetzt steht sie mit sieben anderen Zugern am Anfang der zwölfmonatigen Ausbildung, in einem Jahr wird sie ins Korps der Zuger Polizei aufgenommen. Die letzten beiden Monate verbrachte sie unter der Woche auf dem Campus.

«Frauen und Männer sind gleichberechtigt»
Etwa ein Viertel der Polizeischüler sind Frauen. Stocker sagt: «Wir sind absolut gleichberechtigt. Männer haben aber leichte Vorteile, sie sind den militärischen Umgangston von der Armee her gewohnt und können meistens schon schiessen.» Für die zirka 300 Schüler der Polizeischule stehen 380 Lehrpersonen zur Verfügung, ein für viele andere Schulen utopisches Betreuungsverhältnis. Zu jedem Thema werden Spezialisten aus der Praxis der verschiedenen Polizeikorps geholt.

Man müsse mit dem Druck zurechtkommen können und mit der vom Staat übertragenen Macht. «Wir sind aber ja genau deshalb ausgewählt worden, weil wir die Veranlagung dazu mitbringen», sagt sie, sichtlich stolz, packt ihre Sachen zusammen und eilt in die nächste Stunde.

Falco Meyer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Zuger Zeitung.