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Spinnerei an der Lorze in Baar: Jetzt ist der Ball bei den Architekten

Das Areal Spinnerei an der Lorze soll aufgewertet werden, neu sollen auch Wohnungen entstehen. Am Mittwoch wurde die Bevölkerung informiert. Es handelt sich um ein komplexes Vorhaben.
Rahel Hug
Das Spinnerei-Areal in Baar. (Bild: Stefan Kaiser, Baar , 21. Mai 2019)

Das Spinnerei-Areal in Baar. (Bild: Stefan Kaiser, Baar , 21. Mai 2019)

Der Baarer Ortseingang vom Sihltal her ist nicht gerade einladend. Die historischen Gebäude der Spinnerei an der Lorze werden von braunfarbenen, gesichtslosen Hallen an der Langgasse verdeckt. Das soll sich ändern. Die Grundeigentümer, die Patrimonium Anlagestiftung und der Patrimonium Swiss Real Estate Fund, möchten das Areal weiterentwickeln (Ausgabe vom 22. Mai). Am Mittwoch fand im Gemeindesaal eine Info-Veranstaltung statt. Vor Ort waren Christoph Syz, CEO von Patrimonium, Gemeinderat Jost Arnold sowie Michael Camenzind (Büro Suter von Känel Wild), der den Prozess begleitet. Ziel sei es, über die Absichten des Studienverfahrens zu informieren und das Vorgehen aufzuzeigen, eröffnete Camenzind den Abend.

«Wir sind überzeugt, dass das Areal aufgewertet werden kann», erklärte Christoph Syz. Der CEO brachte den Anwesenden ausserdem sein Unternehmen näher. Investoren seien vor allem über 100 Schweizer Pensionskassen und Einrichtungen der beruflichen Vorsorge. «Wir verfolgen eine langfristige Strategie für das Gebiet», stellte er klar. Geplant sei eine gemischte Nutzung. Heute umfasst das Areal rund 36 000 Quadratmeter Nutzfläche und 520 Parkplätze, es befindet sich in der Arbeitszone. Es besteht aus zwei Gebäudeteilen, dem geschützten Altbau aus dem Jahr 1903 und einem Neubau mit Baujahr 1988 bis 1989 (die erwähnten Hallen). 1994 wurde die Baumwollspinnerei eingestellt. Seither werden beide Gebäude als Büros, Gewerbe- und Verkaufsflächen genutzt. «Die vorgelagerten Hallen dominieren das Areal. Es bietet sich ein enormes Potenzial, wenn sie zurückgebaut werden», führte Michael Camenzind aus und machte deutlich: «Die geschützten Bauten werden nicht angetastet.» Es werde ein «schlüssiges Gesamtkonzept» gesucht, das sich in den Bestand einfüge. Es handelt sich um eine höchst komplexe Aufgabe. Deshalb erarbeiten nun sechs Architekturteams Projektideen. Darunter ist mit dem Team von Albi Nussbaumer Architekten (Zug), Konrad Hürlimann Architekten (Zug) und Amrein Herzig Architekten (Baar) auch eine Zuger Gruppe. «Ein breit abgestütztes Gremium begleitet den Prozess», erklärte Camenzind. Aus dem Studienverfahren soll ein Richtprojekt resultieren, das als Grundlage dient für die weitere Planung. Später werden dann eine Zonenplanänderung und ein neuer Bebauungsplan der Bevölkerung zur Abstimmung vorgelegt.

Wohnen, Arbeit, Freizeit, Kultur und Bildung

35 Prozent sollen Arbeitsfläche sein, 35 Prozent Wohnfläche, der Rest ist für Bildung, Freizeit und Kultur oder ein Hotel vorgesehen. Was die Dichte betrifft, wird zurzeit von einer Ausnützungsziffer von 1,5 ausgegangen. Der Sportartikelhändler Decathlon habe Interesse angemeldet, auf dem Areal zu bleiben, erklärte Christoph Syz. Neu angedacht sei ein Fachmarkt mit einer Fläche von bis zu 2200 Quadratmetern. Der alte Gebäudeteil soll auch zukünftig Büros beheimaten. «Wir haben nicht vor, allen Mietern zu kündigen», so Syz.

«Dies ist ein sehr wichtiges Projekt für Baar», sagte Jost Arnold. Es sei ihm deshalb ein Anliegen, die Bevölkerung mit einzubeziehen und regelmässig zu informieren. Die Fragen aus dem Publikum drehten sich unter anderem um das Thema Hochhäuser. Solche seien nicht ausgeschlossen, antwortete Camenzind, obwohl sich das Areal nicht im Verdichtungsgebiet befinde. Es sei nun an den Architekten, Vorschläge zu machen. Die Denkmalpflege sei aber der Ansicht, dass die Traufhöhe des Bestandes nicht «überragt» werden solle. Die Frage, wann denn die ersten Zügelwagen auffahren werden, konnten die Verantwortlichen noch nicht genau beantworten. Syz sagte: «Es ist unser Ziel, zügig voranzukommen.» Das Studienprogramm wird heute auf der Gemeindehomepage aufgeschaltet.

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