INWIL: Eine Kirche ist ausgehöhlt

St. Thomas wird derzeit saniert. Viel ist vom Gotteshaus nicht stehen geblieben. Doch schon Ende Jahr sollen hier wieder Messen gefeiert werden.

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Die Umbauarbeiten an der Kirche St. Thomas sind momentan in vollem Gange. (Bild Stefan Kaiser)

Die Umbauarbeiten an der Kirche St. Thomas sind momentan in vollem Gange. (Bild Stefan Kaiser)

carmen desax

Etwas wackelig sieht sie zurzeit schon aus: Die Kirche St. Thomas in Inwil ist fast komplett ausgehöhlt. Lediglich das Dach steht über der Baugrube. «Eigentlich stand am Anfang die Idee einer sanften Sanierung, jetzt ist es halt doch etwas mehr», sagt Erwin Bortis, Kirchengemeinderat und Bauchef.

Langer Weg zur Sanierung

Irgendwie war von Anfang an der Wurm drin, und nicht alles lief nach den Vorstellungen des Kirchenrates. Denn eigentlich war geplant, die sogenannte Fastenkirche, die nun fast 40 Jahre alt ist, durch einen Neubau zu ersetzen. Das für 8,9 Millionen Franken budgetierte Projekt wurde im Februar 2012 aber an der Urne abgelehnt. Das geplante Begegnungszentrum konnte nicht entstehen, einen Plan B gab es damals nicht. Der Kirchenrat musste erneut über die Bücher und von vorne beginnen.

Entstanden ist schliesslich ein abgespeckter Plan: Die Kirche soll saniert und um einen Anbau ergänzt werden. Doch auch bei der Abstimmung zu diesem Projekt mit einem Baukredit von 4,4 Millionen Franken gingen die Emotionen hoch. Schliesslich wurde der Kredit im Juli 2014 angenommen (wir berichteten). Zu einer weiteren Zeitverzögerung kam es anschliessend, weil das Baugesuch für die Sanierung erst mit Verspätung aufgelegt werden konnte. Die Planung habe mehr Zeit in Anspruch genommen, erklärte Kirchenschreiber Stefan Doppmann damals gegenüber unserer Zeitung.

Der ambitionierte Zeitplan, der vorsah, dass die sanierte Kirche zusammen mit dem Anbau an der Ebeler Chilbi vom 28. Juni dieses Jahres eröffnet werden kann, kam bereits ein erstes Mal ins Stocken.

Rostende Spannkabel

Bei den Bauarbeiten gab es nun ebenfalls unvorhergesehene Schwierigkeiten: «Beim Rückbau der Kirche kamen rostende Spannkabel zum Vorschein», gibt Bortis Auskunft. Bei einer weiteren Sitzung der Bauherrschaft sei man nun übereingekommen, die restlichen Spannkabel ebenfalls freizulegen.

Die ursprüngliche Idee, die Kirche bloss aussen einer Totalsanierung zu unterziehen und eine neue Gebäudehülle über die Räume zu legen, musste nun kurzfristig geändert werden. Es muss nun auch innen saniert werden.

«Gestartet wurde mit dem Abbruch», erklärt der Bauchef. Die bestehenden Räume und die Trennwand in der Kirche seien entfernt worden. Gleichzeitig wurde der Aushub für das Untergeschoss in Angriff genommen. «Der Neubau wird sieben bis acht Meter unter die Kirche geschoben», erklärt Bortis. Bereits vorher haben dort Räume bestanden, sagt er weiter, der Aushub sei also nicht sehr gross ausgefallen. «Die Realität sieht aktuell aber tatsächlich so aus, dass nicht mehr viel von der ursprünglichen Kirche stehen geblieben ist.» Der Vorteil sei jetzt, dass der Boden richtig aufgeschichtet und eine umfangreiche Abdichtung der Wände vorgenommen werden konnte.

Im neuen Anbau werden alle Pfarreiräume ihren Platz finden. «Der Kinderhort, die Sakristei und ein separater Raum finden im Erdgeschoss ihren Platz. Ein grosser Gemeinschaftsraum wird im ersten Obergeschoss für 200 Personen Platz bieten», so der Baumeister. Im zweiten Obergeschoss werden zwei kleinere Gemeinschaftsräume eingebaut. Diese können als Sitzungszimmer oder miteinander verbunden als grösserer Raum dienen. Vom Erdgeschoss werde es einen direkten Zugang zur Kirche geben, erklärt Bortis.

Rainhalde als Übergangslösung

Auf die Frage, wie lange der Umbau denn dauern soll, antwortet der Bauchef: «Das ist eine heikle Frage. Wenn alles gut läuft, kann Mitte Dezember eingezogen werden.» Allerdings habe man mit den rostenden Spannkabeln ja bereits eine erste Überraschung erlebt. Unterdessen habe man aber einen ziemlich guten Überblick, gibt sich Bortis zuversichtlich. Aber abhängig sei man von vielen Faktoren, nicht zuletzt von guten Wetterbedingungen.

Der Kinderhort ist zwischenzeitlich in der Schule in Inwil untergebracht. Das ganze Inventar der Kirche, inklusive Altar, wird momentan im Mehrzwecksaal Rainhalde zwischengelagert. Bortis: «Dort finden auch die kirchlichen Anlässe bis zum Einzug in die sanierte Kirche statt.»