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Ist der Turbokreisel gefährlich?

Nach einem Unfall ist der passionierte Velofahrer Hans Wipf überzeugt: Das Bauwerk ist für Velofahrer eine Gefährdung.
Eddy Schambron
Über den Murianer Turbokreisel führen auch eine kantonale und kommunale Radroute. (Bild: Eddy Schambron)

Über den Murianer Turbokreisel führen auch eine kantonale und kommunale Radroute. (Bild: Eddy Schambron)

Der Turbokreisel in Muri, der sich bis Ende März in einem Versuchsbetrieb befindet, ist für den langsamen Zweiradverkehr gefährlich. Das findet Hans Wipf, passionierter Velofahrer und als diplomierter Architekt mit Fachausweis als Aargauer Bauverwalter in baulichen Fragen bewandert. «Der Turbo-Kreisel wurde unter anderem mit dem Ziel erstellt, den motorisierten Verkehr flüssiger fahren zu lassen. Die damit realisierten verschiedenen Spuren eignen sich aber nicht für den Velofahrer und widersprechen auch den Normen des Verbandes Schweizerischer Strassenfachleute (VSS)», kritisiert er.

Bis Ende März wird der Turbo-Kreisel im Versuchsbetrieb geführt. Er weist drei unterschiedliche Einfahrten auf, welche beispielsweise das Rechtsabbiegen erleichtern, aber Autofahrer auch, weil sie ungewohnt sind, verunsichern können. Gegen das Bauvorhaben sind bei der Bauausschreibung keine Einwendungen eingegangen, auch von Wipf nicht, weil er als Versuchsbetrieb deklariert worden ist. «Jetzt muss man aber über die Bücher», sagt er.

Auslöser ist sein selbst erlebter Unfall als Velofahrer im Januar dieses Jahres. Eine Autofahrerin hatte ihn, trotz Leuchtweste, Licht und guter Sicht, übersehen, er stürzte mit seinem Fahrrad und erlitt leichte Verletzungen. Auf eine Anzeige gegen die Autofahrerin verzichtete er: «Der Unfall hatte eindeutig mit dem neu erstellten Turbokreisel zu tun, die Aufmerksamkeit der Autofahrerin wurde wohl von dieser Situation abgelenkt.» Die Polizei war vor Ort, durch den Verzicht auf eine Anzeige dürfte der Unfall aber nicht in der Statistik erscheinen, vermutet der Verunfallte.

Nicht normengerecht und widersprüchlich

Der Kreisel weise nach Ansicht von Wipf verschiedene Mängel auf. Weil die Einfahrts- und Ablenkungswinkel geändert wurden, erhöhe sich die Geschwindigkeit des motorisierten Verkehrs. Bedürfnisse der Radfahrer würden nicht berücksichtigt, obwohl eine kantonale und kommunale Radroute über ihn führt. Er sei nicht normengerecht erstellt und folge auch den Empfehlungen der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) nicht, die 2016 festgestellt hat, dass bei zweistreifigen Kreiseln ausserorts und bei Turbokreiseln die Radfahrer abseits der Kreiselfahrbahn auf Radwegen geführt werden sollten. «Damit widerspricht das Bauwerk sowohl den Zielen des Kantons Aargau, sicheren Radrouten zu schaffen, als auch denjenigen der Gemeinde Muri, die in ihrem Leitbild sichere Fuss- und Radwege anführt».

Marius Büttiker, Leiter Sektion Strasse 2 beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt, bestätigt, dass der Versuchsbetrieb Ende März ausläuft. Von zwei Sachbearbeitern werden die gemachten Erfahrungen und Beobachtungen jetzt ausgewertet, sind aber im Moment noch nicht spruchreif. Was erwartet Wipf jetzt? «Sinnvoll wäre, ein unabhängiges Fachgutachten zu erstellen. Ausserdem kann so der Versuchsbetrieb nicht abgeschlossen, sondern muss normengerecht überarbeitet werden.»

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