Kommentar

Jedem Tal sein Spital

Chefredaktor Harry Ziegler zur Dringlichkeit, den Spitälern ihre Arbeit wieder zurück zu geben oder sie zumindest finanziell zu unterstützen.

Harry Ziegler
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Chefredaktor Harry Ziegler

Chefredaktor Harry Ziegler

Es hat sich abgezeichnet, dass die beiden Spitäler im Kanton Zug – das Kantonsspital in Baar und die von Hirslanden geführte Andreas-Klinik in Cham – in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Wie unsere Zeitung am Donnerstag meldete, wurde in beiden Spitälern Kurzarbeit eingeführt.

Die Ursache für die Schwierigkeiten, in die die Spitäler nicht nur im Kanton Zug geraten, hat einen Namen: Bundesrat. Dieser hatte im Zuge der Pandemiebekämpfung verfügt, dass sogenannte elektive Eingriffe nicht mehr durchgeführt werden dürfen, dafür aber die Vorhalteleistungen in den Spitälern wegen der möglichen Auswirkungen des Coronavirus hochgefahren werden.

Was im ersten Moment wohl richtig war, schadet aber bei längerer Fortdauer vor allem der regionalen Gesundheitsversorgung. Das Zuger Kantonsspital rechnet beispielsweise auch wegen des bundesrätlich verfügten Verbots der Wahleingriffe mit einem täglichen Verlust in sechsstelliger Höhe. Auf Dauer ist das nicht zu verkraften.

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Problem zu lösen: Der Bundesrat hebt das Verbot sofort auf. Der Bund bezahlt die Ausfälle, denn wer befiehlt, zahlt auch. Oder er überlässt das den kantonalen Hilfspaketen – mindestens dort, wo solche geschnürt werden konnten. Aber geschehen muss etwas. Denn sonst kommt es zu einer Flurbereinigung in einem Ausmass, das sich wohl niemand vorstellen kann. Dann ist definitiv fertig mit dem geliebten Spital in jedem Tal. Und das trifft alle.