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Zuger Jagdlehrgänger bringen Wildwarnreflektoren in Schuss

Am Samstag wurden im ganzen Kanton Wildwarnreflektoren kontrolliert, gereinigt und wenn nötig ersetzt. Diese Arbeit macht mächtig Spass und sie ist von grosser Wichtigkeit. Warum, zeigt dieser Augenschein.
Charly Keiser
Dzevad Lokmic (rechts) und Marcel Düring ersetzen einen Wildwarnreflektor zwischen Baar und Walterswil. (Bild: Charly Keiser (23. März 2019))

Dzevad Lokmic (rechts) und Marcel Düring ersetzen einen Wildwarnreflektor zwischen Baar und Walterswil. (Bild: Charly Keiser (23. März 2019))

Eine bedeutende Zahl Rehe (und auch viele andere Tiere) werden jährlich von Fahrzeugen überfahren. Auch im Kanton Zug ist die Menge des Unfallwilds gross. Zu gross, wie die Zahlen zeigen: Sind doch in den letzten neun Jahren jährlich zwischen 102 und 177 Rehe natürlich gestorben oder dem Strassenverkehr zum Opfer gefallen. Tendenz sinkend.

Um die Rehe vor dem Überfahren zu bewahren, werden darum die Strassen an den neuralgischen Stellen verblendet. Will heissen: Die Scheinwerfer der Autos lassen Alufolien oder Wildwarnreflektoren aufblitzen oder es werden akustische Warnmelder in Gang gesetzt.

Wild gewöhnt sich an die Verblendungen

Im Kanton Zug sind dies im Moment blaue Wildwarnreflektoren, wie Gregor Styger am letzten Samstag um 8 Uhr den 15 Jagdlehrgängern beim Treffpunkt zwischen Nidfuren und Schmitdli erklärte. Auf dem Programm stand nämlich das Kontrollieren, Reinigen und der allfällige Austausch der Wildwarnreflektoren des Kantons Zug. In der Vergangenheit seien CDs, PET-Flaschen und Alufolien angebracht worden, erklärte Styger. «Die blauen Reflektoren, die wir heute haben, lassen die Rehe eine Art blaue Dunstglocke sehen, wenn diese von den Scheinwerfern erfasst werden. Dank ihnen hatten wir in letzten Jahren rund 25 Prozent weniger Unfallwild.» Styger erklärte, dass sich die Rehe immer wieder an die Verblendungen gewöhnen, was immer neue Typen nötig mache.

In Fünfergruppen machten sich die Jagdlehrgänger auf den Weg, um die besagten Strecken abzugehen. Dabei wurden alle Reflektoren gereinigt und zahlreiche ersetzt. Es landete aber auch viel Unrat in den Güselsäcken. Unglaublich, was die Leute so an Glas, Plastik und Dosen aus ihren Autos werfen. Mit Leuchtwesten bestückt gingen die Zweier- und Dreierteams jeder Gruppe jeweils die linke Strassenseite ab. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Sicherheit gelegt. Um 12.15 Uhr traf die letzte Gruppe beim Treffpunkt ein. Viel Zeit ging beim Auf- und Abbau der jeweils drei Warndreiecken pro Seite ins Land, warum die angepeilten vier Stunden knapp reichten.

Die Teilnahme lohnte sich allerdings. Blieb einem doch am Ende das gute Gefühl, etwas für die Hege des Wilds getan zu haben. Und es gab auch Lob von Fussgängern und Velofahren, die sich explizit für den Einsatz bedankten.

Wärmebildkameras erstmals im Einsatz

(kk) Am Samstag, 23. März, fand in der Maienmatt in Oberägeri die 100. Generalversammlung des Zuger Kantonalen Patentjägervereins statt. Die grosse Fete steigt aber erst Ende September 2020 mit dem Jägerfest in der Baarer Waldmannhalle. Dazu genehmigte die Versammlung eine Defizitgarantie des Vereins von 20000 Franken. Im Budget von 50000 Franken enthalten ist ein Booklet, das die letzten 25 Jahre der Zuge Jagd dokumentiert. Zu reden gaben die Jagdparkplätze, die der Regierungsrat aus der Jagdverordnung gestrichen hat. Die Befürworter der Streichung verlangen gleiche Rechte wie Pilzler und Hündeler – die Gegner befürchten hingegen ein Verlust an Sicherheit. Regierungsrat Andreas Hostettler wies darauf hin, dass man in dieser Frage geteilter Meinung sein kann und offerierte den traditionellen «Café Avec» der Regierung. Priska Müller, Leiterin der Abteilung Fischerei & Jagd, wies auf den stark steigenden Rotwildbestand hin und verriet, dass in diesem Jahr die Wildhut erstmals mit Wärmebildkameras das Wild zählt. Und Amtsleiter Albin Schmidhauser verabschiedete sich bei den Jägern, weil er im Juni in Pension geht.

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