Jede fünfte Erdbeere kommt aus dem Aargau

Zum Start der Erdbeersaison hat die Vereinigung Aargauischer Beerenpflanzer Regierungsrat Markus Dieth und Alois Huber, Präsident des Aargauischen Bauernverbandes, zum Erdbeerenschmaus eingeladen.

Eddy Schmabron
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Erdbeeproduzent Willi Staubli (links) erklärt Regierungsrat Markus Dieth den Erdbeer-Anbau. (Bild: Eddy Schambron)

Erdbeeproduzent Willi Staubli (links) erklärt Regierungsrat Markus Dieth den Erdbeer-Anbau. (Bild: Eddy Schambron)

Das muss man, wie eine reife Erdbeere, genüsslich kosten: Wenn das Wetter schön mitmacht, werden in der Schweiz pro Tag rund 150 Tonnen Erdbeeren geerntet. «30 Tonnen pro Woche sind im Aargau normal», stellt Willi Staubli, Beeren- und Obstbauer in Muri sowie Präsident der Vereinigung Aargauischer Beerenpflanzer, fest. Er selber produziert auf seinem Hof auf vier Hektaren Erdbeeren an und vermarktet den grössten Teil direkt im Hofladen, sein Sohn pflegt in einer separaten Linie Bio-Erdbeeren.

«Erdbeeren», zeigt Staubli auf, «geben das ganze Jahr Arbeit.» Gepflanzt wird im Juli oder August, danach müssen die Pflanzen gepflegt und – je nach Witterung – vor Frost und Nässe geschützt werden. Die Ernte schliesslich ist sehr anstrengend, «Knochenarbeit», wie Staubli sagt. Pro Stunde sind von guten Pflückern rund zehn Kilo zu schaffen. Ihm helfen jeweils 15 Leute aus Polen und Rumänien. Vermarktet werden die Früchte regional. «Kurze Transportwege erlauben es uns, wirklich reife Früchte in den Verkauf zu bringen.»

Nachdem es zu Ostern nach einer frühen Ernte ausgesehen hat, haben die tiefen Temperaturen wieder eine Korrektur gebracht. «Jetzt sind wir wieder im normalen Jahresablauf».

Schwieriges Marktumfeld

Das Marktumfeld für Schweizer Erdbeerproduzentinnen und -produzenten ist schwierig. In Polen, einem der hauptsächlichsten Anbaugebiete Europas kommt das Kilo Erdbeeren auf zwei Euro zu stehen. Der weite Transport zu uns macht die ausländischen Erdbeeren nicht wirklich teurer, 10 Rappen pro Kilo. «Bei uns müssen wir allein die Produktionskosten mit 6 Franken rechnen», sagt Staubli. Zwei Drittel der Erdbeeren, die in der Schweiz konsumiert werden, stammen aus Importen, rund 18000 Tonnen.

Die Empfindlichkeit der Erdbeeren ist denn auch mit ein Grund, der nach Anbau unter Folientunnels ruft, Tunnels, die von vielen als Verschandelung der Landschaft wahrgenommen werden. Die Erdbeerproduzenten argumentieren allerdings damit, dass die Tunnels maximal drei Monate stehen. Abgesehen davon erlauben sie es, weitgehend auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten und mit natürlichen Mitteln, beispielsweise Mehltau, zu bekämpfen. «Dazu können wir Nützlinge einsetzen, die mit den Tunnels am Standort bleiben». Das Klima kann gesteuert werden, und dank einer Tropfenbewässerung wird Wasser gezielt und sparsam genutzt. Und schliesslich schützen die Tunnels die Früchte vor Regen und Hagel.

Ökologisch – aber auch ökonomisch

In der Schweiz befinde sich die Landwirtschaft in einem grossen Spannungsfeld, erklärte Regierungsrat Markus Dieth. Umso wichtiger sei es, dass Aufklärungsarbeit geleistet werde. Die Landwirtschaft müsse nicht nur möglichst ökologisch handeln, sondern auch ökonomisch arbeiten können. «Man kann nicht alles verbieten», sagt Dieth voller Überzeugung.

Auch werde manchmal unterschätzt, dass die Landwirtschaft einen Ernährungsauftrag hat. «Wir wollen schliesslich Nahrungsmittel nicht nur aus dem Ausland beziehen».