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Der erfolgreiche EVZ-Nachwuchscoach Fabio Schumacher hofft, dass das Academy-Team weitergeführt wird

Der Cheftrainer des U20-Elit-Teams der Zuger äussert sich zur Kontroverse um die künftige Ausrichtung der Swiss League. Der Heraufsetzung der Altersgrenze für Junioren steht er offen gegenüber.

Michael Wyss
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Das Zuger U20-Team um Trainer Fabio Schumacher (im Hintergrund) überzeugt bisher in der Saison.

Das Zuger U20-Team um Trainer Fabio Schumacher (im Hintergrund) überzeugt bisher in der Saison.

Bild: Matthias Jurt (Cham, 7.Januar 2021)

Fabio Schumacher, wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Meisterschaft der U20-Elit-Mannschaft?

Fabio Schumacher: Sehr zufrieden mit dem aktuellen Stand. Bis zur Weihnachtspause hatten wir nur drei Niederlagen zu beklagen. Mit 23 Siegen aus 26 Partien war die Bilanz doch beeindruckend. Im neuen Jahr sind wir mit zwei Niederlagen gestartet, was sicher für den Lernprozess wichtig ist. Interessant ist für mich zu sehen, wie das Team darauf reagiert, wenn es einen Rückschlag gibt.

Wo liegt der Grund für den sportlichen Erfolg bislang?

Die Mannschaft besteht aus Charaktertypen, sie ist lernwillig und will sich weiterentwickeln. Dies merke ich in jedem Training. Unser Ziel ist es, in jedem Training Gamelike zu trainieren. Dies bedeutet eine hohe Intensität, hohe Laufbereitschaft und ein gesundes, hartes Battle-Level.

Wie lautet Ihr erstes Etappenziel mit dem Team?

Wir haben pro Runde, die elf Spiele umfasst, ein Punkteziel bestimmt. Wenn wir pro Runde diese Punktzahl erreichen, sind wir Ende der Qualifikation unter den besten Vier und somit haben wir Heimvorteil in den Playoffs.

Stichwort Corona: Es ist ein leidiges Thema. Wie meistern Sie das und wie gehen die Spieler damit um?

Der EVZ und das OYM haben ein sehr gutes Schutzkonzept erstellt, an welches sich alle vorbildlich halten. Jedoch gibt es durch Quarantänen diverser Mannschaften immer wieder Verschiebungen von Partien, was zu spontanen Spielplanänderungen führt. Das Wichtigste für uns ist, Spielpraxis beizubehalten und dass die Spieler sich weiterentwickeln können. Die coronabedingte Situation bringt auch viel Unvorhergesehenes mit an den Tag, was meine Spieler mental stärker macht. Man muss sich auf jede Situation einstellen können.

Die Swiss League wird ab der Saison 2022/23 eine eigenständige Aktiengesellschaft sein. Nicht klar ist, welche Rolle die Farmteams dabei einnehmen und ob sie überhaupt weiterhin eine Berechtigung haben. Die Zukunft der EVZ Academy ist ungewiss. Was sagen Sie dazu?

Eine Mannschaft in der Swiss League zu stellen, ist sehr wichtig für unser Ausbildungskonzept. Diese Plattform gibt uns die Möglichkeit, junge Spieler schon sehr früh an das Niveau der National League heranzuführen und erste Erfahrungen im Männer-Hockey zu machen. Wenn wir kein SL-Team mehr hätten, müssten wir eine Alternative suchen, denn es ist unsere Aufgabe, die Spieler top ausbilden zu können. Der EVZ geniesst schweizweit einen sehr guten Ruf in Sachen Nachwuchsausbildung, wir wollen dem weiter gerecht werden.

Aktuell erhalten viele Spieler aus Ihrem Team die Möglichkeit, bei der EVZ Academy zu spielen. Was schliessen Sie daraus?

Als Trainer macht mich das stolz. Das zeigt mir, dass wir beim EVZ in Sachen Ausbildung auf sehr gutem Weg sind. Schön ist, dass meine Spieler in der Swiss League keine Mitläufer sind, sondern eine gute Figur abgeben. Sie kommen dann auch wieder mit einem Glücksgefühl zurück und sind motiviert. Es entsteht eine Win-win-Situation für die Elit-U20 und die EVZ Academy.

In Zukunft sollen Spieler bis 22 Jahre bei den ältesten Junioren in der Elit-Meisterschaft spielen können. Was ist Ihre Haltung?

Durch die Anhebung auf 22 Jahre erhalten einige Spieler die Möglichkeit, länger in einer Ausbildungsstruktur zu sein, was mehr Flexibilität in ihrer Entwicklung mit sich bringt. Zwei zusätzliche Jahre sind aus diesem Grund sehr wichtig für den Reife- und Lernprozess.