INWIL: Jetzt regieren Rolf II. Wyss und seine Frau Erika

Die Fröschenzunft Ebel hat ein neues Oberhaupt. Der Zunftmeister geht die Fasnacht gelassen an.

Natalia Widla
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Rolf II. Wyss nimmt die Huldigungen des Ebeler Fasnachtsvolks entgegen. (Bild Roger Zbinden)

Rolf II. Wyss nimmt die Huldigungen des Ebeler Fasnachtsvolks entgegen. (Bild Roger Zbinden)

Seit vergangenem Wochenende gibt in Inwil ein neuer Zunftmeister den fastnächtlichen Ton an: Rolf II. Wyss wurde am Samstagabend im Rainhaldesaal offiziell ins hohe Amt des «Würdenträgers und zukünftigen Herrschers über das Land der Frösche» gehoben. Nach 53 Zunftmeistern und 8 Froschkönigen seit der Zunftgründung im Jahre 1945 ist Rolf II. bereits das 62. Zunftoberhaupt. Ihm gebührt die Ehre, die Fröschenzunft Ebel durch die Fasnacht 2014 zu geleiten. Tatkräftig dabei unterstützt wird Rolf II. von seiner Ehefrau und diesjährigen Zunftmutter Erika Wyss. Für musikalische Unterhaltung sorgten die Guggenmusiken Kröntä, die Descampados und die Lorze-Dräck-Gusler.

Ein ruhigeres Motto?

Bevor die Inthronisation des neuen Zunftmeisters aber mit einem dreifachen «Quäh Quäh Quäh» besiegelt werden konnte, musste zuerst der letztjährige Zunftmeister Peter II. Schelbert sein Amt abgeben. «Ich kann es kaum glauben, wie schnell dieses Jahr vorbeigegangen ist», so Peter II. Es war vor allem sein rhetorisches Talent, weswegen er in Erinnerung bleiben wird: «Peter II. konnte das Fröschenvolk mit seinen Ansprachen die ganze Fasnacht 2013 hindurch immer motivieren und mitreissen», erinnert sich der Zeremonienmeister Donald Basan. «Es ist eine ereignisreiche und freudige Fasnachtszeit gewesen», erzählt Peter II. und fügt lachend an: «Wenn ich aber gewusst hätte, dass mein Hofstaat mein Motto ‹Mit voller Energie simmer debi› so wörtlich nehmen und immer wieder Höchstleistungen von mir abverlangen wird, hätte ich ein etwas ruhigeres Motto gewählt. Zum Beispiel ‹Änehocke, zämerutsche, hockebliibe›». Dem neuen Zunftmeister wünscht Peter II. für dieses Jahr nur das Allerbeste: «Es ist eine einmalige Zeit, die du erleben wirst, Rolf, geniesse sie!».

Nachdem Peter II. die Zunftmeister-Insignien, den Zweispitz, die Goldkette und das Zepter, abgelegt hat, sorgte der Präsident der Fröschenzunft, Stefan Bürge, für so manchen Lacher im Saal: Verkleidet als Putzmann mit schwarzer Wuschelperücke betrat er die Bühne und tat auf sehr unterhaltsame Art und Weise so manche Nähkästchen-Geschichte des letzten Jahres rund um das Dorf und die Mitglieder der Zunft kund. Von vermasselten Sonnenaufgang-Brunchs, EVZ-Matches bis zu vergessenen Lederjacken: Der Präsident «putzte sauber» und machte so reinen Tisch für ein weiteres Jahr voller neuer Ereignisse.

«Es chunt, wies chunt»

Und dann war auch schon der eigentliche Höhepunkt des Abends gekommen: Rolf Wyss wurde als Rolf II. ins Amt des Zunftmeisters gehoben. Auf die Bühne und durch die Fasnacht begleiten ihn neben der Zunftmutter Erika auch die beiden Ehrendamen, seine Tochter Petra und Alexandra Meier, eine langjährige Freundin der Familie. Rolf II. Fastnachtsmotto lautet «Es chunt, wies chunt». «Es ist einfach eine simple Wahrheit und irgendwie auch mein Lebensmotto», erklärt Rolf II. Wyss. «Auf die Fasnachtszeit freue ich mich riesig, ich bin unendlich stolz, dieses Amt für ein Jahr übernehmen zu können.» Der Vorstand der Fröschenzunft, die Altzunftmeister, seine Familie und viele andere huldigten an diesem Abend dem neuen Zunftmeister. Dieser nahm die ganze Prozedur ganz gelassen, stets nach dem Motto: «Es chunt, wies chunt – und es chunt sicher guet!»