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Jana Nussbaumer aus Unterägeri muss nicht lang auf Erfolg warten

Die 17-Jährige Ruderin hat in ihrer ersten Skiffsaison sogleich eine Medaille bei der Junioren-Europameisterschaft gewonnen. Das ist typisch für die selbstkritische Athletin vom Seeclub Zug.
Martin Mühlebach
Jana Nussbaumer im Bootshaus des Seeclub Zug. (Bild: Stefan Kaiser (1.Juni 2018))

Jana Nussbaumer im Bootshaus des Seeclub Zug. (Bild: Stefan Kaiser (1.Juni 2018))

Kürzlich trumpfte Jana Nussbaumer gross auf. Die Ruderin des Seeclub Zug fuhr an der U19-Europameisterschaft im Skiff auf den 3. Rang. Mit dem Gewinn der Bronzemedaille sicherte sie der Schweiz einen zweiten Quotenplatz für die Youth Olympic Games im Herbst in Buenos Aires.

Um an diesen Wettkämpfen teilnehmen zu können, muss die Zuger Kantonsschülerin zuvor noch den Schweizer Meistertitel einfahren. «Im Schweizer Juniorinnenkader gibt es mehrere starke Ruderinnen, die mir den Sieg und die damit verbundene Olympiateilnahme streitig machen werden», zeigt sie auf

Die 17-Jährige aus Unterägeri lässt sich davon aber nicht in ihrer Konzentration auf die eigenen Stärken beirren. Selbstbewusst sagt sie: «Ich gehe davon aus, dass ich meine Konkurrentinnen besiegen kann.» Das Rezept sei einfach: Locker bleiben, die Klasse ausspielen und Schlag um Schlag das Ziel ansteuern.

Mit Können und Glück

Als Jana Nussbaumer im Jahr 2011 in Oberägeri an einem Ruderkurs für Anfänger teilnahm, fand sie auf Anhieb Gefallen an dieser Sportart. Der Kursleiter Beni Kühne erkannte ihr Talent anscheinend schon damals. Er riet ihr, mal beim Seeclub Zug reinzuschauen.

Die damals noch intensiv Geige spielende Schülerin wartete zunächst ab. Als sie schliesslich mitten in der Rennsaison 2014 im Zuger Verein aufkreuzte, sagte man ihr, dass es für eine Teilnahme an der Schweizer Meisterschaft nicht mehr reiche – der Doppelvierer war schon besetzt.

Doch Jana Nussbaumer zeigte einerseits gute Leistungen und hatte andererseits Glück, sodass sie doch noch an den U15-Meisterschaften teilnehmen konnte: «Eine der vier Ruderinnen erschien nicht. Ich durfte ihren Platz im Doppelvierer besetzen – wir gewannen die Goldmedaille.»

Seit dem Jahr 2016 hat Jana Nussbaumer einen Platz in der Schweizer Juniorennationalmannschaft. Im vergangenen Jahr gewann sie im Doppelvierer WM-Bronze sowie den Schweizer Meistertitel. Im Skiff startet sie erst seit kurzem und holte – wie eingangs erwähnt – bereits eine internationale Medaille. «Bis vor wenigen Wochen hätte ich den Doppelvierer als mein Lieblingsboot bezeichnet. Aber nach dem Erfolg an der EM habe ich eine Spur mehr Gefallen am Skiff», sagt Jana Nussbaumer zu ihrem Augenmerk.

«In den Finals muss ich noch mehr
aus mir herausholen.»

Als ihre Stärke bezeichnet die Ruderin ihren Umgang mit Kritik, die sie gut anzunehmen und umzusetzen vermöge. Zudem verstehe sie inzwischen mit dem Leistungs- und Erwartungsdruck umzugehen. Aber sie müsse mental noch stärker werden und lernen, an ihre Grenzen zu gehen.

Äusserst offen sagt sie: «In den Vorläufen und den Halbfinals gelingt mir das jeweilen ganz gut, da immer Konkurrentinnen am Start sind, die ich mit einer normalen Leistung zu bezwingen vermag. Aber in den Finals, wo jede der sechs Ruderinnen das Potenzial hat, das Rennen zu gewinnen, muss ich noch mehr aus mir herausholen.»

An Fleiss mangelt es Jana Nussbaumer jedenfalls nicht. Sie trainiere 12 bis 14 Stunden wöchentlich; so oft wie möglich auf dem See, aber auch im Kraftraum und am Ergometer.

Geringe Körpermasse durch Power kompensieren

Ein eigentliches Vorbild habe sie nicht. Aber sie bewundere die amtierende Skiff-Weltmeisterin Jeannine Gmelin, die am vergangenen Sonntag den Weltcup-Auftakt für sich entschieden hat. Gmelin weise in etwa die gleichen Körpermasse wie Nussbaumer auf. Diese ist 1,70 Meter lang und 64 Kilogramm schwer. Damit ist sie eine vergleichsweise schmächtige Erscheinung: Im Leistungsbereich seien selbst 1,80 Meter nur durchschnittlich.

Neben Schule, Training und Wettkämpfen bleibt Jana Nussbaumer keine Zeit für weitere Hobbys. «Die wenige Freizeit, die mir zur Verfügung steht, verbringe ich gerne in meinem Freundeskreis», sagt sie. Die Wiederaufnahme des Geigespielens fasse sie als Option für die Zeit nach der Sportlerlaufbahn ins Auge. Das dürfte angesichts der Erfolge der Unterägererin noch eine ganze Weile dauern.

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