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Jäger sichtet auf Stadtzuger Boden einen Wolf

Vor dreieinhalb Wochen stattete wahrscheinlich der Wolf, der bereits im Kanton Zug gesichtet worden ist, auch der Stadt Zug einen Besuch ab. Eine Begegnung, die wohl der Zunahme der Hirsche im Kanton Zug geschuldet ist, wie Wildhüter Andreas Zehnder erklärt.
Charly Keiser

«Das muss ein Wolf sein. Ich bin mir zu 99 Prozent sicher», sagt Samuel Bussmann zusammenfassend über die Begegnung auf der Juchenegg, die er vor dreieinhalb Wochen beim Spaziergang mit seinem Hund Blue erleben durfte.

Er sei zu Hause in der Schön­egg gestartet und via Blasenberg auf den Zugerberg marschiert, erzählt der Zuger, der vor ein paar Jahren den Jagdlehrgang erfolgreich absolvierte. «Ich mache wenn möglich jeden Samstag die grosse Tour mit unserer zehn Monate alten ‹Slovenský kopov›, unserer slowakischen Schwarzwildbracke.»

Die slowakische Schwarzwildbracke Blue des Zuger Jägers Samuel Bussmann mustert den Wolf, auf den sie ihr Herrchen gerade erst aufmerksam gemacht hat. (Bilder: PD)

Die slowakische Schwarzwildbracke Blue des Zuger Jägers Samuel Bussmann mustert den Wolf, auf den sie ihr Herrchen gerade erst aufmerksam gemacht hat. (Bilder: PD)

«Das ist doch kein Hund»

Auf dem vereisten Rückweg der Schlittelbahn von der Bergstation der Zugerbergbahn hinunter zur Schönegg habe Blue bei der Juchen­egg plötzlich nach «oben gezogen», erzählt Bussmann: «Ich hatte kalte, klamme Finger und keine Handschuhe an. Dann sah ich das Tier und dachte: Das ist doch kein Hund, obwohl es so aussieht.» Intuitiv habe er das Smartphone hervorgenommen und mit filmen begonnen. Vermeintlich. «Denn wie sich später herausstellte, habe ich wegen der klammen Finger nicht richtig auf die Taste gedrückt. Ich entschied mich, näher an den Wolf heranzugehen, der wie ein geschlagener Hund aussah.»

Der Wolf sei stehen geblieben, und Blue habe ihn wie angewurzelt fixiert. «Auch für Blue war klar, dass das kein Hund war. Ich stieg über den Stacheldraht am Wiesenrand und filmte nochmals. Blue zog an der Leine, weshalb der Wolf auf dem Film nur kurz zu sehen ist. Er hat sich danach langsam und in leichtem Trab entfernt. Die Situation war unvergleichlich schön, aufregend und erhaben.» Zur Dokumentation habe er auch Bilder der Trittsiegel gemacht, fügt Bussmann an. Ob es sich aber um die Spur des Wolfs gehandelt habe, könne er aufgrund der vielen Tierspuren nicht mit Bestimmtheit sagen.

Beschreibung könnte passen

Die Beschreibung könnte auf einen Wolf passen, vermutet Wildhüter Adrian Zehnder, den Bussmann nach der Begegnung kontaktierte. «Es ist durchaus möglich, dass es sich bei der Sichtung in der Juchenegg um einen Wolf handelte, allenfalls sogar um M60 des Calandarudels, der bereits im Kanton Zug gesehen wurde. Mit Sicherheit lässt es sich jedoch aufgrund des Bildmaterials nicht sagen.»

Das Tier habe sich wohl bisher von heimischem Wild ernährt, vermutet Zehnder. «Nutztiere hat der Wolf hingegen keine gerissen.» Wölfe würden hauptsächlich Hirsche jagen, die im Kanton Zug seit einigen Jahren in immer grösserer Zahl vorhanden seien. «Gut möglich, dass die Wölfe der Anwesenheit und dem Angebot von Hirschen folgen.»

Was soll man tun, wenn man M60 oder einem seiner Artgenossen begegnet? «Den Hund angeleint lassen und die Begegnung in vollen Zügen geniessen», antwortet Zehnder: «Denn ein Zusammentreffen mit einem Wolf ist eine Seltenheit, die nur die Wenigsten je erleben.»

Sind Bussmann und Blue tatsächlich in der Nähe der Stadt einem Wolf begegnet? Die Wahrscheinlichkeit ist gross. Denn was, als einem Wolf, sollen die beiden sonst in der Juchenegg begegnet sein? Einem wilden Hund? Sehr unwahrscheinlich: wohl eher dem Zuger Wolf M60.

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