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Jetzt fehlen nur noch die Gäste im fertigen Ägeribad

Die Schwimmbecken sind gefüllt, der Kaltwassereimer im Wellnessbereich ebenfalls. Für Pius Meier von der Ägeribad AG geht damit eine arbeitsintensive Zeit vorbei – für Geschäftsführer Stefan Schlatter beginnt eine weitere.
Carmen Rogenmoser
Der Blick geht vom Kinderbecken über das Hubbecken zum Schwimmbecken: Das Ägeribad ist fertig. (Bild: Maria Schmid (Oberägeri, 20. September 2018))

Der Blick geht vom Kinderbecken über das Hubbecken zum Schwimmbecken: Das Ägeribad ist fertig. (Bild: Maria Schmid (Oberägeri, 20. September 2018))

Es herrscht emsiger Betrieb im Empfangsbereich des Ägeribads in Oberägeri: Die beiden Damen am Empfang richten sich ein, von weitem nimmt man Bohrlärm wahr und zwei Rettungsdienstmitarbeiter durchqueren den Eingang mit einer Bahre. «Keine Angst, es handelt sich nicht um einen Notfall», beschwichtigt Geschäftsführer Stefan Schlatter. Der Rettungsdienst probt gemeinsam mit den Bademeistern den Ernstfall. Auch das muss vor der offiziellen Eröffnung am Sonntag, 30. September, sitzen.

In den nächsten Tagen stehen unzählige kleine Arbeiten an: Die Nummern der Startblöcke beim Schwimmbecken etwa sind noch nicht vollständig, die Beschriftung der Toiletten fehlt da und dort, der Baustellenzaun rund um das Gebäude muss ebenfalls entfernt werden. Bereits einen Tag vor der Inbetriebnahme muss alles bereit sein für die ersten Gäste. Am Samstag, 29. September, hat die Bevölkerung die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und in jene Räume zu schauen, die bereits einen Tag später nicht mehr zugänglich sind (siehe Box).

Der grosse «Chrampf» allerdings ist vorbei, zumindest für Pius Meier. Der Oberägerer Gemeindepräsident (FDP) ist auch Verwaltungsratspräsident der Ägeribad AG. In beiden Funktionen hatte er viel zu tun. Er spricht von einer «grossen Zufriedenheit», jetzt, so kurz vor der Vollendung. Der zweijährigen Bauzeit sind fast acht Jahre Planung vorausgegangen, sie verlangten Meier einiges ab.

Die Diskussionen rund um das 36 Millionen Franken teure Megaprojekt waren kontrovers: Ist das Projekt nicht überdimensioniert und sowieso viel zu teuer, fragten die Kritiker. Die Zustimmung bei der Abstimmung vom Juni 2014 war dann überraschend gross: Sowohl in Oberägeri wie auch in Unterägeri lag der Ja-Stimmen-Anteil bei rund 70 Prozent.

Stimmungswandel mit dem Wachsen des Gebäudes

Trotzdem gab es auch während der Bauzeit immer wieder Grund für Diskussionen: die Generalunternehmerin Priora AG wurde kritisiert, genauso wie die Beteiligung der beiden Gemeinden an der Finanzierung des Projekts, zudem sorgte die angedachte Grösse des Schwimmbeckens für rote Köpfe: Es war zu klein für Wettkämpfe des Wasserballvereins SC Frosch Ägeri.

Die Masse wurden schliesslich angepasst. «Das war unangenehm, hatte aber keinen nachhaltig negativen Einfluss», erinnert sich Pius Meier und ergänzt: «Die klaren Abstimmungsresultate haben die Ausführung erleichtert.» Nun sitzt er gemeinsam mit den Vertretern, die am Rundgang teilgenommen haben, auf der Terrasse des Badi-Restaurants «Lago» – das Einzige im Ägerital, das direkt am See liegt. Bei der Bevölkerung habe es mit der Realisierung des Bads nochmals einen Stimmungswandel gegeben, sagt er. «Ich werde oft auf das Bad angesprochen, die Vorfreude ist gross.»

Tag der offenen Tür

Am Samstag, 29. September, bietet sich für die Bevölkerung die Gelegenheit, das Ägeribad zu besichtigen. Um 10 Uhr beginnt der Tag der offenen Tür mit der Einsegnung und Enthüllung der Rutschbahn. Der Festakt wird von der Feldmusik Unterägeri und der Harmoniemusik Oberägeri musikalisch umrahmt. Von 11 bis 15 Uhr hat man die Möglichkeit, die Räumlichkeiten – von der Restaurantküche über die Wellnessoase bis hin zu den Technikräumen – bei einem Rundgang zu besichtigen, um 15 Uhr findet schliesslich das Promi- und Legendenspiel mit Marco Rima, Nik Hartmann und EVZ-Star Raphael Diaz statt. Für Verpflegung und musikalische Unterhaltung ist in der ZVB-Halle gesorgt. Weitere Infos gibt es hier. (cro)

4200 Stunden pro Jahr wird das Bad geöffnet haben, das hat Geschäftsführer Schlatter ausgerechnet. Gerechnet wird mit 130000 Besuchern. Dann soll sich das Bad auch finanziell tragen können. Ob die Kalkulation aufgeht, wird sich zeigen. Die Badegäste werden sich die drei Becken – das grosse Schwimmbecken, das Hubbecken und das Aussenbecken – mit Kursteilnehmern, Schulklassen und Vereinen teilen. «Es soll ein Bad für alle sein», so der Verwaltungsratspräsident. Ausserhalb der Publikumszeit hat der SC Frosch etwa keine Berechtigung, das Schwimmbecken nur für sich zu nutzen. «Dann wird das Becken mit einem Netz geteilt», erklärt Stefan Schlatter.

30 neue Arbeitsplätze

Ihm stehen noch einige Herausforderungen bevor. 30 Personen sind im Ägeribad für 20 Vollzeitstellen angestellt, darunter sechs Bademeister. Die Feineinstellungen geschehen nach und nach, so Schlatter. «Wir haben einen Putzplan, aber ich bin sicher, wir passen den noch ein paar Mal an.» Der Ansturm auf die Arbeitsplätze war riesig. «Noch immer kommen viele Blindbewerbungen an», sagt der Geschäftsführer, der zehn Jahre Erfahrung mitbringt. Für die Auswahl habe man sich viel Zeit genommen. «Jetzt sind wir gut gerüstet.»

Die Eröffnung kann aber auch er offenbar kaum erwarten: «Mütter und Väter sitzen dann hier am Beckenrand und können schwatzen, während die Kleinen planschen», erklärt er beim Rundgang. Die Szene sieht er wohl jetzt schon vor sich. Der Blick geht derweil weiter, über das in der Sonne glitzernde Wasser durch die grossen Fenster hinaus auf den See.

Glas und Holz dominieren sowohl im Innern des Gebäudes wie Aussen. So wird der mächtige Betonbau, der aus drei ineinandergeschobenen Kuben besteht, von filigranen Holzlamellen versteckt. Einzig die weisse Rutschbahn, die die gleichförmige Fassade unterbricht, verrät, dass es sich hier um ein Schwimmbad handelt. Das Gebäude ist schlicht und fügt sich gut in die dörfliche Struktur ein.

Das wahre Meisterwerk aber liegt unter dem Boden: In einem Labyrinth aus Türen, Gängen und Räumen befinden sich Heizung, Desinfektionsräume, Lüftung und Wassertechnik. Sechs Mal pro Tag werden die 2100 Kubikmeter Wasser der Becken umgewälzt und gefiltert. Auch eine eigene Abwassereinigungsanlage hat das Ägeribad. Die eine Hälfte des gebrauchten Wassers kommt anschliessend in die Kläranlage, die andere zurück in den See. «Dafür werden die Chemikalien im Wasser wieder abgebaut und die Temperatur angepasst.» Das alles wurde schon x-mal getestet und durchgespielt, jetzt fehlen nur noch die Gäste.

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