Ivo Romer sistiert Parteizugehörigkeit

Der Zuger Stadtrat bezieht zu den Vorwürfen an Finanzchef Ivo Romer keine Stellung. Anschuldigungen, er habe Hinweise der Angehörigen nicht ernst genommen, weist er entschieden zurück. Seine Parteimitgliedschaft hat Romer mit sofortiger Wirkung sistiert.

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Der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller, rechts, und der ehemalige Stadtrat Ivo Romer. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller, rechts, und der ehemalige Stadtrat Ivo Romer. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

In der aktuellen Ausgabe der «Weltwoche» werden schwerwiegende Vorwürfe gegen den Zuger Stadtrat Ivo Romer erhoben. Wie der Stadtrat von Zug am Donnerstag mitteilte, handle es sich um ein laufendes Verfahren, für welches die Strafverfolgungsbehörde zuständig sei. Bis ein rechtskräftiges Urteil vorläge, gelte auch für Stadtrat Ivo Romer die Unschuldsvermutung.

Zu den privaten Vorwürfen an Ivo Romer nimmt der Stadtrat keine Stellung, stellt aber im Zusammenhang mit Vorgängen in der Stadtverwaltung folgendes fest:

«Die Anschuldigungen, das Vormundschaftsamt der Stadt Zug oder der Stadtrat hätten Hinweise der Angehörigen nicht ernst genommen, weist der Stadtrat entschieden zurück. Tatsache ist: Die Angehörigen verlangten Abklärungen zur Urteilsfähigkeit der älteren Dame. Das Vormundschaftsamt forderte in der Folge ein ärztliches Attest ein. Dieses gab keinerlei Hinweise auf eine eingeschränkte Urteilsfähigkeit der Frau. Gestützt darauf lehnte der Stadtrat in seiner Funktion als Vormundschaftsbehörde im Juni 2008 eine Verbeiständung oder Bevormundung ab. Die Angehörigen akzeptierten diesen Entscheid und verzichteten auf einen Weiterzug an eine nächste höhere Instanz. Für das Vormundschaftsamt wie auch für den Stadtrat gab es daher keinen Grund, vermögensschützende Massnahmen anzuordnen. Die Vorwürfe einer Mitverantwortung der Behörde entbehren somit jeglicher Grundlage.»

Es gebe keinerlei Hinweise auf Verfehlungen von Ivo Romer als Vorsteher des Finanzdepartements der Stadt Zug. Des weiteren bestehe in der gesamten Stadtverwaltung ein sehr gut funktionierendes Controllingsystem, welches allfällige Verfehlungen frühzeitig aufzeige.

Trotz der happigen Vorwürfe sieht die Zuger Stadtregierung «keinen Handlungsbedarf, Ivo Romer in irgendeiner Weise einzuschränken», sagte Stadtpräsident Dolfi Müller (SP) der Nachrichtenagentur sda

«Schwerwiegende Vorwürfe»

«Es handelt sich um schwerwiegende Vorwürfe, die man ernst nehmen muss», sagte Romer auf Anfrage der sda. Er selbst habe im Zuge der Hausdurchsuchungen von der Strafuntersuchung erfahren.

Der 48-jährige Ivo Romer war Ende Oktober 2009 als Nachfolger von Ulrich Staub in den Zuger Stadtrat nachgerückt. Zuerst übernahm er das Bildungsdepartement. Nach seiner Wiederwahl im Herbst 2010 wechselte er dann ins Finanzdepartement.

pd/sda/zim

Ivo Romer sistiert Parteimitgliedschaft

Die FDP Kanton Zug wurde im Laufe des Mittwochs über das geplante Erscheinen des Weltwoche-Artikels und somit über die Vorwürfe an Stadtrat Ivo Romer in Kenntnis gesetzt. Wie die FDP am Donnerstag mitteilte, hat die Parteileitung daraufhin mit Romer Rücksprache genommen. Nach der Publikation des Artikels wurde zwischen der Parteileitung und Ivo Romer gemeinsam der Entschluss gefasst, dass Ivo Romer mit sofortiger Wirkung seine Parteimitgliedschaft sistiert. Auch die FDP weist in ihrer Mitteilung darauf hin, dass für Romer grundsätzlich die Unschuldsvermutung gilt.

pd/zim