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Kolumne

Ist Gott auch Fussballfan?

Andreas Fässler über das Zusammenspiel von Glaube und Fussball.
Andreas Faessler
Bild: fae

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Und plötzlich sind alle gläubig, so scheint mir. Wenns um Fussball geht, spielen Gott und der Himmel in mancherlei Hinsicht (wieder) eine Rolle. Man betet, dass die angefeuerte Mannschaft gewinnt und weiterkommt, man faltet flehend die Hände, wenn sich ein potenziell entscheidender Coup im Spiel anbahnt, schickt vielleicht noch schnell ein Stossgebet nach oben ...

Wie nahe Fussball und Religion sich sind, hört man etwa in Baschis Hymne «Bring en hei». Da drin heisst es

Bitte, Herr im Himmel, gib eus Chraft und la eus ned la schtah...

oder

Es Gschänk vom Himmel, wänn du am Ball bisch. Ängel singed, es wird fantastisch ...

Rührend, pathetisch – und irgendwie beknackt. Ungeachtet dessen, ob ein «gottloser» Fan für 90 Minuten zu einer Ad-hoc-pseudo-Gläubigkeit findet oder ob ein religiöser Fussballfreund tatsächlich seinen Herrn anruft, auf dass Mannschaft X gewinnen möge ... Warum sollte Gott die Gebete für – sagen wir mal – die Kroaten erhören, nicht aber diejenigen für die Franzosen? Schaut er, von welcher Seite mehr oder die schöneren Verschen kommen? Oder ist Gott vielleicht selbst ein Fussballfan und lässt eh diejenigen gewinnen, für die er ist? Kaum...

Was auch immer, Gebete nützen da wohl so ziemlich gar nichts. Weder Gott noch sonst eine überirdische Instanz entscheidet, wer gewinnt. Es gewinnen – ganz einfach – die Besten.

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