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Ivo Romer bezieht noch sechs Monate Lohn

Der mit schweren Vorwürfen konfrontierte Finanzchef der Stadt Zug, Ivo Romer (FDP), legt sein Amt per sofort nieder. Wer seine Nachfolge antritt, ist offen. Erste Ersatzkandidaten stehen bereit.
Ivo Romer hat am Dienstag sein Amt per sofort abgegeben. (Bild: Keystone)

Ivo Romer hat am Dienstag sein Amt per sofort abgegeben. (Bild: Keystone)

Das Stadtratsgremium kommentierte den Rücktritt Romers als «schnellen Entscheid», der zur Beruhigung der Lage beigetragen habe. Nun könne die politische Arbeit unbelastet weiter geführt werden, schreibt die Stadt Zug in einer Mitteilung. Seinen Stadtratslohn erhält Romer, der dem Gremium seit Oktober 2009 angehörte, noch während der kommenden sechs Monate ausbezahlt.

Kobelt und Oeuvray in Poleposition

Wie Stadtpräsident Dolfi Müller (SP) auf Anfrage sagte, geht er davon aus, dass die Nachfolge Romers umgehend geregelt wird und am Mittwoch bereits die konstituierende Sitzung stattfinden kann. «Es ist wichtig, dass keine Lücke entsteht», betonte Müller.

Wer Romers Nachfolge antreten wird, steht noch nicht fest. Eine Ersatzwahl ist nicht nötig, denn der Zuger Stadtrat wird im Proporzverfahren gewählt. Ersatzkandidaten auf der FDP-Liste sind der freisinnige Fraktionschef im Zuger Gemeinderat, Karl Kobelt, und die Präsidentin der Stadtpartei, Chris Oeuvray.

«Anschuldigungen entbehren jeglicher Grundlage»

Ivo Romer selbst stellt sich nach wie vor auf den Standpunkt, dass die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen jeglicher Grundlage entbehren, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Auch stelle die Amtsniederlegung in keiner Weise ein Schuldeingeständnis dar. Der Stadtrat erinnert seinerseits daran, dass sich Romer als Stadtrat nichts zuschulden habe kommen lassen und dass weiterhin die Unschuldsvermutung gelte.

Der Rücktritt erfolgt gerade einmal fünf Tage, nachdem die «Weltwoche» am vergangenen Donnerstag schwere Anschuldigungen gegen Romer erhoben hatte. Gemäss dem Wochenblatt soll der 48-jährige FDP- Mann als Vermögensverwalter von einer älteren Frau mehrere Millionen Franken abgezweigt haben.

Die Vorwürfe, die gegen Romer vorgebracht werden, sind happig. So soll er mit seiner Beratungsfirma Fidustra AG während mehreren Jahren ein Vermögensverwaltungsmandat einer älteren Frau dazu missbraucht haben, Gelder in Millionenhöhe in die eigene Tasche zu stecken.

Die Frau verstarb 2011 im Alter von 96 Jahren. Nachdem die Erben im Frühling 2012 Strafanzeige erstattet hatten, leitete die Zuger Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung wegen Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung ein. In diesem Zusammenhang kam es Ende Oktober zu Hausdurchsuchungen an mehreren Orten.

sda/rem

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