Jetzt gibts wieder viel zu lachen

Der Narren- vater sitzt auf dem Thron, der Badjöggel schaut aufs Dorf, und das Repräsentantenpaar präsentiert «feini Choscht» – die Fasnacht kann beginnen.

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Narrenmutter Andreas Heinrich und Ehrenbadjöggel Markus Iten ziehen am gleichen Strang. (Bild: Wrner Schelbert/Neue ZZ)

Narrenmutter Andreas Heinrich und Ehrenbadjöggel Markus Iten ziehen am gleichen Strang. (Bild: Wrner Schelbert/Neue ZZ)

Hoch oben von den Fenstern des ehemaligen Dorfschulhauses haben sie den perfekten Ausblick auf den Dorfplatz Unterägeri: der Badjöggel, der Tiroler und ihre Gleichgesinnten. Und es ist viel los auf dem Dorfplatz am Samstag, denn in Unterägeri findet die Inthronisation statt.

Von allen Seiten her kommen die Guuggen, die Badjöggel, die Nüssler, die Wagenbauer, s Bomerhüttli-Ysebäänli und die Ehrengarde auf den Dorfplatz, und es ist der Narr Felix Iten, der die ersten humorvollen Reime spricht. Der anstrengendste Teil der Fasnacht ist mit dieser Rede für ihn schon gelaufen, während es für das neue Ehrenpaar der Wylägerer Fasnacht 2012 erst so richtig losgeht.

Ehrenbadjöggel und Narrenmutter

Auf einem geschmückten Wagen werden sie auf den grossen Platz gefahren und müssen dann auch gleich so einige närrische Sprüche über sich ergehen lassen. Die Narrenmutter Andrea Heinrich und der Ehrenbadjöggel Markus Iten nehmen es mit Humor. «Ich freue mich darauf, viele lustige Stunden zu erleben und neue Leute kennen zu lernen», sagt Andrea Heinrich, der nun eine anstrengende Zeit bevorsteht.

Dafür hat sie sich auch extra drei Wochen Ferien genommen. «Anders wäre es wohl kaum zu bewältigen», meint sie lachend. Auch der Ehrenbadjöggel Markus Iten, der 29 Jahre Guuggenerfahrung hat, freut sich auf die bevorstehende Zeit. «Ich bin vor allem gespannt, die Fasnacht einmal von einer neuen Seite kennen zu lernen. Das Programm mit der Guugge sieht doch ein bisschen anders aus», sagt er. Narrenvater Hugo Nussbaumer hat keine Angst um die beiden Repräsentanten: «Sie haben ein gutes Sitzpolster», sagt er schmunzelnd, «einer von den beiden wird sicher der oder die Letzte sein und auch noch beim Aufräumen nach einer Veranstaltung helfen.»

«Trännchoscht»

Natürlich steht auch die diesjährige Wylägerer Fasnacht unter einem Motto. Der Narrenvater erklärt: «Das Motto muss nichts mit dem Repräsentantenpaar zu tun haben, obwohl sich das in den letzten Jahren ein paar Mal angeboten hat.» Dieses Jahr passt das Motto wiederum wie die Faust aufs Auge: Der Ehrenbadjöggel ist in der Entsorgungsbranche tätig, die Narrenmutter wiederum arbeitet im Detailhandel, und «feini Choscht» gehört zu ihrem Spezialgebiet. «Das Motto lässt jedoch noch viel mehr Spielraum offen», meint Hugo Nussbaumer.

Von «Trännchoscht» will der «Grind» des Badjöggels nicht viel wissen. Die Symbolfigur der Wylägerer Fasnacht wird traditionellerweise an der Inthronisation aufgehängt. Nun sitzt sie auf einem kleinen Vordach hoch oben auf dem Dorfschulhaus in Unterägeri und wird dem närrischen Treiben in den nächsten Tagen mit Wohlwollen zusehen. Für ihn gilt vor allem das Motto: «Narrety Narretei, bi üs dihei!»

Marcelin Iten