Leserbrief

IT-Aufgaben gehören in die Hände von EDV-Spezialisten

Zum Leserbrief «IT-Notstand an der Kantonsschule Zug», Ausgabe vom 24.Oktober

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Unsere arbeitsgeteilte Welt besteht (leider) zunehmend aus Spezialisten: Lehrerin, Mechaniker, Web-Publisherin, Polizist, Pflegefachperson, Chirurg usw. Gerade deshalb kann nicht jede und jeder auch noch EDV-Spezialist sein – wie auch! Sonst wäre er ja in seinem Kernfach unterfordert.

Als ich beim damaligen Kantonslabor als Inspektor arbeitete, hatten wir einen EDV-Verantwortlichen im Haus, und bei Bedarf unterstützte uns das AIO (Amt für Informatik und Organisation). Dort sind die kantonalen EDV-Profis. Computer sind Werkzeuge oder Arbeitsmittel – wie es früher Webstühle, Chiffriermaschinen oder Registrierkassen waren. Diese wurden jeweils von Spezialisten revidiert respektive gewartet. Computer aufsetzen, Programme installieren, IT-Infrastruktur erneuern, Netzwerke erstellen und Sicherheitsupdates veranlassen gehören auch zur Wartung und gefälligst in die Hände von EDV-Spezialisten. Sonst wird Cyber-Kriminalität Tür und Tor geöffnet. Das zeigen fast monatlich Beispiele aus der Wirtschaft, wo durch Computer-Unachtsamkeiten ganze Betriebe lahmgelegt oder erpresst werden (hohe Dunkelziffer!).

Und nun sollen Kanti-Lehrpersonen ihre persönlichen Computer für die Schule nutzen und dazu selber warten? Der Auftrag für Lehrpersonen lautet anders. Muss nächstens der Rettungssanitäter bei seinem Einsatzfahrzeug den Jahresservice selber machen? Die Seilbahnangestellte die Steuerung der Bahn selber programmieren und updaten? Die Pflegefachperson selber ihre benötigten Programme auf den Stationszimmer-Computer laden und à jour halten? Dann gute Nacht. In welcher Welt leben unsere bildungsverantwortlichen Politiker?

Bezüglich IT-Notstand an der Kanti Zug passt genau, was Korpskommandant Süssli in Zug gesagt hatte: «Die Digitalisierung frisst uns auf.» Dem ist nichts beizufügen, ausser dass man dies gerade auch in Zeiten von Homeoffice bedenken sollte.

Ueli Krasser, Hagendorn